Klöster laden ein zur Pause von einem Leben in Hektik
Billerbeck: Kloster Gerleve | Christen suchten sich im Laufe der Zeit eine neue Art und Weise ihrem Ruf zu entsprechen. Wer Jesus nachfolgen wollte, wählte ein Leben der Stille und Enthaltsamkeit. Dieses alles fand nach dem Beispiel Jesu in der Wüste statt, weil dort der Ort vermutet wurde, an dem die bösen Mächte zuhause sind, die die Menschheit in Versuchung führen. Hier lebte jeder allein und fand Gemeinschaft nur in liturgischen Feiern oder geistlichen Gesprächen mit anderen Einsiedlern.
Immer mehr Menschen verspürten die Sehnsucht, diese neue Form der Nachfolge zu leben.
Pachomius, ein ägyptischer Bauernsohn, erkannte, dass die Gemeinschaft dabei hilfreich ist und man diese kleinen “Inseln“ der Stille nicht mehr nur in der Wüste suchen musste.
Er gründete zwischen 320 und 325 die erste Mönchsgemeinschaft.
Die Mönche lebten gemeinsam in Häusern, die von der Außenwelt durch Mauern abgetrennt waren.
Die sogenannten “3 evangelischen Räte“: Armut, Ehelosigkeit, Gehorsam entstanden aus einer von ihm aufgestellten Regel. Die Armut wurde gelebt, indem der gesamte Besitz der Gemeinschaft als Eigentum Christi gesehen wurde. Der Gehorsam gegenüber der Leitung des Klosters sollte eine nach persönlicher Leistung entstehende Rangordnung verhindern.
Das Leben in den Klöstern blieb aber nur einer kleinen Schar von Gläubigen vorbehalten.
Die Mönche verstanden sich als Nachfolger der Märtyrer, die dem drohenden Verfall des christlichen Lebens nach Beendigung der Verfolgung, durch ihre asketische Lebensweise abwenden wollen.
Bis in die heutige Zeit haben Klöster nichts von ihrer Anziehungskraft verloren. Es gibt zwar weniger Menschen, die ihr Leben dort ganz verbringen möchten, doch gerade in der momentanen hektischen Zeit finden sich immer häufiger Gäste in den Klöstern ein.
Man kann dort Stunden, Tage, Wochen oder Monate leben.
Ganz nach persönlichem Bedarf gibt es fertige Programme oder individuell aufgestellte Tagesabläufe.
Auch ein Mitleben auf Zeit mit Mönchen oder Nonnen ist möglich.
Immer bringt ein Aufenthalt im Kloster Ruhe und oft auch Ordnung in den Alltag derer, die sich darauf einlassen.
Die Zeiten, die dort verbracht werden, sind purer Gewinn.
Hinter dicken Klostermauern leben übrigens durchaus Menschen, die mitten im Leben stehen und uns viel Hilfreiches zu sagen haben.
Ist es nicht eher so, dass die Mauern um alle, die ihren Alltag durch Hektik im Kampf um Erfolg verbringen um vieles dicker sind als die, die ein Kloster mehr verzieren als abschirmen?
Die folgenden Fotos sind am Wochenende vom 9. bis 10. April im Kloster Gerleve ( Benedektinerabtei)entstanden.
Eine Gruppe von Garbsener Jugendlichen und Erwachsenen war in dieser Zeit dort zu Gast.



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