Die wahre Geschichte vom Weihnachtsbaum

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Ihr Lieben,

stellen wir uns einmal vor: Der Evangelist Lukas, der Erzähler der bekannten Weihnachtsgeschichte, steigt vom Himmel herab, um zu sehen, wie heutzutage Weihnachten gefeiert wird.

Als er eine Kirche betritt, fällt sein Blick sofort auf einen reich geschmückten Lichterbaum. Lukas ist fassungslos: Was hat dieser Baum mit Weihnachten zu tun? Im Gottesdienst wird - wie jedes Jahr- „seine“ Weihnachtsgeschichte vom Krippenkind im Stall zu Bethlehem vorgelesen: mit verteilten Rollen und von festlicher Musik umrahmt.

Und der Pfarrer erklärt, was die Weihnachtsgeschichte für die heutige Zeit bedeutet. Aber den rätselhaften Baum erwähnt er mit keiner Silbe.

Als Lukas nach dem Gottesdienst den Baum von Nahem betrachten will, fängt dieser plötzlich an zu sprechen:

„Lieber Herr“, sagt der Baum,

„Sie staunen wohl, was ich hier zu suchen habe. Ich bin eine „gemeine Fichte“, die das Glück hat, ein Weihnachtsbaum zu werden. Ursprünglich hatte ich mit Weihnachten gar nichts zu tun. Meine Wurzeln reichen nur bis ins 16. Jahrhundert zurück.

Aber meine Verwandten, die „Paradiesbäume“ gab es bereits bei den mittelalterlichen Krippenspielen am Heiligen Abend. Im Jahre 1611 nannte man mich in Straßburg zum ersten Mal „Weyhnachtsbaum“.

Für die meisten Familien war ich nur ein „Dannenbaum“, der wegen der Äpfel und Süßigkeiten an seinen Zweigen bei den Kindern immer beliebter wurde.

Mit der Erfindung der Kerzen wurde ich zum Lichterbaum geadelt, und 1824 wurde ich mit dem Lied „O Tannenbaum“ geehrt.

Nach und nach wurde ich auch in den Kirchenräumen aufgestellt. Und meine Weltkarriere als Weihnachtsbaum begann. Heute will keiner mehr auf mich verzichten. Die flackernden Kerzen, die die winterliche Finsternis vertreiben, der weihnachtliche Schmuck und der frische Tannenduft schaffen eine Gemütlichkeit, die nur noch durch die Bescherung übertroffen wird.

150 Jahre lang waren alle Weihnachtsbäume Fichten. Es war keine leichte, aber eine aufregende Zeit: dieses Leben im Wald: in ständiger Angst vor Borkenkäfern im Sommer und vor Rehen und Stürmen im Winter. Und dann der enorme Wachstumsstress! Aber alle Fichten hatten das lohnende Ziel, Weihnachtsbaum zu werden.

Doch irgendwann sind wir Tannen den Menschen zu pieksig geworden, und außerdem nadeln wir angeblich zu schnell. Kein Wunder, dass sie anfingen, die edlen, weich-nadligen Nordmanntannen als Weihnachtsbäume zu verwenden. Und wir Fichten müssen unser Leben als Hopfenstangen, Dachsparren oder Holzbriketts beschließen.

Dass ich hier als Weihnachtsbaum stehen darf, verdanke ich der Finanzkrise, die für uns Tannen ein Segen ist. Denn viele Kommunen und auch manche Privatpersonen müssen sparen. Vielerorts sagt man sich: ´Dann doch besser preiswerte Fichten als gar keine Weihnachtsbäume!´ Wir Tannen sind zukunftsfähig und „ökologisch“ wie man heute sagt: Uns kann sich jeder leisten.

Im Gegensatz zu den Luxusbäumen stammen wir aus der Region, und wir wachsen schnell und brauchen keinen kostbaren Ackerboden für Plantagen.“

Soweit die Geschichte des Weihnachtsbaums. Lukas, der sichtlich beeindruckt war, verabschiedet sich freundlich und kehrt in den Himmel zurück. Hat ihn der Weihnachtsbaum überzeugt?

Darüber mag jeder selbst nachdenken.

Euch Allen wünsche ich jedenfalls einen prächtigen 2. Advent und möglichst stressfreie Vorweihnachtstage!

Liebe Grüße von der Silke :-))

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Katja Woidtke aus Langenhagen am 03.12.2011 um 16:09 Uhr  
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