Zwangsarbeiterlager für Juden in Mór

Mór in Ungarn

Viele sind von den nationalradikalen und antidemokratischen Vorgängen in Ungarn überrascht. Lange Zeit galt Ungarn als liberales Land. Ein Trugschluß! Wer sich genauer mit den Verhältnissen vor Ort beschäftigte und den Ungarn zuhörte, mußte feststellen, dass Resentiments gegen nationale Minderheiten und Nachbarn immer stärker wurden. Zugleich vermieden es die Ungarn, ihre eigene Schuld im Zweiten Weltkrieg zu thematisieren. Auch in der Partnerstadt Mór stößt man auf Schweigen und Vergessen, dabei hätte man gerade dort Anlass genug, sich mit diesen Jahren zu beschäftigen, denn auch in Mór gab es ein Zwangsarbeiterlager für Juden.

Die Zwangsarbeiterlager für Juden hatten keine wirtschaftliche Bedeutung. Dort wurde nicht produktiv gearbeitet. Sinn und Zweck dieser Lager war, die als minderwertig angesehene jüdische Bevölkerung mit stupider, aber knochenharter Arbeit zu demütigen. Es ging nicht um Ausbeutung, sondern um Sadismus. Die Grenze zwischen Zwangsarbeiter- und Vernichtungslagern war entsprechend fließend.

Viel weiß man heute nicht mehr über das Mórer Lager, aber die Verhältnisse dort werden sich nicht sehr von denen in anderen Lagern unterschieden haben. Karge Essensrationen, harte Arbeit und das Wegschauen der Einheimischen. Für viele Juden endet die Zeit in den Zwangsarbeiterlagern auf Todesmärschen oder in den Gaskammer von Ausschwitz.

Weder diese Zwangsarbeiterlager noch die spätere Vertreibung der Deutschen ist in Ungarn jemals aufgearbeitet worden. Vielmehr begreifen sich die Ungarn als Opfer - heute wieder. Daher ist es wenig überraschend, dass in Ungarn rechtsextreme Positionen erneut salonfähig geworden sind. Im Mórer Kulturhaus halten völkische und offen antisemitische Gruppierungen ganz selbstverständlich Veranstaltungen ab, und zwar in einem Outfit, das dem der faschistischen Pfeilkreuzler ähnelt.

Darüber sollte zwischen den Partnern Mór und Freudenberg gesprochen werden, unbedingt!

Link
http://www.bundesarchiv.de/zwangsarbeit/haftstaett...

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3 Kommentare zum Beitrag
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Natalie Parello aus Sarstedt am 17.03.2011 um 04:39 Uhr  
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Rainer Beel aus Freudenberg am 17.03.2011 um 07:41 Uhr  
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Natalie Parello aus Sarstedt am 22.03.2011 um 03:03 Uhr  
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