Nachlese zum 210.Brandfest in Prießnitz

Mit einem Brandfest wird in Prießnitz, einem 320-Seelen-Dorf in der Nähe von Camburg (Kirchenkreis Eisenberg), alljährlich am 16. Oktober an ein Ereignis erinnert, das nun schon 206 Jahre zurückliegt.

Nach der verlustreichen Doppelschlacht zwischen den französischen Truppen und dem preußischen Heer bei Jena und Auerstedt, die am 14. Oktober 1806 mit dem Sieg der Franzosen endete, waren am darauffolgenden Tag in unmittelbarer Nähe des Ortes französische Soldaten überfallen und einige von ihnen getötet worden. Ein Ereignis, für das die napoleonischen Truppen die Prießnitzer verantwortlich machten und deshalb an ihnen ein Exempel statuieren wollten.

Dem Dorf drohte Brandschatzung und den Einwohnern mit Ausnahme von Frauen, Kindern und Greisen die Erschießung. Auf einem Platz, dem heutigen Angstplatz, wurden die Prießnitzer in den Morgenstunden des 16. Oktober zusammengetrieben, um ihnen das Urteil bekannt zu geben. Christian Gottlob Leberecht Großmann, der Sohn des Ortspfarrers, der in Jena Theologie studierte und des Französischen mächtig war, beschwor den Kommandanten der französischen Einheit, das Urteil nicht zu vollstrecken, zumal es mit Frauenprießnitz und Kleinprießnitz in der Nachbarschaft andere Orte mit ähnlichem Namen gebe. Davon unbeeindruckt wurde der Ort in Brand gesetzt. 24 der 40 Häuser wurden so Opfer der Flammen.



Dieses Jahr gab es zum 210. Jahrestag einen historischen Festumzug, eine Modenschau und ganz viel Unterhaltung drum herum. Wie gewohnt gab es leckeren selbstgebackenen Kuchen und Blasmusik der Schkölner Blasmusikanten, das alljährliche Erntedankfest verbunden mit einem Kinderfest, Bogenschiessen, Ponyreiten und Herbstmarkt.

Zu den Feierlichkeiten am 16.Oktober gab es in diesem Jahr eine Überraschung der besondereren Art für alle Anwohner und Gäste. Seit Wochen ging es montags bei Hildegard Kühn immer ganz wuselig zu. Sachen wurden sortiert, Kleider anprobiert und zu geordnet. Mit Hilfe von Fam. Rudat und Fam. Jork, Ilona Liersch, Roland und Doris Krautzberger wollte Sie sich Ihren Traum von einer historischen Modenschau erfüllen, Kleider im Wandel der Zeiten. Viele Priessnitzer trugen dazu bei, brachten Kleider aus längst vergangenen Zeiten. Als Models dienten die Priessnitzer Damen und Herren höchstpersönlich. Ein Höhepunkt war die Präsentation der Konfirmationsmoden durch "Jungmodels" . Zum krönenden Abschluss gab es eine Aufreihung festlicher Mode. Eine gelungene Überraschung für alle, die viel verdienten Beifall erntete. Lieben Dank an die kreativen Organisatoren.
2
2
1
1
1
1
1
1
1
1
1
2
Diesen Mitgliedern gefällt das:
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.