200. Jahrestag der Schlacht von Waterloo

  Bereits im Herbst 2013 zu den Feierlichkeit anlässlich des 200. Jahrestages der Völkerschlacht in Leipzig entstand die Idee im Heimatverein Priessnitz, wir könnten doch alle Mann 2015 nach Waterloo reisen. Sind wir als Priessnitzer mit unserer Dorfchronik stark verbunden mit den Napoleonischen Kriegen, waren es doch französische Soldaten, die unseren Ort 1806 niederbrannten. Eine Randgeschichte zu Jena und Auerstedt.

Der Plan war geboren und ich als gelernte Reiseverkehrskauffrau organisierte die Reise. Da ich es liebe, Gruppenreisen zu planen und zu begleiten, setzte ich mit Halle-Reisen in Verbindung. Auch der Veranstalter war von der Idee sofort begeistert und stellte eine tolle Reise zusammen. Diese wurde sogar deutschlandweit beworben und so geschah es dann. Am 18.06.2015 startete ein Reisebus Richtung Waterloo, beladen mit 48 Reisegästen quer aus Deutschland. Darunter Sachsen, Brandenburger, Thüringer, Hessen und Bayern u.a. . Die Mischung hätte nicht ausgefallener sein können, doch eines verband die Truppe, das Interesse für Napoleon, Wellington, Blücher und vorallem Militärgeschichte. Für mich als langjährige Reisebegleiterin eine völlig neue Erfahrung. Da reisten Opas mit Ihren Enkeln und Väter mit Söhnen im Bus 12 Stunden nach Belgien, um Geschichte hautnah zu erleben und Gleichgesinnte zu treffen.
Auch ein paar Frauen hatten sich mit eingefunden, wohl eher aus Liebe zu Ihren militärfanatischen Männern. So auch ich, hatte ich die Reise doch meinem Mann zuliebe organisiert, ein Ur-Priessnitzer, der schon zu den Jubiläen in Auerstedt, Lützen und Dennewitz dabei war.

Angekommen in Waterloo, ließen wir uns mitreißen von der Geschichte. Am ersten Abend erlebten wir gleich eine einzigartige Lichtershow mit Musikfeuerwerk, Tänzen und Fotos . Manche der Reisenden waren nun schon 20 Stunden auf den Beinen aber die tolle Show hielt uns wach.

Sicherlich ist es fraglich, ob man solche Schlachten, wo Tausende Menschen, Ihr Leben opferten, nachstellen und feiern muss. Doch es ist gelebte Geschichte, ein Eintauchen in die Zeit von 1815, ein Gedenken der Opfer. Waterloo 2015, ein großes Freilichtmuseum der Schlacht. In den Biwaks fühlte man sich 200 Jahre zurückversetzt, die Laiensoldaten genossen das Lagerleben und man vergass für einen Moment die Hightech-Welt da draußen. In den Museen der Stadt konnte man Bilder des Gefechtes und Originalutensilien bestaunen und man erhielt einen Einblick, wie blutig Napoleons Niederlage in Wirklichkeit war.

Die eigentliche Schlachtnachstellung mit 5000 Soldaten und 300 Pferden war nur Beiwerk der Reise . Aber grad für die jüngere Generation ein Erlebnis und auch ein Aufrütteln und Bewusstsein für Geschichte.

Auch ich war beeindruckt vom Geschehen, von den Soldaten, historischen Uniformen und den vielen Hintergrundinformationen, die ich durch meine Reisegäste erhielt. Manche der Reisenden besitzen selbstgenähte originalgetreue Uniformen und nehmen regelmäßig an Biwaks teil. Sie sammelten neue Anregungen für Ihr Lagerleben und Ihre Ausrüstung.

Dachte ich doch am Anfang der Reise, es sind alles Fanatiker, ein wenig verrückt, musste ich am Ende der Reise feststellen, es sind ganz normale Menschen, die einfach an die Ereignisse erinnern möchten und dies detailgetreu. Denn nur wenn wir unsere Vergangenheit verstehen, können wir für die Zukunft lernen.
Einige von meinen Gästen basteln sogar Pferde und Soldaten in Miniatur selbst und stellen somit historische Schlachten nach. Herr Görz aus Bayreuth betreibt mit Freunden ein Militärmuseum in Oberfranken. Er hat als 13 jähriger den Film "Waterloo" im Kino gesehen und ist seitdem "infiziert", wie er selber sagt.

Ich werde in jedem Fall, diese Reisegruppe wieder begleiten, die nächsten historischen Reisen wurden schon während der Heimreise von Waterloo geplant.
Ich danke Halle Reisen und allen Gästen für dieses beeindruckende Erlebnis.

Es haben sich Freundschaften ergeben und man wird sich in jedem Fall, spätestens bei irgendeiner Schlachtnachstellung, mal wieder treffen.

Wer Interesse an den nächsten Reisen hat, einfach bei mir melden.

P.S. Es war nicht nur eine Reise nach Waterloo. Wir übernachteten in Brüssel und konnten diese wunderschöne Stadt am zweiten Tag bei einem Stadtrundgang bestaunen. Vorallem die Frauen waren erleichtert. Waren doch der große Markplatz mit Kathedrale und historischen Bauwerken, der Königsplast und nicht zu vergessen Maneken Pies ein Höhepunkt der Tour. Zum Bummeln und Verweilen blieb auch genügend Zeit.
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