Keine rechte Szene in Buttenwiesen

Gemeinderat diskutiert über angebliche Tendenzen

Intensiv beschäftigte sich der Buttenwiesener Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung mit der Berichterstattung zu Personenbelästigungen in Unterthürheim, die eine farbige Frau zum Wohnortwechsel veranlassten. Bürgermeister Norbert Beutmüller stellte klar, dass die Gemeinde Buttenwiesen alle Informationen über die Vorkommnisse im Rahmen des Machbaren an Landratsamt, Kreisjungendring und Polizei weitergeleitet habe.

Eine Verifizierung der Vorfälle sei allerdings nicht möglich gewesen, da die Verfolgungsbehörden wegen fehlenden Informationen und Anzeigen nicht konkret tätig werden konnten.

„Von einer organisierten rechten Szene in Buttenwiesen kann nicht gesprochen werden. Hierzu fehlen sämtliche Indizien“, führte Beutmüller in Einklang mit den polizeilichen Erkenntnissen aus.

Für die Mutmaßung, wonach das Jugendzentrum La Creche ein rechtes Zentrum sei, konnten anlässlich einer polizeilichen Durchsuchung keinen Beweise gefunden werden. Für einen einzelnen 17-Jährigen wurde wegen seines zweifelhaften Verhaltens Hausverbot erteilt. Mit der neuen Vorstandschaft des Jugendzentrums soll zum Schutz der Jugendlichen ein zielführendes Gespräch erfolgen.

Bürgermeister Beutmüller lehnt Pauschalverdächtigungen und -bestrafungen ab. Die Gemeinde Buttenwiesen macht viel für die Prävention. Ein vielfältiges Vereinsangebot mit gemeindlicher Unterstützung deckt ein breites Freizeitbedürfnis ab. Schulsozialarbeit und die soziale Koordinationsstelle „Bürger für Bürger“ sind weitere Anlaufstellen in der Gemeinde, die versuchen, Problemfälle zu verbessern.

In der intensiv geführten Diskussion verwiesen die Gemeinderäte auf die erfolgreiche Jugendförderung der Gemeinde: Mit großem finanziellen Aufwand wird die Jugendarbeit der Vereine sowie die Schulsozialarbeit an der Ulrich-von-Thürheim-Volksschule Buttenwiesen unterstützt. Dadurch können fast alle Jugendlichen in das gesellschaftliche Leben der Dörfer integriert werden. Bei problematischen familiären Verhältnissen werden frühzeitig Hilfestellungen gegeben.

Der Gemeinderat wird dieses Thema weiter ernst nehmen, im Auge behalten und ggf. zusätzliche Maßnahmen ergreifen (z.B. gemeindliche Jugendarbeit, Streetworker).

Die Gemeinderäte appellierten an die Bürgerinnen und Bürger, mehr Zivilcourage zu zeigen. Nur wenn sich Betroffene und Beobachter aus der Deckung der Anonymität wagen und rechtsradikale Vorfälle melden, kann es gelingen, diese frühzeitig zu unterbinden.

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