Sachsenhain und Klapperstorch in einem Rundgang in Verden

Der Sachsenhain

Verden (Aller): Sachsenhain | Von dem Sachsenhain hatte ich gehört, es ist aber schwierig ihn zu finden. Es gibt keine Hinweise. (Eisseler Strasse in das Navigationssystem eingeben)
Scheinbar ist das immer noch ein Tabu.*
Um 450 nach Chr. kamen Sachsen im Rahmen der Völkerwanderung in das Gebiet von Verden. Die Sachsen, die zwischen Nordsee und Harz bzw. Rhein und Elbe siedelten, waren später den fränkischen Königen teilweise tributpflichtig gewesen, aber nie ihre Untertanen. 772 begann Karl mit einem großen Feldzug gegen das Sachsenland. 782 erlitt ein fränkisches Heer ihre schwerste Niederlage am Süntel bei Lauenau in der Nähe der Weser unter Führung des Sachsenherzogs Widukind.
Karl befand sich zur selben Zeit mit einem Heer auf einem Feldzug gegen die Sorben. Er kam noch im selben Jahr nach Verden und veranstaltete ein großes Massaker (Blutgericht) bei dem auf dem Verdener Kirchplatz bis zu 4500 Sachsen hingerichtet wurden, die zuvor als Geiseln genommen worden sein sollen. Soviel kurz zur Geschichte.
1934 brauchte die NSDAP für ihre Ideologie eine antichristliche Gedenkstätte. So ließ der Reichsführer SS, Heinrich Himmler, zwischen 1934 und 1936 für den Sachsenhain 4.500 Findlinge zusammentragen und entlang eines zwei Kilometer langen Rundweges aufstellen um die Geschichte propagandistisch umzudeuten.

Seit 1956(?) befindet sich der Sachsenhain im Eigentum der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers und wird von der Evangelischen Jugend als Freizeit- und Bildungseinrichtung "Jugendhof Sachsenhain" unter anderem für große Jugendtreffen, und unterschiedlichste Bildungsmaßnahmen genutzt.
Als Tourist ist man willkommen, wird aber gebeten, auf die Bewohner Rücksicht zu nehmen. Am Rundweg stehen übersichtliche Tafeln, die informativ die Geschichte der Entstehung und Nutzung des Jugendhofes und des Rundweges mit seinen 4500 Findlingen und Steinen meiner Meinung nach gut und richtig darstellen. Man hat hier keine Angst vor der braunen Vergangenheit.
Ein weiterer sehenswerter Haltepunkt am Rundweg ist die Storchenpflegestation des Landkreises Verden. Sie besteht aus einem Freigehege nebst Stallgebäude und Unterständen. Ein Besucherzentrum ist im Stallgebäude untergebracht. Hier gibt es ebenfalls viele Informationstafeln für die Beobachter.
Der Sachsenhain und die Storchenstation liegen auch am Allerradweg, am Weserradweg. Es lohnt sich also hier zu halten.
* Ein Narr selbst nichts zu sagen wagt –
Nur, weils ein Nazi schon gesagt. (Eugen Roth)

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Adolf Stephan aus Peine am 22.09.2009 um 10:44 Uhr  
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