Ein Gedicht von 1915 aus der Zeitschrift "Die Welt der Frau"
Nachts!
Liegst du im Feindesland am Lagerfeuer
Und denkst verstohlen du an uns zu Haus?
Schleichst du mit deinen jungen Kameraden
Auf Kundschaft in die dunkle Nacht hinaus?
Ziehst du den Säbel, weil`s zum Angriff geht?
Sprichst du wohl noch einmal das Nachtgebet.
Das du so hundertmal von mir gehört,
Als noch kein Krieg das Leben uns zerstört?
Liegst du allein in Not und Wunden?
Hast du die letzte Ruhstatt schon gefunden?
- Von Sorg´ und Sehnsucht schwer mein Herzschlag geht,
All meine Liebe wird ein starkes Gebet.
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Für uns heute unvorstellbar, was müssen die Frauen damals gelitten haben, deren Männer, Geliebten und Söhne in den Krieg ziehen mussten, in ein ungewisses Schicksal.
Die Liebe weinte, der Glaube half.
Ich kannte einige Frauen, deren Männer vom Krieg nicht mehr zurück kehrten. Sie haben ihre Kinder alleine großgezogen und nie wieder geheiratet. Das ist Treue.
das war schon eine schlimme Zeit. Dieses Gedicht gibt die Gefühle der Menschen von damals wieder. 1940 wurde ich in Gollnow bei Stettin geboren. Onkel (16 Jahre jung), Schwager (27 Jahre jung)usw. . .mein Vater kam als 100% kriegsversehrt wieder heim - aber er kam wenigstens. . .
Wir Menschen heute, dürfen und müssen froh und dankbar sein, daß wir nun schon seit über fünfzig Jahren in Frieden leben können. Drücken wir für unsere Kinder alle verfügbaren Daumen, damit es so bleibt !
Nie mehr....
Nie mehr deine Nähe,
nie mehr dein Gesicht.
Nie mehr deine Stimme,
die von Liebe spricht.
Nie mehr frohes Lachen,
nie mehr deine Hand.
Nie...
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