Die „Nautic Young Stars“ mit Schillerslager Beteiligung

Die "Brigadoon" läuft zur Wettfahrt aus
 
Spannung vor dem Start
 
Die "Seadragons" mit ihren beiden Trainern

Schillerslage: Der Sport- und Schützenverein in Schillerslage entsendete seine jüngste Seglermannschaft, die „Seadragons“ zur Ostseeregatta nach Heiligenhafen.

Am Donnerstag, 14.10.2010, um 11.00 Uhr, begann am Sport- und Schützenheim in Schillerslage für 6 Kinder im Alter zwischen 11 und 13 Jahren sowie zwei Betreuern, die als Skipper die Verantwortung für die Jugendcrew übernahmen, das große Abenteuer. Von dort starteten alle Teilnehmer zu ihrer ersten Regatta, zu der uns der Veranstalter, das Yacht- und Charterzentrum in Heiligenhafen, eingeladen hatte. Nach 2 ½ stündiger Fahrt, in privaten PKW`s erreichten wir den Yachthafen von Heiligenhafen, wo uns am Steg 1b eine 43 Fuß-Yacht, die „Brigadoon“, erwartete. Bei diesem Schiff mit rund 13,20 m Länge, 4,19 m Breite und einer Segelfläche von rd. 100 m² handelte es sich um ein komfortables Fahrzeug, das für das Segelteam keine Wünsche offen ließ. Funk, Navigation mittels GPS, Radar, Bugstrahlruder, elektrisch angetriebene Ankerwinsch, sind nur einige Beispiele, die die Herzen an Bord höher schlagen ließen. Auch mit Komfort punktet die Sun Odyssey. Zwei Toilettennasszellen, eine voll ausgestattete Küche, einschließlich Kühlschrank und 8 bequeme Kojen ließen echte Urlaubsstimmung aufkommen.
Nach dem ersten Rundgang, wurde das Proviant, die persönlichen Ausrüstungsgegenstände und Gepäckstücke verstaut. Es folgte ein intensiver Check mit Sicherheitseinweisung in alle technischen Details. Ein von den Kindern selbst zubereitetes Abendessen rundete diesen Tag ab.

Früh um 6.00 Uhr begann der nächste Tag unter der Dusche. Nach einem reichhaltigen und hervorragend organisierten Frühstücksbuffet im Gil-Hus, konnte der erste Segeltag beginnen. Gegen 10.00 Uhr wurde der Hafen in Richtung Fehmarnsund verlassen.
1-2 Windstärken aber trockenes Wetter sollten uns bei dieser Tour begleiten. Nach einem Kurztrip legten wir gegen 11.45 Uhr wieder am Steg an. Während der daran anschließenden Skipperbesprechung wurden die Regattaregeln und die Wettfahrtroute besprochen. 14.15 Uhr war unsere Stunde gekommen und wir begaben uns mit einer Mischung aus Lampenfieber, Anspannung und Enthusiasmus auf den Kurs. Der Start gelang reibungslos und wir konnten mit dem Teilnehmerfeld bis zur ersten Tonne gut mithalten. Auf dem Vorwindkurs kämpften wir dann Yard um Yard gegen die anderen Yachten an und mussten ein um das andere Mal den Kampf geschlagen aufgeben. Neben einigen eigenen Fehlern hatten wir aber auch mit einer harten Attacke zu kämpfen. So wurde uns bei der vorletzten Tonne die Vorfahrt genommen. Dieser Aufschießer kostete uns enorm viel Zeit, die wir bis ins Ziel nicht mehr aufholen konnten. Der 41. Platz von 52 teilnehmenden Yachten war uns dennoch sicher. Dieses Ergebnis ist sicherlich ein Achtungserfolg, hat aber noch reichlich Platz nach oben, so dass wir motiviert sind, hart an unserer Leistung zu arbeiten um uns weiteren Herausforderungen auf Neue zu stellen. Die Regatta war für unsere Crew ein wichtiges Erlebnis um aus gemachten eigenen Erfahrungen und durch die Beobachtung der Mitwettbewerber zu lernen, den Teamspirit der Mannschaft weiter wachsen zu lassen und uns auf den kommenden Tag vorzubereiten, für den noch eine weitere Wettfahrt angekündigt wurde. Mit einem großen gemeinsamen Abendessen im Gil-Hus endete dieser Tag und unsere Jungens bettelten schon um 21.00 Uhr ins Bett gehen zu dürfen. Das hatten Dirk und ich als gestandene Väter bislang noch nicht erlebt. Zehn Minuten später war aus den beiden Achterkabinen nichts mehr als leise Atemzüge zu hören.

Für den Samstag waren Windstärke 5 bis 6, in Böen 6 bis 7, 8 Grad C Lufttemperatur und zeitweise Schauer gemeldet. Die Nacht über hatte es tatsächlich ausgiebig geregnet und die Temperaturen waren deutlich auf 6 Grad C gesunken. Der Wind hatte stark aufgefrischt, sodass Dirk und ich uns auf einen richtigen Trip freuten. Während des Frühstücks wurde von der Regattaleitung bekanntgegeben, dass eine 2. Wettfahrt für 14.15 Uhr geplant sei. Grund genug für die Mannschaft der „Brigadoon“, die Yacht für das Auslaufen fertig zu machen. Gegen 11.00 Uhr verließen wir unter Motor den Hafen. Auf dem Weg durch die Fahrrrinne trafen wir auf eine aufgelaufene Segelyacht. Ein Schiff welches den Havarierten zu Hilfe kommen sollte nahte bereits, sodass wir unsere Fahrt weiter fortsetzen konnten. Dieses Ereignis zeigt unseren Youngstern wie schnell sich bei diesem starken Wind Boote auch in betonnten Gewässern festfahren können. Je weiter wir zum Fehmarnsund kamen desto höher wurden die Wellen und umso stärker blies uns der Wind entgegen. Mit einer Genua, die nur zu ¾ ihrer Größe von uns gesetzten wurde, fuhren wir westlich von Fehmarn mit 5 bis 6 Knoten auf die Ostsee hinaus. Bei Wellen von 1 bis 1,5 m Höhe kam unsere Yacht langsam ins Schaukeln und einer nach dem anderen von unserer Crew wurde seekrank. Lediglich Dirk, Dejan und ich hielten durch und hatten bei 8 bis fast 9 Knoten Fahrt einen riesigen Spaß. Als wir gegen 14.00 Uhr die Starlinie zur 2. Wettfahrt erreichten, mußten wir feststellen, dass dieser Durchgang offensichtlich abgesagt wurde, da sich nur wenige Yachten in diesem Gebiet aufhielten. Schon auf der Heimfahrt unter Motor hatte sich die Mannschaft schnell wieder erholt und so legten wir nach 4 Stunden sicher an. Den Nachmittag gestalteten wir mit einem von den Kindern selbst zubereiteten Mittagessen sowie mit reichlich Kaffee und Kuchen. Jeder konnte die Zeit bis zum Abendbrot selbst gestalten. Schlafen, Lesen oder gemeinsam Knoten üben. Nach dem Pizzaessen im Gil-Hus, das der Veranstalter für uns toll organisiert hatte, gingen alle zeitig zu Bett. Der Sonntag, der zugleich auch der letzte Tag dieser Veranstaltung war, sollte bei leichtem Wind zu einem intensiven Segeltraining auf der Ostsee genutzt werden.

Nach einem ausgiebigen Frühstück an Bord legten wir wieder gegen 11.00 Uhr ab und segelten westlich von Fehmarn auf der Ostsee in unser Zielgebiet. Segel setzen, Wenden, Kurse ändern, all diese Manöver wurden immer und immer wieder geübt, bis jeder sie beherrschte. Jetzt merkten die Kids, wie die Abläufe besser klappten. Jeder hing sich rein, jeder durfte am Steuerrad stehen und plötzlich lag in den Gesichtern ein Strahlen und in den Augen der Glanz der Begeisterung für diesem wunderschönen Segelsport. Mit immerhin bis 5 Knoten lief unsere „Brigadoon“ durch die sanften Ostseewellen bis gegen 14.00 Uhr der Wind langsam nachließ. Nun hieß es Segel bergen und Motor an. Um 16.00 Uhr wurden wir wieder im Hafen erwartet und so fuhren wir unter Maschine zunächst zur Hafentankstelle um den verbrauchten Diesel nachzutanken. Gegen 16.00 Uhr legten wir in der Box an und machten „klar Schiff“. Ein Teil der Mannschaft räumte unser Gepäck auf den Steg in die Gepäcktrolleys, während ein anderer Teil die Räumlichkeiten unter Deck staubsaugte und säuberte. Auf Deck schrubbte Dejan unsere Yacht wieder weiß. Plötzlich war er da der Teamspirit, an dem wir in den letzten Tagen gemeinsam so intensiv gearbeitet hatten. Alles ging Hand in Hand und Dirk und ich hätten uns gewünscht, dass wir jetzt noch weitere drei bis vier Tage zur Verfügung gehabt hätten, um diese gerade entstehende Mannschaft noch weiter zusammen zu bringen. Leider mussten wir gegen 18.00 Uhr Abschied nehmen, nachdem das Schiff durchgecheckt an unseren Gastgeber, das Yacht- und Charterzentrum Heiligenhafen zurückgegeben wurde. Gegen 21.00 Uhr trafen alle Teilnehmer wohlbehalten in Schillerslage am Sport- und Schützenheim ein. Ein großartiges Abenteuer war zu Ende, aber eine Neuauflage wird im kommenden Jahr während der Osterferien mit einer Flottille auf der Ostsee unter dem Motto, „Schillerslage auf den Spuren der Wikinger“, stattfinden. Vielleicht gibt es auch eine Wiederholung der „Nautic Young Stars“ im Oktober 2011. Wir wären sofort wieder dabei!!!

Weiterveröffentlichungen:

Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.Anzeiger | Erschienen am 11.11.2010
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