War es für die Neubürger zu verregnet?

Burgdorf: Spittaplatz | War der Regen am 21.4. kurz vor Beginn der Neubürger-Radtour ein Hindernis?

Trotzdem hatten sich 11 Personen eingefunden um Burgdorf aus der Radperspektive kennenzulernen.

Zu Burgdorf:
Im Jahre 2004 hat Burgdorf das 725jährige Jubiläum gefeiert. Der Name der jetzigen Stadt Burgdorf wird erstmalig in der Lehensbeschreibung des Bischofs Otto I. von Hildesheim (1261 bis 1279) erwähnt.

Das Schloss als historischer Mittelpunkt der Stadt zählt zu den schönsten Fachwerkbauten und steht an der Stelle, an der sich im 13. Jahrhundert das alte 'castrum burgtorfe' befand*. Diese Wehranlage wurde im Laufe der Zeit dreimal zerstört und wieder aufgebaut. Der jetzige Bau entstand 1643 und wurde in den Jahren 1979-1981 renoviert.
1433 baut Landesherr Herzog Otto von der Heide das Schloss aus und versieht den Ort mit Wall, Graben und drei Toren.
* (vermutlich gegründet von der Familie von Depenau. Ebenso soll die Wallburg bei Heeßel als Sumpf- und Wasserfestung zeitweise von den Depenauern bewohnt gewesen sein)

Burgdorf wird weiter ausgebaut, dabei aber auch durch kriegerische Ereignisse und Brände mehrmals zerstört. Bis zur Einebnung und Abtragung früherer Befestigungsanlagen um 1802 wahrt Burgdorf sein altes Stadtbild. Während seiner Zeit im Besitz welfischer Herzöge, diente das Schloss als Jagdschloss und Konferenzort dieser welfischen Herzöge.
Seit 1705 ist es allerdings ausschließlich Verwaltungssitz und gehört seit 1976 zum Besitz des Landkreises Hannovers.
Burgdorf war eine Ackerbürgerstadt, d.h. Märkte, Handwerker- und typisches Ackerbürgertum bestimmen über Jahrhunderte das Leben der Stadt. Ab 1945 gewann Burgdorf durch den Zuzug Heimatvertriebener stark an Bevölkerung . Durch die Gebiets- und Verwaltungsreform von 1974 werden die Nachbarorte Beinhorn, Dachtmissen, Heeßel, Hülptingsen, Otze, Ramlingen-Ehlershausen, Schillerslage, Sorgensen und Weferlingsen mit Burgdorf zusammengeschlossen (und Burgdorf verlor sein KFZ-Kennzeichen BU).
Der Landkreis Burgdorf (flächenmäßig einer der größten in Deutschland) hört auf zu existieren.

Der Tour führte vom Spittaplatz, am Schloß und den Rathäusern 3, 5 und 2 vorbei durch den Stadtpark. Weiter ging es am Spiel- und Bolzplatz in Richtung Bösselberg. Wer möchte kann dort die dort vorhandene Grillhütte bei der Stadt reservieren.

Vom Bösselberg radelten wir zum Schulzentrum. Dort wurde kurz erläutert, dass die Berufsschule seit 2011 sich stark vergrößert hat. Bürgermeister Baxmann, der die Radtour in Burgdorf begleitete, nannte die neu dazugekommen Bereiche (Fachgymnasium für Wirtschaft und Technik). Bis zu 3.500 Schüler können hier unterrichtet werden. Die Einrichtung mit hochmodernen elektronischen Schultafeln hat der BSS jetzt zu bundesweiter Beachtung verholfen.
Die BBS ist eines der 5 innovativen Kompetenzzentrum für berufliche Bildung.

Auch die Gudrun-Pausewang-Grundschule ist in der Nähe. Die dazugehörige Sporthalle ist bekannt, dass die Handballer des TSV Burgdorf dort trainierten und dort ihren Aufstieg in die 2. Bundesliga erspielten. Leider hat Burgdorf keine Möglichkeiten die inzwischen 1. Bundesliga-Spiele auszurichten (fehlende Halle), so dass in Hannover die Spiele ausgetragen werden.

Die Gruppe radelte auf der Fahrradstraße weiter - die von der Weststadt bis kurz vor das Schulzentrum führt - bis zum Schloßpark, wo der seit 2011 existierende Trimm-Parcour steht. Der Parcour wurde vom Seniorenrat initiert und vollkommen aus Spendengeldern finanziert. Er wird von allen Bevölkerungsgruppen gut angenommen.

Die Gruppe radelte an der Aue entlang - am Schützen- und Pferdemarktplatz vorbei - um am verlängerten Ostlandring nach links einzuschwenken. Ein kurzes Stück nur um dann den neuen Fußgänger- und Radweg am Rande der Stadt in Richtung Sorgensen zu nutzen. Die Sorgenser Straße wurde überquert. Dann vorbei am neuen Wasserwerk, der Feuerwehr. Dahinter liegt das THW.
Herr Baxmann hatte noch einen Termin und verabschiedete sich an dieser Stelle.
Die Gruppe radelte dann in den Wasserwerksweg (Polizei) um von dort den kleinen - nicht allen bekannten - Fuß- und Radweg in Richtung Sorgenser Mühle einzuschlagen.
Von dort gings weiter auf dem Radweg nach Otze. In Otze zweigt die Gruppe ab; auf einem landwirtschaftlichen Weg nach Schillerslage. In Schillerslage ein kurzer Blick durch das alte Dorf und dann weiter in Richtung Klein-Schillerslage und Beinhorn. Kurz vor Beinhorn weiter auf landwirtschaftiche Wege in die Weststadt. Dort an der Kita vorbei in die Altstadt von Burgdorf.
Am Brandende stehen die ältesten Häuser in Burdorf. Diese sind bei dem großen Brand von 1809 stehen geblieben.

Weitere Neubürgertouren werden im Rahmen der Feierabendtouren (Dienstag, 18 Uhr) 1 x im Monat stattfinden. Dann werden die Ortsteile bzw. die Umgebung von Burgdorf Thema sein.

Die Tour kann man sich anschauen und runterladen unter: www.meine-umweltkarte-niedersachen.de (Suche: Burgdorf: Neubürger-Radtour)

Weiterveröffentlichungen:

Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.Anzeiger | Erschienen am 18.05.2012
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