Fronleichnamsprozession erstmals durch Burgdorfs Innenstadt

  Burgdorf: St. Nikolauskirche | Fronleichnamsprozession führte erstmals durch Burgdorfs Innenstadt

Über 250 Gläubige konnte Martin Karras, Pfarrer der katholischen St. Nikolaus-Pfarrgemeinde, vergangenen Sonntag am erstmals am Fuße des Rodelberges im Stadtpark abgehaltenen Gottesdienst zu Fronleichnam begrüßen. Unter ihnen auch zahlreiche evangelische Christen. Dabei passte es sich wie ein Wink des Himmels, dass zur gleichen Zeit die Glocken von St. Pankratius zum Gottesdienst auch in der Stadtkirche riefen. Neben Karras gestalteten die Diakone Hartmut Berkowsky aus Burgdorf und Sven Stieger aus Großburgwedel sowie Gemeindereferent Stephan Horn den Gottesdienst. Traditionell feiern Burgdorfs Katholiken das Fronleichnamsfest am Sonntag nach dem Fronleichnamstag. Die anschließende Prozession zu den vier Altären in der Stadt führte vom Stadtpark über den Schlossgarten, vorbei an der St. Pankratius-Kirche zum Rathaus I in der Marktstraße, weiter zur Grünanlage Am Wall und endete in der St. Nikolaus-Pfarrkirche Im Langen Mühlenfeld. Es war das erste Mal überhaupt, dass in Burgdorf eine Fronleichnamsprozession durch die Innenstadt führte, die von der Polizei begleitet wurde. Die Monstranz mit dem Allerheiligsten wurde von den beiden Diakonen sowie von Stefan Horn getragen. Die Fürbitten hielten die Frauen von St. Nikolaus, der Familienkreis Burgwedel, die Kolpingsfamilie sowie Pastor Paul und Reinhild Bielinski von den evangelischen Kirchengemeinden der Stadt. Es ist im Rahmen der Ökumene eine in Burgdorf schon lange Tradition, dass auch evangelische Christen die Fronleichnamsprozession mit gestalten. Musikalisch begleitet den Gottesdienst und die Prozession vom Bläserchor der Pfarrgemeinde aus Seelze/Letter unter der Leitung von Peter Erben.

Das Fronleichnamsfest, das den Beinamen "Hochfest des Leibes und Blutes Christi" trägt, wurde zum erstmals im Jahr 1246 in der Diözese Lüttich fest eingeführt. Es erfreute sich bei der Bevölkerung relativ schnell einer großen Begeisterung, was vor allem auf die prachtvollen Fronleichnamsprozessionen zurückzuführen ist. Bei diesen Prozessionen trägt der Priester die "Monstranz", in welcher die Hostie verwahrt wird, durch die Straßen, während ihm die Gemeinde folgt. An insgesamt vier verschiedenen Altären werden Fürbitten gebetet und Segenssprüche verteilt. Dieser Form der Prozession, die auch heute noch beibehalten wird, lässt sich aufgrund von Zeugnissen bis min-destens auf das Jahr 1273 zurückdatieren, als in Benediktbeuern die erste Fronleichnamsprozession abgehalten wurde. Für das Jahr 1277 ist außerdem die erste Prozession für die Stadt Köln verbrieft. Fronleichnam wird am Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitsfest, dem zweiten Donnerstag nach Pfingsten, begangen (60. Tag nach dem Ostersonntag) und fällt somit frühestens auf den 21. Mai und spätestens auf den 24. Juni. Fronleichnam ist immer auf den Tag genau zwei Monate nach dem Karsamstag. Der Donnerstag als Festtermin steht in enger Verbindung zum Gründonnerstag und der damit verbundenen Einsetzung der Eucharistie durch Jesus Christus selbst.

Wie alle Jahre war das auch das sich im Pfarrsaal und im Kirchgarten anschließende Pfarrfest von groß und klein bis weit in die frühen Abendstunden sehr gut besucht.
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