Exkursion des SoVD Burgdorf an die Mosel

Der Stadtführer informiert Teilnehmer in der Porta Nigra
 
Blick ins Moseltal
Gemeinsam statt Einsam – unter diesem Motto unternahm der Ortsverband Burgdorf im Sozialverband Deutschland (SoVD) mit interessierten Mitgliedern eine Bildungsfahrt an die Mosel. Zentrale Unterkunft war in Traben-Trarbach - unmittelbar der Mosel.
Die erste Exkursion führte uns nach Trier. Die Stadt wurde vor 2000 Jahren von den Römern gegründet und gilt als älteste Stadt Deutschlands. Mit dem eigens für uns engagierten Stadtführer erkundeten wir einige der noch heute sichtbaren Spuren der Römer. Die Porta Nigra ist das am besten erhaltene römische Stadttor nördlich der Alpen. Die Kaiserthermen mit Baubeginn Anfang des 4. Jahrhunderts gehört zu den größten Badeanlagen des römischen Reiches. Die sogenannte Basilika - der Thronsaal Kaiser Konstantins - ist der größte Einzelraum, der aus der Antike stammt. Die Römer wollten durch die Architektur Größe und Macht des Kaisers ausdrücken. Noch heute beeindruckt dieser Bau die Besucher. Mitten im Zentrum Dom - die ältestes Bischofskirche Deutschlands - heute über einer ehemaligen konstantinischen Palastanlage, die in der Antike überbaut wurde. Unser Stadtführer bemerkte zu der hoch heute präsenten Spuren der Römer spöttisch: „ wer hier in Trier ein 50 cm tiefes Loch gräbt, stößt auf römische Relikte und muss den Denkmalschutz benachrichtigen“.
Am nächsten Tag war der Themenschwerpunkt Europa. Wir besuchten Luxemburg und Echternach. Die Stadt Luxemburg wurde bereits von den Römern besiedelt, ist aber heute neben Brüssel und Straßburg Verwaltungssitz der Europäischen Union mit Sitz und Tagungsort zahlreicher europäischer Institutionen. Bereits auf der Anfahrt zum Stadtzentrum sahen wir in einem nicht so schönen Betonviertel das europäische Zentrum mit Gericht und Verwaltungsgebäuden. Hier informierte uns der Reiseleiter auch über den Luxemburger Ort Schengen. Das 4500 Einwohner große Winzerdorf Schengen ist bekannt durch das Schengener Abkommen, das die Freizügigkeit in der Europäischen Union regelt. 1985 wurde hier auf einem Moselschiff das Abkommen unterzeichnet. Im Stadtzentrum angekommen, ging es zu Fuß zu den wichtigsten Gebäuden Luxemburgs. Wir sahen u. a. das Stadtpalais (von 1953 – 1969 Tagungsort der EG für Kohle und Stahl), den Palast des Großherzogs, das Europahaus (Sitz der Vertretung des Europäischen Parlaments), die Nationalbibliothek und gleich daneben Kathedrale „unserer Lieben Frau“ (Notre-Dame de Luxembourg). In der Kathedrale bewunderten alle die großartigen Ausstattung mit den Fenstern und ein kleines Ruderboot auf den Altarstufen. Dieses Boot soll an die vielen Flüchtlingen erinnern, die auf dem Mittelmeer in den letzten Monaten ihr Leben verloren. In Echternach war die Basilika der Höhepunkt des Ortes. In einem abseits gelegenen Nebenraum konnten wir einen Film der Echternacher Springprozession sehen. Eine freundliche Dame erklärte uns die Hintergründe der Prozession. Jeden Dienstag nach Pfingsten treffen sich über 10000 Menschen aus Luxemburg, den Niederlanden und Deutschland in Echternach, um an der Prozession teilzunehmen. Einige Teilnehmer kommen auf einer Fußwallfahrt aus bis zu 75 km Entfernung. Die Prozession beginnt am Abteihof der ehemaligen Reichsabtei, durch die Sauergasse, vorbei an der Peter-und-Paul-Kirche über den Marktplatz hin zur Bahnhofstraße, der Krämergasse, durch die Basilika bis sie am Grab Willibrords ankommt. Dabei legen die Springer etwa 1,2 km zurück. Sie springen seitlich zur traditionellen Polka Musik, immer in Gruppen wechselnd 4 Minuten mit anschließenden 4 minütigen Pausen.
Der 3. Tag war eine Moselfahrt von Traben-Trarbach nach Bernkastel-Kues gemacht. Unterwegs erfuhren wir einiges zum Weinbau an den einzelnen Weinorten entlang der Mosel. Bernkastel konnte auf eigene Faust erkundet werden. Mit dem Bus fuhren wir wieder zurück nach Traben-Trarbach. Anschließend ging es auf ein Weingut. Hier erfuhren noch mehr über den Weinanbau und den Rebensorten. Fragen wurden von der Winzerin sofort kompetent beantwortet.
Die letzte Exkursion führte uns nach Idar-Oberstein. Nach einem Ortsrundgang informierten wir uns über die Arbeitsbedingungen der Edelsteinschleifer in der Vergangenheit. Heute hat der Ort seine frühere Vorherrschaft verloren. Die Edelsteinvorkommen sind nur sehr aufwendig abzubauen. Heute werden Edelsteine preiswerter importiert und nur noch in einigen wenigen Schleifereien bearbeitet. Der Niedergang des heimischen Edelsteinabbaus begann, als in Brasilien Edelsteine gefunden wurden. Diese wurden kostenlos als Ballast in den Segelschiffen nach Europa gebracht. Alle Fahrtteilnehmer waren von den früheren schweren Arbeitsbedingungen der Schleifer überrascht. Es wurde liegend an den Schleifsteinen gearbeitet, solange genug Licht vorhanden war. Dabei atmeten sie den feinen Schleifstaub ein. Lungenerkrankungen waren die Folge und damit ein kurzes Leben, während sich die Besitzer der Werke mit großartigen Gebäuden übertrumpften.
Alle Teilnehmer dieser Fahrt fuhren mit überwältigten Eindrücken nach Burgdorf zurück.
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