Die Rhododendronzikade ist eine Rundkopfzikade aus der Familie der Kleinzikaden (Cicadellidae) und die einzige Art der Gattung Graphocephala in Europa.
Die ursprünglich in Nordamerika beheimatete 8 - 9 mm große Art wurde vermutlich in den frühen 1930er Jahren mit Rhododendronpflanzen in Südengland eingeschleppt. Ende der 1960er Jahre fand man sie auch in Kontinentaleuropa, wo sie sich bis heute fast überall ausgebreitet hat und häufig vorkommt. In Deutschland wurde die Zikade erstmals 1978 nachgewiesen.
Die Zikade überträgt den aus Nordamerika stammenden Pilz Pycnostysanus azaleae, der an Rhododendronbüschen braune, abgestorbene Knospen verursachen kann. Begünstigt wird der Befall durch kleine Schlitze, die die Rhododendronzikaden bei der Eiablage im Spätsommer und Herbst in die Knospenschuppen schneiden. An den Zikaden haftende Pilzsporen werden in diese Verletzungen eingetragen. Dort findet der Pilz ideale Lebensbedingungen. Das Ausmaß des Schadens wird erst im Frühjahr beim Nichtaustrieb der Blütenknospen erkennbar. Die Blütenknospen verfärben sich über den Winter grau bis braun und sterben schließlich ab. Die eingetrockneten Knospen bleiben mumifiziert am Strauch. Aus den Knospen wachsen etwa 2 Millimeter lange „Stäbchen“, die Fruchtkörper des Pilzes, hervor. Der Pilz kann außerdem abwärts in den Zweig eindringen und diesen zum Absterben bringen.
Es ist dringend zu empfehlen, die braunen bzw. schwarzen, abgestorbenen Knospen abzupflücken - sinnvollerweise vor der Schlupfzeit der Zikade (April) - und diese nicht fallen zu lassen und diese auch nicht zu kompostieren, sondern direkt dem Hausmüll zuzuführen.
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