„Sport fördert Integration“

Die Vertreter der Ahmadyya Gemeinde, v.l. Mohammad Ilyas, Rafi Ahmad Khan, Qamar Ahmad Ata, Bürgermeister Bernd Schmidt, Ortsvorsteher Andreas Feußner, Raja Saleem Afjal, Abdul Wassay Ehaudhuy, Kreistagsabgeordneter Joachim Ciliox und Mashkoor Ahmad
 
Die Fußballteams des FSV Buchenau und einer Auswahl des Ahmadiyya Fußballteams Marburg zusammen mit den Ehrengästen

Dautphe: Sportplatz Buchenau | Unter diesem Motto stand ein interkulturelles Fußballfreundschaftsspiel am letzten Samstag im Dautphetaler Ortsteil Buchenau.

Zu dieser etwas außergewöhnlichen Begegnung trafen sich die Alten Herren des FSV Buchenau und eine Auswahl des Ahmadiyya Gemeinde Marburg aus ganz Mittelhessen. Diese Gemeinde mit der offiziellen Bezeichnung Ahmadiyya Muslim Jamaat (AMJ) ist eine weltweit offene Reformgemeinde des Islams. Sie ist seit 120 Jahren für ihre Friedfertigkeit, Toleranz und interreligiösen Dialog bekannt und vertritt die ursprünglichen Werte des Islams, nämlich: Bramherzigkeit gegenüber allen Menschen, absolute Gerechtigkeit, Ablehnung jeglicher Gewalt und Trennung von Religion uns Statt. „Unsere Gemeinde hat weltweit etwa 200 Mio. Mitglieder, davon leben ca. 30.000 in Deutschland“, stellte Qammar Ahmad, ehrenamtlich zuständig für Sport und Gesundheit der Gemeinde für ganz Deutschland in seiner kurzen Ansprache fest. Er war eigens aus Frankfurt für dieses „Freundschaftsspiel“ angereist.

Eingefunden hatten sich bei allerbestem Fußballwetter an diesem Nachmittag neben den führenden Mitgliedern aus der AMJ-Gemeinde auch Dautphetals Bürgermeister Bernd Schmidt (FW), Kreistagsabgeordneter Joachim Ciliox (SPD), Buchenaus Ortsvorsteher Andreas Feußner (CDU) sowie der Vorsitzende des FSV Buchenau, Lothar Dönges und der Abteilungsleiter der Alten Herren, Robert Dreher.

Alle ließen es sich nicht nehmen, ein kurzes Grußwort abzugeben. Insbesondere Bürgermeister Schmidt freute sich über diese schöne Aktion, denn „oft wird über Integration nur gesprochen, aber hier wird auch gehandelt“, betonte er ausdrücklich.

Natürlich gab es zuvor noch ein gemeinsames Gruppenbild der beiden Fußballteams mit den Ehrengästen. Auf dem mitgeführten Transparent der AMJ-Gemeinde stand in großen Lettern: „Liebe für alle Hass für keinen“. Ein Motto der Gemeinde, die stets bemüht ist, sich konstruktiv am gemeinsamen gesellschaftlichen Zusammenleben zu beteiligen – ein gelebtes Beispiel fand an diesem Tag in Buchenau statt.

Schon vor dem Spiel tauschten beide Mannschaften kleinen Andenken an das Spiel aus, bevor kein anderer als Biedenkopfs Kreisfußballwart Heinz Schmidt das Spiel beider Teams anpfiff. Dabei spielte das Ergebnis eigentlich eine untergeordnete Rolle – denn an diesem Tag hatten eigentlich schon alle gewonnen, zumindest an Erfahrung und gegenseitiger Wertschätzung.

Es entwickelte sich ein flottes Spiel zwischen den Alten Herren des FSV Buchenau und den überwiegend erheblich jüngeren Spielern der Auswahl, das der amtierende Ü35-Kreismeister aus dem Hinterland jedoch trotzdem mit 4:1 gewann. Das Spiel war zwar gelaufen, jedoch noch lange nicht die Aktionen Drumherum.

Ein Helferteam der AMJ- Gemeinde aus Marburg hatte nämlich zwischenzeitlich kulinarische asiatische Köstlichkeiten zubereitet und baute diese im Sportheim des FSV auf, ein Buffet das sich sehen lassen konnte. Rafi Ahmad Khan, in der Gemeinde ehrenamtlich zuständig für den Sport über 40, bedankte sich nochmals rechts herzlich beim Coach des FSV, Gerd Fischbach, für die gelungene Aktion und gelebte Integration, „die sicherlich im nächsten Jahr eine Fortführung erfahren wird, dann jedoch in Marburg“, so Kahn abschließend.

Satt und bei vielen interessanten Gesprächen klang der Tag dann abends aus.

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Hinterland extra | Erschienen am 09.11.2011
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