Mir reicht's !!!! - Vom Leinenzwang und anderen Merkwürdigkeiten am Rande und inmitten des Waldes von Ehlershausen

"Unser Weg in den letzten 40 Jahren" .... vorher!
 
"Unser Weg" .... auch vorher!
 
"Unser Weg".... hinterher, während der Brut- und Setzzeit!
Thema 1:

Wir schreiben das Jahr 2014(Ende Februar),
der Winter, der keiner war, war zuende. Bei relativ milden Temperaturen befuhr ich, wie jeden Tag mit meiner Hündin Jana, die inzwischen einschlägig bekannten Wald- und Wiesenwege, um mich wie schon seit Jahren an unserer Natur zu erfeuen und dem Hund die nötige Bewegung zu verschaffen.

Plötzlich, wie aus heiterem Himmel stand ich vor einem rot-weiß gestreiften „Flatterband“, das wie ein Scherz von unseren Segelflugfreunden aussah(die machen DAS manchmal gerne, weil sie nicht wollen, dass wir ihren heiligen Platz betreten). Aber ich weiss, dass dies auch der Sicherheit dient.

Ohne mich also darum zu kümmern(was hier jeder seit Jahren so macht), ohne auch nur im Ansatz zu lesen, was auf dem Band stand, stieg ich vom Rad, duckte mich und setzte meinen Weg auf der anderen Seite fröhlich fort. Und da stand sie dann, die riesige Maschine, mitten im Wald !!! Der Fahrer machte gerade Frühstück und fuchtelte wie wild mit seinen Armen herum, ob ich nicht lesen könne und was ich HIER machen würde??, konnte ich vernehmen. Da wusste ich, es war kein SPASS der Segelflugleute. Ich stand inmitten einer riesigen abgeholzten Fläche. Tagszuvor war alles noch in bester Ordnung,..... - naja nicht ganz. Es hat mich schon gewundert, warum einige Bäume einen blauen und die anderen vielen einen roten Strich hatten. Nun wusste ich es !!!

Das schöne Waldgebiet rechts und links vom See war der Säge zum Opfer gefallen. „Baumernte“ nennt man DAS heute. Irgendwie schwante mir Böses und ich machte auf der Stelle kehrt, um die ganze Geschichte von der sicheren Seite aus zu beobachten. Offensichtlich war das Frühstück sehr kräftigend, denn SO, wie der Maschinist sein Gefährt durch das Gelände bewegte, gab's anscheinend kein Morgen mehr.

Als ich abends an den Ort des Geschehens wiederkehrte, traute ich meinen Augen kaum. Spontan kam mir in den Sinn: „ Hier hat 'ne Bombe eingeschlagen oder war etwa unbemerkt ein Hurrican über uns hinweggefegt ?“
Nach 14 Tagen war alles, bis auf die Bäume mit dem blauen Strich( „Zukunftsbäume“ hab ich mir sagen lassen, wären das), weg. Es rückte die „Einsammel-Maschine“ an, die genauso sensibel das Gebiet befuhr, wie ihre Vorgängerin.

Was beide Maschinen nach gut 4 - wöchiger Aktivität hinterlassen haben, sieht lange nicht mehr nach dem aus, was sich jeder unter „Nah-Erholungsgebiet“ oder „unberührter Natur“ vorstellt. Mit dem Holz, das liegen gelassen wurde, könnte man wahrscheinlich halb Ehlershausen im Winter kamintechnisch befeuern.

Da hat es mir zum ersten Mal gereicht !

Thema 2:

Wir schreiben das Jahr 2014(Anfang April),
immer wenn es hier in unserer Natur am Schönsten wird, kommt der „Leinenzwang“ (01.April – 15. Juli) auf uns Hundebesitzer zu. Die einen halten sich strikt daran, andere lassen ab und an das Hündchen mal laufen, wiederum andere hoffen, nicht entdeckt zu werden und kümmern sich nicht. Aber wehe, wehe, die Ordnungshüter in Form von Polizei oder Stadtverwaltung erscheinen auf der Bildfläche, dann hagelt es ordentlich Strafen oder Verwarnungen !!

Grundsätzlich finde ich die Regelung gar nicht so verkehrt; sie könnte vielleicht etwas lockerer ausgelegt werden! Denn Hunde, die nicht jagen, brauchen meiner Meinung nach auch nicht an die Leine.

Was tun wir in dieser Zeit? Wir schützen sämtliche Lebewesen, die ihren Nachwuchs in Ruhe großziehen wollen. Wir meiden „Trammpelpfade“, querfeldein durch den Wald zu streifen und durch kniehohes Gras, Wiesen zu durchqueren.

Umsomehr verwundert es mich, wenn mitten im Mai früh am Morgen oder sehr spät am Abend plötzlich ein „Hallallii“ im Wald ertönt und wie wild geschossen wird. Hat der Jäger etwa die „Brut-und Setzzeit“ vergessen ? Kann ja eigentlich nicht sein !
Wenn tagsüber durch alltägliche Geräusche, hundeführende Menschen und Freizeitsportler die Tiere schon nicht ihre Ruhe bekommen, sollten sie diese doch wenigstens in der Nacht haben, oder?

Da hat es mir zum zweiten Mal, aber nur ein bißchen, gereicht !!

Thema 3:

Wir schreiben immernoch das Jahr 2014 ( Ende Juni),
der frühe Sommereinbruch hat aus unserem Wald die reinste grüne Hölle gemacht. Ich befuhr, brav den Hund an der Leine, denn es war ja noch Leinenzwang(!), die bereits oben erwähnten Wege. Da kam ich plötzlich wieder nicht weiter. Wieder hingt dort ein „Flatterband“ zwischen den Bäumen. Allerdings wusste ich ja jetzt Bescheid. Ich machte kehrt und suchte mir „unseren Weg“. Den haben wir vor ca. 40 Jahren angelegt, um auf dem See(bereits weiter oben erwähnt) im Winter Schlittschuhlaufen zu können, quasi als Abkürzung. Heute wird dieser von allen benutzt, die schnell auf die andere Seite des Waldes wollen, zwecks segelfliegen, reiten, spazierengehen oder einfach nur vom Alltag abspannen und durch die Natur schlendern wollen.

Nun traf mich allerdings der Schlag und es reichte mir endgültig!!!

Diese drei Themen haben eins gemeinsam: Sie handeln von unserer Natur, in der wir Ehlershausener leben, die wir behandeln, als wäre es unser Garten. Viele Menschen sind NUR deswegen hierher gezogen / gekommen, weil sie den Wald quasi vor der Hautür haben, die Luft die richtige ist oder sie einfach im Grünen wohnen wollen.


Frage1: Wieso wird die Natur, mitten im Wald, am „Schlittschuh-See“ dermaßen entstellt, dass man sich nicht wirklich mehr wohl fühlt?
Antwort(lt. Fortsamt): Es soll gezielt aufgeforstet und das, in den letzten Jahren immer mehr austrockende Moor, reanimiert werden werden. Es sollen Buchen, Eschen und Linden gepflanzt werden. Schön, ein Mischwald entsteht !!! Allerdings wird das gesamte Gelände inklusive des Sees für die nächsten 5-10 Jahre eingezäunt, damit das Wild an die „Leckerbissen“ nicht herankommt.
Der See wird deshalb mit eingezähnt, weil er ein seltenes, zu schützendes Feuchtbiotop ist.
Komisch finde ich an dieser Erklärung, dass DIES(Einzäunung des Sees) erst nach 40 Jahren passiert...

Frage 2 : Wieso muss ich den Leinenzwang, der 3,5 Monate dauert, einhalten, wenn GENAU zu dieser Zeit das Forstamt beschließt, den halben Wald zu fällen, ohne Rücksicht auf vielleicht in den Baumkronen brütende Raubvögel, in hohlen Stämmen wohnende Buntspechte und am Waldboden lebende Tiere?
Antwort (lt. Forstamt) : Wir vom Forstamt sind über alles erhaben, daher trifft der Schutz der Tiere während der Brut- und Setzzeit auf uns auch nicht zu.

Ich habe gedacht, ich habe mich verhört! Wir, die Hundebesitzer werden auf Schritt und Tritt beobachtet, damit ja auch der Leinenzwang eingehalten wird. An jedem zweiten Baum hängt ein Hinweisschild, das mit Strafe o.ä. droht.

Und dann kommt das Forstamt, und alles ist gut....

DAS IST ECHT EINE FARCE !!!

Ich habe diesen Bericht geschrieben, damit diejenigen, die sich nicht sooft in unserem Wald aufhalten, wissen, dass JETZT auch hier alles nicht mehr so grün und unberührt ist, wie es den Anschein hat. Zum Zweiten finde ich es im höchsten Maße ungerecht, dass offensichtlich mit zweierlei Maß gemessen wird.


Die neuste Posse kommt vom Heideweg: Dort sollen ziemlich viele Bäume gefällt werden, weil einige Äste über die Straße hängen. Bei einem Blick nach oben, zeigt sich, dass es reichen würde, NUR die Äste abzusägen. Die Bäume könnten dann stehen bleiben und der idyllischen Waldcharakter vor der Haustür hätte weiterhin Bestand.

Vor geraumer Zeit erschein dort eines Tages ein angeblicher „Naturschutzbeauftragter“, der sich über „zwischengelagertes Brennholz“, inform einiger gesägter Äste, dermaßen aufgeregt hat, dass er gleich den betreffenden Anwohnern eine Frist setzte, den optisch natürlichen Waldrand zu erhalten und den Brennholzvorrat zu entsorgen. Wenn nicht, dann Strafe!

Ein Waldrand mit Bäumen ist für mich ein Waldrand.
Ein Waldrand ohne Bäume ist für mich eine Wiese.
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Das der Golfclub seit geraumer Zeit seine Anlage vergrößert, Bauzeit schätzungsweise 3 - 4 Jahre, dort die Machinen regelmäßig tätig sind und DAS, inmitten der vom hiesigen Jagdpächter angelegten „Wild-Ruhezone“, möchte ich zum Schluss an dieser Stelle nur am Rande erwähnen.


Wir schützen die Natur, indem wir unserer Pflicht nachkommen.... Aber wofür eigentlich??

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