Gemeinderat Buttenwiesen diskutiert über Brauereibrunnen Lauterbach

Wasserhärte nicht allein entscheidend

In jüngster Zeit wurden an die Gemeinde Buttenwiesen wiederholt Überlegungen herangetragen, den Brauereinbrunnen in Lauterbach zukünftig für die gemeindliche Trinkwasserversorgung zu nutzen. Der Gemeinderat beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung ausführlich mit diesem Thema.

Zunächst wurde ein Brief von Xaver Röder (Stehlesmühle) an Bürgermeister und Ratsmitglieder verlesen, in dem wegen der geringeren Kalkhaltigkeit des Lauterbacher Wassers empfohlen wurde, dieses in Zukunft statt des kalkhaltigeren Wassers aus dem Pfaffenhofener Wasserschutzgebiet für die Trinkwasserversorgung des Gemeindegebiets zu verwenden.

Im Antwortschreiben bedankte sich die Gemeinde zunächst für das Engagement Röders für die Zukunft der gemeindlichen Wasserversorgung. Bei der Entscheidung über die zukünftige Trinkwasserversorgung ist die Kommune in ihrem Handeln nicht frei, sondern an Gesetze, Vorschriften, Genehmigungen und wasserrechtliche Erlaubnisse gebunden.

Eine Vielzahl von fachlichen Argumenten spricht jedoch nach dem jetzigen Kenntnisstand gegen seinen Vorschlag. Die Gemeinde stellt klar, dass die Qualität des Wassers nicht allein nach der Härte beurteilt werden kann. Bei Trinkwasseranalysen werden rund 125 Stoffe und Eigenschaften überprüft. Jeder dieser Parameter hat bestimmte Auswirkungen auf die Wasserqualität. So ist hartes Wasser reich an den lebenswichtigen Mineralien Calcium und Magnesium und dem menschlichen Organismus förderlich.

Nach der fachlichen Expertise des Wasserwirtschaftsamts Donauwörth ist die Trinkwasserversorgung des Gemeindegebiets Buttenwiesen durch den gemeindlichen Tiefbrunnen in Lauterbach und die gemeindlichen Brunnen in Pfaffenhofen mit qualitativ hochwertigem Wasser gesichert.

Die Einbeziehung des Brauereibrunnens in Lauterbach würde einige negative Folgen nach sich ziehen: So beträgt die Fördermenge des Brauereibrunnens nur die Hälfte von einem der Pfaffenhofener Flachbrunnen. Außerdem muss die Rohnetzhydraulik berücksichtigt werden. Bei den Brunnen in Pfaffenhofen stehen Fördermengen von 30 Liter pro Sekunde zur Verfügung. Wenn nur die Hälfte davon von Lauterbach nach Pfaffenhofen gepumpt werden müsste, würden bei höher liegenden Objekten in Lauterbach (z.B. Baugebiet Lindenfeld, Baugebiet Buchenland) Probleme beim Wasserdruck auftreten.

Für eine wirtschaftliche Beurteilung des Vorschlags von Xaver Röder müssen daher nicht nur die erheblichen Investitionen für den Weiterbetrieb des Brauereibrunnens in Rechnung gestellt werden, sondern auch eine Umgestaltung des Netzes mit zusätzlichem Pumpwerk samt der Mess-, Regelungs- und Steuerungstechnik mit allen Unterhaltungs- und Folgekosten gesehen werden.

Ein weiterer Grund gegen den Brauereibrunnen: Der gemeindliche Brunnen in Lauterbach und der Brauereibrunnen liegen nur ca. 430 Meter voneinander entfernt und sind ähnlich tief abgeteuft. Es werden gleiche Grundwasserleiter erschlossen. Bei Beeinträchtigungen in dem Gebiet wären beide Brunnen betroffen. In Pfaffenhofen ist die Lage der Brunnen zwar noch enger, bei Beeinträchtigungen besteht aber die Chance, zumindest den Tiefbrunnen mit einer Bodenüberdeckung von 208 Metern weiter nutzen zu können.

Trotz dieser ungünstigen Vorzeichen wird der Lauterbacher Brauereinbrunnen nicht von den Überlegungen zur zukünftigen Trinkwasserversorgung ausgeschlossen. Im Jahr 2015 laufen die Nutzungsrechte für die gemeindlichen Brunnen aus. Bis dahin müssen umfangreiche hydrogeologische Untersuchungen der Schutzgebiete mit neuen Schutzgebietsvorschlägen und Entwürfen von Schutzgebietsverordnungen vorgelegt werden. Von diesen Untersuchungen verspricht sich die Gemeinde weitere Erkenntnisse für die Zukunftsausrichtung der Wasserversorgung und insbesondere der Wasserschutzgebiete.

Obwohl nach dem derzeitigen Kenntnisstand und Lage der Fakten keine großen Chancen bestehen, für den Brauereibrunnen eine wasserrechtliche Erlaubnis zu erhalten, könnte dieser im Zusammenhang mit den anstehenden hydrogeologischen Gutachten untersucht werden. Um für die Zukunft keine eventuellen Chancen ungenutzt zu lassen, beschloss der Gemeinderat nach eingehender Diskussion, die fachliche Untersuchung der beiden Fassungsgebiete umgehend einzuleiten. Bei der Angebotseinholung für die hydrogeologischen Gutachten soll der Brauereibrunnen als Alternative mit betrachtet werden. Über die Auftragserteilung hinsichtlich des Brauereibrunnens wird nach Vorlage der Angebotswertung entschieden.

2 Klicks für mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie können dann mit einem zweiten Klick Ihre Empfehlung an Facebook senden.
Mit dem Aktivieren des Buttons erlauben Sie einen begrenzten Datenaustausch mit Facebook. Mehr dazu rechts unter .
2 Klicks für mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie können dann mit einem zweiten Klick Ihre Empfehlung an Twitter senden.
Mit dem Aktivieren des Buttons erlauben Sie einen begrenzten Datenaustausch mit Twitter. Mehr dazu rechts unter .
2 Klicks für mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie können dann mit einem zweiten Klick Ihre Empfehlung an Google+ senden.
Mit dem Aktivieren des Buttons erlauben Sie einen begrenzten Datenaustausch mit Google+. Mehr dazu rechts unter .
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen Webseiten Senden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.

Ähnliche Beiträge Übereinstimmende Themen:

Bürgersprechstunde von Bürgermeister Beutmüller... Bürgermeister Norbert Beutmüller bietet am Donnerstag, 2. Februar, wieder eine Bürgersprechstunde an. Sie findet von 16 bis 19 Uhr im Büro...
Bürgergespräch in Lauterbach am 19. Januar Die Gemeinde Buttenwiesen lädt alle Bürgerinnen und Bürger von Lauterbach am Donnerstag, 19. Januar, zum Bürgergespräch ein. Während bei der...
Entspannungssessel und Stressabbau im Rathaus... Gesundheitsvorsorge am Arbeitsplatz ist wichtige Aufgabe des Arbeitgebers In Zeiten von vermehrtem Stress im Beruf ist fast täglich über Burnout,...