16. Büchermesse Mainz

16 Mainzer Bücher-Messe
 
Saphir im Stahl Verlag
Die rheinlandpfälzische Hauptstadt Mainz hat als Gutenbergstadt ein ganz eigenes Verhältnis zu Büchern. Ein besonderer Anlaufpunkt ist sicherlich das Institut für Buchwissenschaft an der Uni aber auch eine grosse Anzahl an Verlagen trägt dazu bei, dass Mainz eine Stadt des Buches geworden ist. Darunter sind viele bekannte, wie der Philipp von Zabern Verlag, Schott Music und der Verlag Hermann Schmidt, die den Standort Mainz mit ihren Verlagsprogrammen literarisch bereichern. Auf der Büchermesse gehören gerade kleinere Verlage wie der Kinzelbach Verlag, der Bickenbacher Verlag Saphir im Stahl, Wind und Sterne, Ahriman Verlag, und andere zum Anbieterkreis. Sie zielen mit ihrem verlegerischen Angebot auf eine ganz bestimmte Leserschicht.
Inzwischen besitzt die Landeshauptstadt drei unterschiedliche Buchmessen. Da ist die inzwischen historische Minipressenmesse, die alle zwei Jahre veranstaltet wird, die ganz neue Rheinlandpfalz Buchmesse, der es gut angestanden hätte in einer anderen pfälzischen Stadt auszustellen und natürlich die Mainzer Büchermesse, die seit nunmehr sechzehn Jahren im Rathaus veranstaltet wird. Seit bereits 16 Jahren bietet die alljährliche Messe unter verschiedenen Schwerpunktthemen einen Einblick in die literarische Vielfalt der Gutenberg-Stadt. Die Büchermesse bietet Regionalen Verlagen, Vereinen und Verbänden eine Plattform zum Austausch mit Lesern und Kollegen.
Alljährlich im November stellt die Arbeitsgemeinschaft Mainzer Verlage im Rathaus die Mainzer Büchermesse vor. Die Verlegerinnen Donata Kinzelbach und Sigrid Fechner-Sabo präsentieren diese Büchermesse mit einem umfangreichen Rahmenprogramm, dieses Jahr unter dem Motto: „200 Jahre Rheinhessen“. Die Mainzer Kulturdezernentin Marianne Grosse eröffnet am Nachmittag mit kleiner Verspätung kurz nach 14 Uhr die 16. Mainzer Büchermesse. Sie sprach das Hauptthema der diesjährigen Messe, das 200-jährige Jubiläum von Rheinhessen im kommenden Jahr, ebenso an, wie das Engagement der Kleinverleger und vor allem der Veranstalterinnen. Donata Kinzelbach, bereits seit Anfang an dabei, sprach nach der Kulturdezernentin ein paar einleitende Worte. Die zweitätige Bücherausstellung im Mainzer Rathaus gilt als Leistungsschau rheinhessischer Verlage, veranstaltet von der Arbeitsgemeinschaft Mainzer Verlage. In Kooperation mit dem Kulturamt der Landeshauptstadt Mainz erwarteten die Besucher Lesungen, Vorträge, Diskussionen und Gespräche. Ein ganztägiges Café sowie die Ziehung der Gewinner des Büchermesse-Quiz am Sonntagabend sorgen für abwechslungsreiche Abwechslung. Die Gitarrenvirtuosen Uli Falk und Adam Yashoua gaben der Veranstaltung zudem einen musikalischen Rahmen. Mehrere Verlage präsentierten im Rahmen des Veranstaltungsprogramms ihre Werke. Den Auftakt bildete die Lesung des Journalisten und ehemaligen ZDF-Intendanten Prof. Markus Schächter. Der Titel seines Buches lautet: Die Messdiener – Von den Altarstufen zur Showbühne. Ein Höhepunkt war die Präsentation des Mundart-Poeten Volker Gallé. Mit seinem Programm Drunner unn driwwer traf er das diesjährige Motto der Messe. Dr. Georg Drenda vom Institut für Geschichtliche Landeskunde der Uni Mainz ist mehr bei den Vorträgen zu hause. Er referierte zum Thema: Rheinhessen: eine Region – viele Dialekte.
Kleinen Verlagen gelingt es selten mit ihren Büchern in die Buchhandlungen zu kommen. So ist diese Büchermesse mit ihrem regionalen Bezug der beste Weg, in den direkten Kontakt zu den Lesern zu kommen. Bei einem Rundgang mit einem geschulten Blick auf die Verlagsprogramme zeigt sich die Vielfalt.
Ein Blick auf die Klein-Verlags-Szene bestätigt, hier sind viele Spezialisten am Werk. Das Verlagsspektrum konzentriert sich entweder auf wenige Autoren oder ganz bestimmte Themen. Etwa wie bei der Autorin Alexandra Bauer, die sich ganz auf ihre Fantasy-Romane konzentriert. Es ist sicher kein typisches Kennzeichen für die regionale Verlagslandschaft, sich auf wenig zu konzentrieren. Etwa wie der Verlag Wind und Sterne mit seinem Phantastik- und Krimiprogramm. Der Verlagsleiter von Saphir im Stahl meint dazu, dass eine zu spezielle Typisierung aber auch Probleme bereitet. Sein Verlag bietet Phantastik, Historisches und Regionales. Aber die Grenzen sind schwimmend. So ist sein Rübezahl nicht nur der Phantastik und der regionalen Sagenwelt zuzuordnen, sondern auch ein historisches Werk. Das Original wurde vor 1900 gedruckt und nur die deutsche Frakturschrift wurde durch Garamond ersetzt. Die Schriftsprache wurde beibehalten, um auch zu zeigen wie sich die Sprache weiterentwickelt und wie sie heute nach der x-ten Rechtschreibreform anders aussieht. Im weiteren Verlauf des Besuchs, gelangt man auch an den Kinzelbach-Verlag der Veranstalterin Donata Kinzelbach. Seit 20 Jahren beschäftigt sie sich literarisch erfolgreich auf den Maghreb, reist mit ihren Autoren aus Marokko, Algerien und Tunesien zu Lesungen in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz. Sie besucht grosse Messen wie Frankfurt oder Algerien, aber eben auch, oder deswegen, die Mainzer Büchermesse. Frau Kinzelbach verlegt nur Autorinnen und Autoren, von deren Werken sie überzeugt ist. Diese Auswahl treffen auch andere Klein-Verlage. Auf diese Weise ist ein Klein-Verlag eher familiär. Man kennt sich untereinander, respektiert sich. Mit der Spezialisierung beweist man eigene fundierte Kenntnisse und die Bereitschaft, seine Autorinnen und Autoren auf ihrem literarischen Weg zu begleiten und zu fördern.
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