Früher Arme Leute Essen, und heute?
Manchmal kann man es garnicht glauben, was die Leute früher so alles gegessen haben oder essen mußten, weil sie so wenig Einkommen hatten. Sie lebten oft am Rande des Existenzminimums, und wenn jemand krank wurde, war oft kein Geld da für Medikamente oder einen Arzt. Erst die Einführung der Sozialgesetze (1881-1889) verbesserte die Lage der Arbeitnehmer. (Zu der Zeit gab es noch keine FDP;)) )
Die Ernährung war sehr einfach, Fleisch gab es nur am Sonntag und sonst gab es eben einfache Hausmannskost. Und sie mußten hart und lange arbeiten. Einen Wohlstandsbauch? Den hatten die armen Leute bestimmt nicht. Aber ich glaube sie lebten gesünder.
Der Stint war früher ein Arme-Leute-Essen. Es gab ihn so reichlich, daß er sogar zum Düngen benutzt wurde. Beim Kartoffeln pflanzen kam in jedes Loch ein Stint und eine Kartoffel.
Heute ist es eine teure Delikatesse geworden.
Krebse, ich kann mich noch erinnern, dass mein Vater Flusskrebse vom Angeln mit nach Hause brachte, die wir dann gegessen haben. Das war noch in den 50ziger Jahren. Heute kann ich mir die nicht leisten. Es gibt sie auch kaum noch.
Der Lachs wurde Brotfisch genannt. Brotfisch deshalb, weil es ihn so reichlich gab. Es wird erzählt, dass die Dienstmägde sich vertraglich absicherten, dass sie nicht mehr als zweimal die Woche Lachs essen mußten.
Heute muß der Lachs in Lachsfarmen gezüchtet werden.
Und für Arme Leute? Naja, es gibt ja auch etwas billigeren Lachs.
Der Kaviar war in Russland ebenfalls ein Essen, welches nur die armen Leute gegessen haben. Diese kleinen winzigen Dinger, davon soll sich jemand ernähren können?
Der Kaviar ist zur Goldgrube geworden, den sich nur die reichen Leute leisten können. Der Stör wird dermaßen gewildert, daß der Bestand gefährdet ist.
Für die arme Bevölkerung bleibt der Kaviarersatz.
Aber bestimmt fällt euch noch mehr ein, was es früher zu Essen gab.
Vergiss nicht die Heringe, die gebratenen!
Ja und die Kartoffelpuffer! Wer macht die noch selber. Apfelmus? Selber machen?
Und wenn irgendwo mal Veranstaltungen sind kann man diese Puffer teuer bezahlen und schmecken tun sie auch nicht so toll. Viel zu fettig.
Gerne "gegessen" habe wir nach dem Krieg auch die "Wurschtesupp", wenn der Metzger in der Straße geschlachtet hatte und wir Kinder mit einem Kochgeschirr losgerannt sind ...
Liebe Irene,
Erinnerungen werden wach. Den Duft der Frikadellen, wenn ich von der Sonntagsschule aus der Kirche kam, werde ich nie vergessen. Die vielen familiären Treffen. Wenn sonntags zuviele plötzlich vor der Türe standen, dann wurde das Hackfleisch durch Brötchenzugabe verlängert. Diese "arme Zeit" nach dem Krieg war mir als Kind nicht bewusst. Ich konnte frei und mit viel Liebe meiner Großeltern aufwachsen.
Alles schmeckte köstlich, weil es mit viel Fantasie von meiner Großmutter erfinderisch kreiert wurde.
Werner
wir kinder mußten immer vom schlachter fleischbrühe holen. für jeden liter gab es einen mettklops. zu hause wurden dann zuerst die klopse nachgezählt.
..Steckrüben-Eintopf hätte ich noch anzubieten...
Arme Ritter und Brotsuppe. Und gebratene Klöße vom Vortag mit eingeweichtem Trochenobst....Graupensuppe.... und es gab keine Reste! Wenn ich sehe, was heute an LM alles weggeworfen wird...
Nach dem Krieg gab es auch bei uns Steckrüben satt. Seit der Zeit habe ich nie wieder Steckrüben gegessen.
Ich weiß jetzt nicht ob es ein Arme-Leute-Essen war aber ich habe schon mal von der damaligen Blutsuppe und dem Kalbskopf gehört.
Wenn früher geschlachtet wurde, wurde nix weggeschmissen und alles verwertet.
Daraus wurden dann die oben genannten Gerichte gekocht.
Essen wegwerfen, dass konnte sich früher gar keiner leisten. Und außerdem galt es als Sünde.
Es gab doch mal diesen Dr. Schüssler, der hatte auch festgestellt, daß vielen Menschen Mineralstoffe fehlen würden.
Schwarz-sauer aus Gänseblut mit den Hälsen und Füßen kenne ich auch noch...
oder Schweinepfötchen und -öhrchen als Fleischeinlage im Eintopf.
Aber ich denke mal, solche Gerichte kommen wieder! Ich habe schon mal ernsthaft darüber nachgedacht, einen Kochkurs für "alte" Gerichte anzubieten. Wo man RICHTIG kocht und nicht alles mit Fix-Tüten und Convinience-Produkten herstellt. Wenn ich höre, was manche Kinder so zum Mittag bekommen...( was nicht heißen soll, daß ich nicht auch mal Currywurst und Pommes esse).
Tannilein, ich finde das wäre eine Superidee.
Ich habe mir vor längerer Zeit in Backbuch gekauft mit Rezepten von Landfrauen
hier aus unserer Gegend. Es ist ganz wunderbar zusammengestellt mit Zeichnungen von den Dörfern u.ä. als Untergrund.
Ich kann dir auch den Verlag nennen, der das Ganze gestaltet hat.
Himmel und erde gab es noch. das waren die geklauten kartoffeln und die birnen vom nachbarn.
damals haben mehr augen in den topf hineinals fettaugen herausgesehen, allenfals kartoffelaugen.
verzeihung, mundraub war nicht strafbar.
Früher gab es Kotelett mit Auge,das war der Hering.Heute ist dieses Kotelett teurer als das Richtige.
....bei uns gab es viel Gemüse; Weißkohlsuppe, Steckrübensuppe (brrr), grüne Bohnensuppe, Spinat mit Spiegelei, Katoffelpuffer (mache ich heute noch selber) mit Apfelmus (kaufe ich) Eierkuchen mit selbstgemachter Marmelade, Schlesische Mohnklöse (mmhhh lecker) u.s.w. Fleisch gab es nur am Sonntag ....
Noch in den 70gern war bei meiner Familie in Norditalien Pizza nahezu unbekannt - und wenn doch dann verpönt, denn es war ein Arme-Leute-Gericht von südlich Rom - und die beiden Seiten können selbst heute noch weniger miteinander als Preussen und Bayern.
Durch süditalienische Gastarbeiter die sich schließlich in Deutschland selbständig machten wurde Pizza zunächst bei uns bekannt - und deutsche Touristen verlangten von Adria bis zur Riviera danach - so entstanden auch dort in den 80gern die ersten Pizzerien...
Ist es nicht merkwürdig, was aus den Gerichten so geworden ist?
Wie sich die Zeiten allein bei solchen Essgewohnheiten ändern.
..also ich mach mir jetzt erstmal ein Brot,mit gute Butter(wie meine Oma immer sagte)
..Und heute Mittag gibt es Königsberger Klopse,Orginal wie damals in Ostpreußen....Lecker......mit Kapern....
Früher gab es die deutsche markenbutter (gute butter)
und die molkereibutter, molkereibutter gibt es heute meines wissens nicht mehr.





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