"Verzahnung mit Thüringen": Länderübergreifende Zusammenarbeit im Radwegebau vereinbart

Mario Voigt, Christian Carius, André Schröder und Daniel Sturm am ehemaligen Bahnübergang in Seidewitz.
 
Im Gespräch mit Thomas Böhm (Mitte), Matthias Darnstädt (3.v.r.), Wolfgang Börner (2.v.r.) und Curt Becker (r.).

Selten dürfte der kleine Ort an der Landesgrenze zu Thüringen Treffpunkt so vieler regionaler und überregionaler politischer Größen gewesen sein wie jüngst am Montag, dem 28. Februar. Auf Initiative des Radwegfördervereins sowie des Landtagsabgeordneten Daniel Sturm trafen sich hier nämlich unter anderem auch der Staatssekretär im Landesentwicklungsministerium, André Schröder, sowie der thüringische Minister für Bau, Landesentwicklung und Verkehr, Christian Carius, um über die Zukunft des Radweges auf der stillgelegten Bahntrasse zwischen Zeitz und Camburg zu beraten.

Die ist, zumindest was die Weiterführung des künftigen Teils der Rad-Acht auf Thüringer Seite betrifft, längst noch nicht in trockenen Tüchern. Denn während zwischen Zeitz und Osterfeld bereits im Frühjahr der Baustart erfolgen wird, so steht man in Thüringen erst ganz am Anfang der Planungen. Wie die Verbandsgemeindebürgermeisterin Kerstin Beckmann, die zugleich Vorsitzende des Fördervereins ist, zu Beginn bemerkte, konnten bereits 1,28 Millionen Euro Fördermittel für den Ausbau von insgesamt 21 Kilometern von Zeitz bis Utenbach übergeben werden. Ziel sei es nun, darüber hinaus die verbleibenden acht Kilometer auf thüringischem Gebiet bis 2013 zu realisieren. So nutzte man die Gelegenheit einer Ortsbefahrung, um sich ein Bild über den späteren Verlauf des Radweges zu machen und stoppte zwischen den Dörfern Sieglitz und Schinditz, von wo aus der Camburger Bürgermeister Thomas Moritz auf mögliche Routen verwies.

Danach setzte man die Beratung im Seidewitzer Dorfgemeinschaftshaus fort, an der auch zahlreiche Bürgerinnen und Bürger der umliegenden Orte teilnahmen. Hier machte Carius deutlich, dass im Unterschied zu Sachsen-Anhalt der Umbau der stillgelegten Bahntrasse zu einem touristischen Weg nicht im Thüringer Radwegekonzept vorgesehen ist, was die Finanzierung eines solchen Planes erschwert. Zudem müsse natürlich Rechtssicherheit in Eigentumsfragen bestehen sowie gegebenenfalls Alternativrouten erarbeitet werden. Grundsätzlich sprach er sich jedoch für die Mitarbeit am Projekt aus, handelt es sich hierbei schließlich um eine landschaftlich sehr reizvolle Gegend. Außerdem sei die Strecke aufgrund ihrer relativ anspruchslosen Steigung für Radfahrer jeden Alters geeignet. Es gebe verschiedene Fördermöglichkeiten, die bedient werden könnten, beispielsweise aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Einig waren sich alle Beteiligten darin, dass es in puncto Radwegbau eine enge Zusammenarbeit zwischen den Bundesländern geben müsse. „Die Verzahnung mit Thüringen ist jetzt entscheidend“, so Schröder. Der künftige Radweg biete endlich auch die Chance des touristischen Anschlusses derjenigen Orte, die in der Vergangenheit meist zu kurz kamen, betonte zum Schluss der Schkölener Bürgermeister Matthias Darnstädt. Nur gemeinsam sei man stark genug, diese Aufgabe zu bewältigen. Aufgrund der seit jeher bestehenden engen Zusammenarbeit der Menschen an der Landesgrenze sollte das Gelingen dieses Projektes jedoch kein Problem darstellen, so der Grundtenor.

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