Zweites Donau-Rieser Heideforum in Harburg

Bildrechte Heide Allianz
 
Bildrechte Heide Allianz
Harburg: Harburg | Zum 2. Donau-Rieser Heide-Forum, das im Rahmen des LIFE+ Projektes Heide-Allianz stattfand, hatte die Heide-Allianz Donau-Ries kürzlich eingeladen. Der Einladung folgten gut 100 Interessierte nach Harburg, darunter viele Bürgermeister, Kreisräte, Behörden- und Verbändevertreter, Naturschutzverbände, Schäfereibetriebe und Betriebe, die in der Landschaftspflege aktiv sind.

Landrat Stefan Rößle zeigte sich bei seiner Einführung beeindruckt, was sich seit dem 1. Heideforum im Jahr 2007 entwickelt hat. „Beim 1. Heideforum in Huisheim sprach man noch ganz allgemein von einem “Heideprojekt“, führte Rößle aus. Zwischenzeitlich ist eines der Projekte, das sogenannte „Fonds-Projekt“ mit einem Volumen von 500.000.- Euro fast abgeschlossen. Das LIFE+ Natur-Projekt mit einem Gesamtvolumen von 2,5 Millionen Euro ist bewilligt und erste Umsetzungsmaßnahmen laufen. Ein drittes Projekt ist in Planung. Eine enge sachliche und räumliche Verzahnung der verschiedenen Projekte ist selbstverständlich, bilanzierte der Landrat. Er zeigte sich beeindruckt, was alles im LIFE Projekt seit der Etablierung des Projektmanagements im April 2014 auf die Beine gestellt wurde. „Damit wir uns auch künftig an Thymian-Ameisenbläuling und Berghexe, an Küchenschelle und Frühlings-Enzian erfreuen können, ist die Arbeit der Heide-Allianz von großer Bedeutung“ bekräftigte Rößle.

Er bedankte sich bei Kreisräten, Verbänden und dem Team „Gartenkultur und Landespflege“ am Landratsamt Donau-Ries, wo die Projekte zwischenzeitlich angesiedelt sind. Sein besonderer Dank galt den ehrenamtlich Tätigen des Rieser Naturschutzvereins, der Schutzgemeinschaft Wemdinger Ried und des Bund Naturschutz, die nicht nur viel Zeit einbringen sondern auch einen hohen finanziellen Beitrag leisten.

Bürgermeister Kilian erläuterte, dass die Stadt Harburg das Schwerpunktgebiet der Magerrasen im Landkreis ist. Er empfinde gleichzeitig Freude darüber, aber auch Verpflichtung zur Pflege. Das sei eine umfassende Aufgabe, bei der sich die Stadt Harburg langfristig gesehen durchaus die Unterstützung durch einen Landschaftspflegeverband wünscht.

Schäfervertreter Franz Rupprecht aus Fünfstetten sprach aus der Praxis. Er ging ein auf die hohen bürokratischen Anforderungen an die Schäfereibetriebe, vor allem in der Direktvermarktung. Erste kleine Erfolge im Ankauf von Flächen durch die Heide-Allianz, die den Schäfereibetrieben vor allem als Pferchflächen oder Triften zur Verfügung gestellt werden können, sind zu verzeichnen. Die zahlreichen in den vergangenen Jahren durchgeführten Pflegemaßnahmen führten zur besseren Erreichbarkeit von Magerrasen und schufen teils „neue“, wieder beweidbare Flächen. Bayernweit haben viele Schäfereibetriebe in den letzten Jahren aufgehört. Ein Trend, der auch auf die hohe Arbeitsbelastung bei geringem Verdienst zurückzuführen ist.

Hans-Hinrich Huss vom Büro HS & Z aus Freising berichtete gleich von zwei Weideprojekten - einem Hutewald in Iphofen und einem Ziegenbeweidungsprojekt im LIFE-Projekt Main-Muschelkalk. Im Rahmen dieses Projektes werden zukünftig 700 Ziegen auf den Steilhängen weiden und für die Offenhaltung der Kulturlandschaft sorgen.

Karin Weiß von der Arbeitsgemeinschaft Pro-Heide-Allianz stellte die geplanten Aktivitäten im Rahmen des LIFE-Projektes Heide-Allianz, das zu 50% von der EU gefördert wird, vor. Hauptziele sind der Erhalt und die Förderung von Magerrasen und extensiven Grünländern sowie die Entwicklung von strukturreichen Wäldern mit Alt- und Totholzanteil. Eine intensive Öffentlichkeitsarbeit soll das Projekt begleiten. Im Jahr 2014 wurden bereits zehn Führungen angeboten, die in den nächsten Jahren fortgesetzt werden. Auch Schulprojektarbeit und die Herausgabe eines Lamm-Kochbuches sind im Rahmen des Projektes geplant.

Christina Fehrmann, Projektmanagerin Altmühlleiten stellte das bundesdeutsche Großprojekt Altmühlleiten vor, in dem beeindruckende Parallelen zur Arbeit im Landkreis Donau-Ries bestehen. In den Steillagen wurde mit großem Aufwand entbuscht und viele Flächen konnten bereits wieder in eine Beweidung genommen werden. Ute Vieting vom Regionalmanagement Hesselberg stellte beispielhaft Aktivitäten zur Regionalvermarktung vor und machte Mut zur Vernetzung und zum gemeinsamen Umsetzen von Projekten. Trachtenkostüme für die jüngere Generation unter dem Label „ Berghexe“, die Saftprodukte „Hesselberger“, eine Moststraße und die Einbindung von Imkereien sind Teile der Regionalvermarktung, in der unter anderem mit dem Landschaftspflegeverband Mittelfranken zusammengearbeitet wird.

Damit gelang ein Ausblick in die Zukunft, in der Natur und Landschaft, Bevölkerung und regionale Produkte im Zusammenspiel vieler Akteure vernetzt und Projekte breit eingebettet und stabilisiert sind. Für die Veranstalter war ein wesentliches Ergebnis, hier über das Projekt hinaus, an der Schaffung nachhaltiger Strukturen zu arbeiten. Einen wichtigen Beitrag dazu könnte ein Landschaftspflegeverband leisten.
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.