Zeigt her unsere Kirchen...: Pfarrkirche St. Michael, Anzefahr !

Die Anzefahrer Kirche St. Michael heute.
 
Ein Bild aus vergangenen Tagen. Der Friedhof wurde in den 30-iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts an einen anderen Standort verlegt.

Kirchhain: Kirche St. Michael | Für jeden Besucher ist in Anzefahr einiges SEHENSWERT, z. Bsp. die Mühle, das Pfarrzentrum und natürlich auch die schönen Fachwerkhöfe. Von weitem sichtbar ist der Kirchturm der Anzefahrer Pfarrkirche und zwar unabhängig davon, ob man aus Richtung Marburg oder Kirchhain kommt.

Angeregt durch den Artikel von Melanie Schneider "Zeigt her unsere Kirchen..." möchte ich Sie heute zu einem Besuch der Kirche St. Michael einladen. Durch den Haupteingang betreten wir den hellen freundlichen Kirchenraum. Die Sonne leuchtet durch eine bunte Mosaikwand auf den Altarraum. Die Orgel befindet sich auf der Empore, direkt über dem Haupteingangsbereich. Zwischen dem Eingangsbereich und der Sakristei sehen wir ein prächtiges Deckengemälde von G.F. Ester aus Garmisch-Partenkirchen. Im Kircheninneren finden wir auch die Kreuzwegstationen, eine Liste aller Pfarrer die seit der Zugehörigkeit zum Bistum Fulda hier tätig waren und vor allem eine Figur des Kirchenpatrons, des Heiligen Michael.

Nun auch noch ein paar Einzelheiten zur Geschichte der Kirche:
Über dem Haupteingang ist zwar deutlich die Jahreszahl "1711" zu lesen, jedoch sind keine schriftlichen Unterlagen vorhanden, die uns über das Geschehen näher Auskunft geben. Auf Grund von Dokumenten ist jedoch bekannt, dass am 01. Oktober 1726 der Weihbischof Ignaz von Gudenus aus Erfurt Kirche und Hochaltar in Anzefahr weihte. Seither ist der Heilige Michael der Kirchenpatron.

Hinweise darauf, dass die Kirche von Anzefahr jedoch wesentlich älter ist, finden wir zunächst einmal in den unterschiedlichen Baustilen, dem barocken und dem gotischen. In alten Urkunden finden sich weiter Hinweise. So wird bereits im Jahre 1254 eine Kapelle in Anzefahr genannt und im Jahre 1364 finden sich Hinweise auf einen Pfarrer.

Die Pfarrei Anzefahr, zu der seit dem Jahre 1618 auch die Kirchengemeinden Himmelsberg, Sindersfeld und Stausebach zählen, war bis zum Jahre 1821 Teil des Bistums Mainz. Durch die päpstliche Bulle vom 16.08.1821 wurde die katholische Bevölkerung Kurhessens dem seit 1752 bestehenden Bistum Fulda zugeordnet.

In einem Artikel der Oberhessischen Presse vom 8. September 1976 lesen wir:
"...Aber auch die Kirche von Anzefahr ist weit älter als die am 1. Oktober 1726 geweihte. Kirchenhistoriker weisen darauf hin, daß das Patrozinium des hl. Michael bei Kirchen in Oberhessen besonders häufig ist. Sie führen das zurück auf die Gründung des Missions-Klosters in Amöneburg, wo Bonifatius 721 die Missionierung des mitteldeutschen Raums begann. Dieses Missionskloster stattete er später mit einer Michaelskirche aus. Neugründungen im Zuge der Missionierung wurden meist nach der Mutterkirche benannt. ..."

Die Kirche St. Michael in Anzefahr hat immer wieder bauliche Veränderungen erfahren. Mit einer feierlichen Neuweihe der Kirche am 7. September 1975 wurde die sicher größte bauliche Veränderung zu einem glücklichen Abschluß gebracht. Die Neuweihe wurde notwendig, da die alte Kirche "wesentlich erweitert" worden war: die Nordwand des barocken Kirchenschiffs wurde eingerissen, der nach Osten orientierte gotische Chor blieb zwar erhalten, der dort stehende Hochaltar wurde aber weggenommen und ein neuer Hochaltar in dem nach Norden orientierten neuen Chor geschaffen.

Das Geläut der Kirche St. Michael besteht aus drei Glocken, in den Tönen:
"a" - Michaelsglocke aus dem Jahr 1965
"c" - Friedensglocke aus dem Jahr 1436
"d" - Elisabethglocke aus dem Jahr 1926.

Die Oberhessische Presse berichtet am Samstag, d. 3. Sept. 1959, über Veränderungen an der Orgel in der Anzefahrer Kirche:
"...Im Kirchenschiff von Anzefahr wird den ganzen Tag musiziert, denn die Orgelbauer aus Osnabrück sind mit dem Intonieren der umgebauten und erweiterten Barockorgel beschäftigt. Zwar sollte der alte Orgelprospekt erhalten bleiben, aber die Mechanik der Schleifladenorgel und die Klaviaturen wurden erneuert und ergänzt. Die Prospekt- und auch ein Teil der Innenpfeifen wurden durch Zinnpfeifen ersetzt. ...Die ältesten Metallpfeifen haben schon über 150 Jahre gedient, wurden immer wieder verändert, und der Winddruck mußte erhöht werden, da ihre Ansprache nicht präzise genug war. ...Die kleine Orgel besitzt zehn Register und die Anzahl der Pfeifen konnte auf etwa 700 erhöht werden..."

In dem Artikel von Bertram Bonacker "Feuerwehr Anzefahr lädt zur 20. Zeltkirmes und erinnert an den Kirchenbau vor 300 Jahren" finden Sie auch noch Informationen über die Kirche St. Michael von Anzefahr.

Begeben Sie sich nun gemeinsam mit mir auf einen Rundgang durch die Kirche St. Michael von Anzefahr.

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Weiterveröffentlichungen:

Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.Marburg extra, Anzeiger extra | Erschienen am 19.10.2011
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Karl-Heinz Töpfer aus Marburg am 16.10.2011 um 20:00 Uhr  
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Hans-Rudolf König aus Marburg am 18.10.2011 um 11:29 Uhr  
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