Handballer trauern um „Torfabrik“: Bernd Lückel mit 70 Jahren verstorben

Zweimal stand Bernd Lückel mit dem VfL Eintracht Hagen im Halbfinale um die deutsche Meisterschaft.
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Die Handballer des VfL Eintracht Hagen trauern um einen der besten Spieler, die der Verein je hervorgebracht hat: Nach schwerer Krankheit ist Bernd Lückel am Freitag, 8. Mai 2015, im Alter von 70 Jahren verstorben. Fast zwei Jahrzehnte hatte der Ausnahmespieler das Angriffsspiel der Grüngelben geprägt und sich den Ruf eines Torgaranten erarbeitet. Mehr als 3.500 (!) Tore hatte Bernd Lückel im Laufe seiner Karriere markiert.

„Bernd war ein ganz famoser Spieler, ein toller Trainer und Mensch, dem der Verein viel zu verdanken hat“, würdigte der Vorsitzende Detlef Spruth den Verstorbenen. Mehr als 60 Jahre war Bernd Lückel Mitglied beim VfL Eintracht Hagen. Schon als 18-jähriger gehörte er zur Handball-Oberligamannschaft des VfL Eintracht, mit der er 1971 als Westdeutscher Meister den Sprung in die Feldhandball-Bundesliga schaffte. Zweimal nacheinander stand er 1972 sowie 1973 mit dem Traditionsverein jeweils im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft.

In den 1970er Jahren gehörte Bernd Lückel unumstritten zu den besten Feldhandballern Deutschlands. Wohl nur die Tatsache, dass der Feldhandball Mitte der 1970 mehr und mehr vom Hallenhandball verdrängt wurde, verhinderte seine Berufung in die Nationalmannschaft. Dafür vertrat Bernd Lückel auf dem Feld und in der Halle mehrfach die Farben Westfalens und Westdeutschlands.
Unabhängig davon gehörte Bernd Lückel, auch in der Halle über viele Jahre zu den herausragenden Werfern in Westdeutschland und verpasste mit den Grüngelben zweimal nur aufgrund der schlechteren Tordifferenz den Sprung in die Bundesliga. Immer wieder schlug Bernd Lückel attraktive Angebote verschiedener Topclubs aus, trug stattdessen mit insgesamt 18 Jahren so lange das Trikot der ersten Mannschaft im VfL Eintracht wie kein anderer.

Nach Stationen als Jugendtrainer löste Bernd Lückel 1980/81 als Interimstrainer der ersten Regionalliga-Mannschaft des VfL Eintracht Lajos Keller ab, um diese Amt bis 1983 inne zu haben. 1987 stieg er als Spieler mit der 2. Mannschaft in die Verbandsliga auf und stand von 1989 bis 1993 als Trainer in deren Dienst. Die dritte Mannschaft des Vereins führte er als Trainer von der Kreisliga bis in die Landesliga, um sich dann in den Jahren 2000 und 2001 nochmals als Co-Trainer der Regionalliga-Handballer zu engagieren. Zudem wirkte Bernd Lückel beim Lokalrivalen TS Selbecke viele Jahre als Trainer – zuletzt von 2006 bis 2010.

Über zehn Jahre fungierte Bernd Lückel zudem als stellvertretender Abteilungsleiter bei den Handballern des VfL Eintracht, widmete sich parallel dazu immer wieder der Jugendarbeit im Verein. Die Arbeit mit Jugendlichen lag ihm auch beruflich stets am Herzen. So fungierte er lange Jahre als Ausbilder bei der Akkumulatorenfabrik (Varta) in Wehringhausen. Zudem engagierte er sich auf Bitten einer Haftanstalt als Bewährungshelfer.

Honoriert wurden die Leistungen des ehemaligen westdeutschen Junioren-Auswahlspielers unter anderem mit dem Landesehrenbrief sowie der Ehrennadel in Silber. Zudem verlieh ihm der VfL Eintracht mit dem „Goldenen Handball“ die höchste Auszeichnung, die im Bereich Handball vergeben wird.

Zweimal stand Bernd Lückel mit dem VfL Eintracht Hagen im Halbfinale um die deutsche Meisterschaft.
Verstarb mit 70 Jahren: Handballikone Bernd Lückel.
Bürgerreporter:in:

Karsten-Thilo Raab aus Hagen (NW)

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