Öffentliche Präsentation des Kurzführers „Jüdisches Buttenwiesen“
Europäischer Tag der jüdischen Kultur in Buttenwiesen
„Obwohl mit 40 Seiten nur ein schmales Heftchen, handelt es sich dennoch um ein gewichtiges Werk.“ Mit diesen Worten würdigte der Buttenwiesener Bürgermeister Norbert Beutmüller die neu erschienene Broschüre „Jüdisches Buttenwiesen. Einladung zu einem Rundgang“.
Zwei Aspekte waren ihm dabei besonders wichtig: Zum einen stellt der Kurzführer eine Buttenwiesener Gemeinschaftsleistung dar. Zahlreiche Einzelpersonen, Handwerksbetriebe und Firmen sowie die Gemeinde Buttenwiesen spendeten für das Heft. Ohne diese großzügige finanzielle Unterstützung der Sponsoren wäre an eine Realisierung nicht zu denken gewesen.
Die Mitglieder des Arbeitskreises „Jüdische Geschichte in Buttenwiesen“ trugen die Hauptlast der vorbereitenden Arbeiten: Sie versandten die Spendenbriefe, verwalteten die Spenden (mit Unterstützung des Heimatvereins Unteres Zusamtal), sammelten Material und Bilder (wobei sie auf die Sammlung des Buttenwiesener Heimathistorikers Franz Xaver Neuner zurückgreifen konnten), erstellten Textentwürfe und kommunizierten mit dem Verlag Medien und Dialog in Haigerloch (Baden-Württemberg), in dessen Reihe „Orte jüdischer Kultur“ die Broschüre erschienen ist.
Bürgermeister Beutmüller bedankte sich bei den Sponsoren, Arbeitskreismitgliedern und allen Mitarbeitern für ihr Engagement.
Der zweite Grund, in der Broschüre „Jüdisches Buttenwiesen“ ein gewichtiges Werk zu sehen, liegt nach Beutmüllers Worten im Thema begründet, der jüdischen Geschichte. Wie die meisten anderen ehemaligen „Judenorte“ tat sich auch Buttenwiesen lange Zeit mit seinem jüdischen Erbe schwer.
In den letzten Jahren ist ein Bewusstseinswandel eingetreten: Durch Ortsführungen, Vorträge und Ausstellungen sind die Gemeinde Buttenwiesen sowie ihre Bürgerinnen und Bürger bestrebt, ihrer Verantwortung gegenüber der Vergangenheit gerecht zu werden. Durch die Mitarbeit an der Broschüre und durch die finanzielle Unterstützung von vielen Seiten hat Buttenwiesen – so Beutmüller – ein klares Bekenntnis abgegeben: „Die jüdische Geschichte ist ein Teil unserer Geschichte, sie ist ein Teil unserer Identität. Buttenwiesen bekennt sich zu seiner jüdischen Vergangenheit.“
Mit einem virtuellen Rundgang durch Buttenwiesen bestätigte Dr. Johannes Mordstein, Sprecher des Arbeitskreises „Jüdische Geschichte in Buttenwiesen“, die Ausführungen des Gemeindeoberhaupts: „Man kann im Ortskern von Buttenwiesen nicht fünf Minuten herumwandern, ohne auf zahlreiche Zeugnisse der jüdischen Geschichte zu treffen.“ Synagoge, Ritualbad, jüdischer Friedhof, Marktplatz, Donauwörther Str. mit dem markanten Dura-Luchs-Haus (Donauwörther Str. 24 mit unverwechselbarem Eckerker) und viele weitere ehemalige jüdische Wohngebäude zeigen bis zum heutigen Tag, dass Buttenwiesen jüdisch geprägt ist. „Die Bezeichnung ‚Jüdisches Buttenwiesen’ – so auch der Titel der Broschüre – ist daher als Charakterisierung von Buttenwiesen mehr als zutreffend. Ohne Juden wäre Buttenwiesen ein anderer Ort mit anderer Identität,“ so Mordstein.
Der Kurzführer macht die oft verborgene jüdische Vergangenheit Buttenwiesens für Einheimische und Besucher sichtbar. In seiner Taschenformatgröße ist er der ideale Begleiter für einen Rundgang durch das jüdische Erbe Buttenwiesen. Zahlreiche Bilder und ein Ortsplan illustrieren das Heft.
Die Broschüre ist im Rathaus Buttenwiesen (Marktplatz 4) und in den Buttenwiesener Schreibwarengeschäften Rothstift (Markplatz 6) und Eisele (Donauwörther Str. 9) erhältlich (Kaufpreis: 3 Euro).




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