Bachhaus Eisenach: Lichtinstallation von Ingo Bracke ab 20. März 2011

 

Eisenach: Bachhaus | ERÖFFNUNG: 20. März 2011, 21.00 Uhr
Lichtinstallation am Bachhaus Eisenach
„IN VERSUS F: Licht als Partitur - Architektur als Klang“
„IN VERSUS F: Score of Light - An Architectural Tune“ von Ingo Bracke


Ab dem 20. März 2011, dem Vorabend des 326. Geburtstages von Johann Sebastian Bach, wird die Lichtinstallation „IN VERSUS F: Licht als Partitur - Architektur als Klang“ des deutschen Künstlers Ingo Bracke (geb. 1972) an Wochenenden und zu besonderen Anlässen am Bachhaus Eisenach zu sehen sein. Die in Deutschland seltene ständige Dauereinrichtung eines Lichtkunstwerks wurde durch die Sparkassenstiftung der Wartburgregion gefördert.

In einer „Nacht der (Licht-)Kunst“ hatte Ingo Bracke bereits am 13. Dezember 2008 visuelle Assoziationen zwischen dem Neubau am Bachhaus und dem ehemaligen Ausstellungspavillon des VEB Eisenmobilwerk Eisenach kreiert. Der große Zuspruch auf dieses Projekt war Anlass dafür, die temporäre Aktion in eine Dauerinstallation zu überführen. Ingo Bracke überzeugte die Leitung der Bachhaus-Leitung und die Förderer neben seinem hohen künstlerischen Einsatz durch eine thematisch und formal dichte Auseinandersetzung mit dem Schaffen
J. S. Bachs.

„IN VERSUS F: Licht als Partitur - Architektur als Klang“

Ingo Bracke ordnet für „IN VERSUS F“ Lichtelemente im Sinne einer visuellen Partitur. Er paraphrasiert musikalische Kompositionstechniken wie Reihung, Spiegelung, Krebsgang, Parallel- und Engführung. Materielle Basis für dieses grafische Prinzip sind die rautenförmigen Raster des vom Kasseler Architekturbüro Penkhues ausgeführten preisgekrönten Gebäudes. Ingo Brackes Licht bezieht sich auf horizontale und vertikale Konstanten im Schaffen J. S. Bachs: Komplexe Fugenkonstrukte und generalbasshafte Grundelemente sind die Koordinaten für Lichtgesten, die mit Improvisationen und Verzierungen auch ein heute verlorenes Moment barocker Musikpraxis beinhalten.

Theatrale Mittel sind als wesentlicher Akzent in den interdisziplinären Arbeiten Ingo Brackes verankert, Aktionsräume findet er in Architektur- und Naturensembles. Als Meisterschüler von Johannes Leiacker wirkte er 2002 an der Produktion von Monteverdis „L’Orfeo“ im Festspielhaus Baden-Baden mit. In der Klosterkirche Wittenburg gestaltete er 2003 eine performative Deutung des „Actus tragicus“ von J.S. Bach.

Die Installation Ingo Brackes mit ihren theatralen und intermediellen Bezugspunkten macht das gesamte Ensemble des Bachhauses – Gebäude, historische Wohnräume, Ausstellung und Archiv – als Einheit fassbar. Sie setzt damit ein visuelles Signal für die aktive Auseinandersetzung mit dem Vermächtnis J. S. Bachs und dessen Geschichte. „INVERSUS F“ ist das abstrakte Pendant des bildlich-gegenständlichen Bachdenkmals von Adolf von Donndorf (1884) vor dem Bachhaus und eine musikalisch assoziierte Brücke zum skulpturalen Neubau des Architekten Prof. Berthold Penkhues, eines Schülers von Frank O. Gehry.


VITA : Ingo Bracke (Sydney-Singapore-Saarbrücken)
Ingo Bracke (geb. 1972) gehört durch seine großen Licht- und Klang-Installationen am Loreleyfelsen („IchWeissNichtWasSollEs“, Eröffnung der Luminale 2008) und am Hambacher Schloss (175 Jahr-Feier) zu den wichtigen Lichtkünstlern der jüngeren Generation. Mit der australischen Installationskünstlerin Mary-Anne Kyriakou leitet er das „Smart Light Festival“ (Sydney 2009 und 2011, Singapore 2010 und 2012), in dem ausschließlich LED- und energiesparende Licht-Energien verwendet werden. „Smart Light Festival Singapore“ ist das erste große Lichtkunst-Festival in Asien, eine Fortsetzung ist geplant für 2012.
Der diplomierte Architekt, Meisterschüler der Klangkünstlerin Christina Kubisch und des Bühnenbildners Johannes Leiacker, gestaltete Lichtinstallationen z. B. am Loreleyfelsen, am Berliner Dom, an der Berliner Siegessäule, am Magdeburger Dom und mehrfach (zuletzt im Januar 2011) in der Börse Frankfurt a. M.. Seit 2001 leitet er die interdisziplinären Kunstzyklen „wolkenhain.aktionen“ im Rahmen des Kultursommers Rheinland-Pfalz an bedeutenden Baudenkmälern und in Naturräumen. Mit der Licht- und Klang-Installation „Felsenzauber. Eine begehbare Landschaftsmalerei“ machte Ingo Bracke 2010 die Gießenbachklamm bei Kiefersfelden an der bayerisch-tirolischen Grenze zur größten temporären Kunstmeile Deutschlands. Im Frühjahr 2011 führt er eine dauerhafte Lichtinstallation am Fritz-Walter-Stadion Kaiserslautern aus.
Als szenischer Gestalter von Konzerten (z. B. mit der Deutschen Radiophilharmonie (Dirigent: Christoph Poppen) in der Fruchthalle Kaiserslautern) und Oratorien („Hiob“ von Carl Ditters von Dittersdorf in der Klosterkirche Wittenburg u. a.) ist der Empfänger des Stuttgarter Theaterpreises (2008) ein Pionier für neue Präsentationsformen klassischer und neuer Musik. 2007 kreierte Ingo Bracke das Licht für die szenische Produktion der „Matthäuspassion“ von J. S. Bach in Rovigo und Bozen (Regie: Hans-Martin Scholder, Choreografie: Ismael Ivo).
Die Eröffnung „IN VERSUS F“ folgt auf zwei weitere bedeutende Kulturveranstaltungen zum Bach-Geburtstag:
Sonntag, 20. März 2011, 15.00 Uhr
In Anwesenheit des Künstlers wird das Bach-Gemälde „So kämpfet nun, ihr muntern Töne!“ (2004) von Johannes Heisig (geb. 1953) feierlich in die Dauerausstellung des Bach-Museums integriert.
Seine privaten Eigentümer überlassen das zweite der beiden großformatigen Bach-Gemälde des bekannten Berliner Malers, Porträtisten, Grafikers und Kunstprofessors dem Bachhaus. Das erste Bach-Gemälde eines der bedeutendsten Repräsentanten der figurativen Malerei hängt bereits seit 2007 im Foyer des im gleichen Jahr eröffneten Bachhaus-Neubaus.

Sonntag, 20. März 2011, 17.00 Uhr – Georgenkirche (Taufkirche von J. S. Bach)
Thüringer Bachwochen 2011 – Sonderkonzert
Johann Sebastian Bach (1685-1750) Johannes-Passion BWV 245
Teilnehmer der Meisterkurse Gesang - JSB Ensemble - Chor der Bachwoche
Musikalische Leitung: Helmuth Rilling - Choreinstudierung: Kathy Romey, Stefan Weiler

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