Austausch über ökologische Trends am Bau

Reichenbach: Reisinger | Grüner Abgeordneter zu Gast beim liberalen Unternehmer: Dr. Martin Runge, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Bayerischen Landtag, war am Wochenende zu Gast in Reichenbach. Er folgte einer Einladung des Unternehmers und FDP Politikers Gerhard Reisinger, um über ökologische Trends in der Baubranche zu sprechen. Reisinger, der in Reichenbach Spezialbauteile für den Innenausbau produziert, kam im Frühjahr mit seinen neuen Klimadecken auf den Markt, die beim Heizen bis zu 18 Prozent Energieersparnis versprechen und wegen der geringen Systemtemperaturen ideale Voraussetzungen bilden für das Heizen mit Wärmepumpe oder Solaranlage.

Auf die Frage, wie es zu diesem ungewöhnlichen grün-gelben Erfahrungsaustausch kam, weiß Reisinger: „Wir haben uns auf Delegationsreisen kennen und schätzen gelernt. Und auch wenn die politischen Wege oft andere sind, sind die ökologischen Ziele doch die gleichen. Energie effizient einsetzen und das mit Systemen, die sich die Bauherren auch wirklich leisten können.“ Beeindruckt zeigte sich Dr. Runge von der modernen Produktionsanlage des Innenausbauers, in der die Montageteile für die Klimadecken vorproduziert werden. „Dadurch können wir sowohl für große Gewerbeprojekte als auch für den Bau von Einfamilienhäusern alle Bauteile entsprechend vorbereiten, damit die Montagearbeiten vor Ort auf ein Minimum reduziert werden“, so Reisinger. Ein weiteres Plus der Klimadecken sei das „gesunde“ Heizen: Nachdem die Decken nicht wie herkömmliche Heizungen über das Umwälzen warmer Luft, sondern über Wärmestrahlung funktionieren, entsteht nahezu keine Konvektion. Dadurch werden kaum Staub und Milben aufgewirbelt. Das mache das System besonders empfehlenswert für Allergiker. Zudem gehören trockene Schleimhäute der Vergangenheit an. Im Gegensatz zur Fußbodenheizung gibt es auch keine Probleme mit „dicken“ Füßen mehr.

Zwar hegen nach Reisingers Erfahrung noch viele Hausbauer Bedenken gegenüber den Klimadecken, diese könne man aber ohne weiteres im Selbstversuch zerstreuen: „Wir haben die Klimadecken in unseren eigenen, neuen Büro- und Seminarräumen eingebaut. Wer sich von dem einzigartigen Raumklima selbst überzeugen möchte, ist ein herzlich willkommener Gast in unserem Hause.“ Unter 09464 91120 könne man gerne einen Termin für die Besichtigung der Klimadecke in Reichenbach vereinbaren. Weitere infos zu Reisingers easyclima System gibt es auch im Internet unter www.wallfactory.eu .

Nach dem Besuch bei Innenausbau Reisinger gab es für den Fraktionsvorsitzenden der Bündnisgrünen noch eine Führung durch die Gemeinde Reichenbach. Bürgermeister Franz Pestenhofer gab dabei einen kleinen Einblick in die Gemeindegeschichte und zeigte die erfolgreiche Gemeindepolitik der letzten Jahre auf. Im Kloster der Barmherzigen Brüder Reichenbach informierte sich Runge über das Energiekonzept der Einrichtung. „Wir sparen hier jährlich 500.000 Liter Heizöl ein, seitdem wir auf Biomasse umgestellt haben“, so Geschäftsführer Roland Böck. Den Abschluss des Besuchs bildete eine Führung durch die Biogasanlage am Heimhof, die von Thomas Ertl betrieben wird. „Rein rechnerisch könnten wir mittlerweile fast die ganze Gemeinde mit Energie versorgen“, so Ertl. Damit hätte Reichenbach theoretisch die Energieautonomie. Nach Bürgermeister Franz Pestenhofers Angaben beschäftige sich die Gemeinde sogar noch mit einem weiteren Energieprojekt: „Sofern der Kreistag sein OK gibt, wird geprüft, ob die Errichtung von drei Windkrafträdern im Staatswald wirtschaftlich ist. Rund 2000 qm Fläche werden dafür pro Windrad benötigt.“ Selbstverständlich werde man dazu aber vorher die Bevölkerung im Rahmen einer Bürgerversammlung anhören.

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