Berührendes Konzert von CANTICUM NOVUM

Ruhig oder kräftig, immer passend und präzise waren Dynamik und Intonation (Foto: B. Schumann)
Burgdorf: Kapelle |

Kammerchor des Kirchenkreises Burgdorf glänzt vor vollem Haus


Am Samstag vor dem Ewigkeitssonntag gab der Kammerchor des Kirchenkreises unter Leitung des Kirchenkreiskantors Martin Burzeya ein auf den Kirchenkalender und die Jahreszeit thematisch bestens abgestimmtes Konzert zugunsten der Paulus-Stiftung Burgdorf. Voll besetzt war die Kapelle am Niedersachsenring, als Canticum novum zunächst vier Motetten von Heinrich Schütz sang. Berühmt für seine musikalische Umsetzung der verwendeten Texte, ist Heinrich Schütz ein Muss und eine Herausforderung für jeden Chor mit Anspruch; eine Herausforderung, die die Sängerinnen und Sänger hervorragend meisterten. Die in einem Stück solistisch auftretenden drei Sänger aus dem Chor verstanden es, beim „Herr, nun lässest du deinen Diener in Frieden fahren – Selig sind die Toten“ im Wechselspiel mit dem Chor, den Engelsgesang von der Orgelempore zu einem „himmlischen“ Erlebnis zu machen. Dass er komplexe Polyphonie und starke Dynamik beherrscht zeigte der Chor bei Brahms‘ „Warum ist das Licht gegeben den Mühseligen“; nochmals Warum? wurde in Mauersbergers Trauermotette „Wie liegt die Stadt so wüst“ gefragt, die der Chor ausdrucksstark darbot und im Hinblick auf die jüngsten Ereignisse, allen Opfern von Terror und Gewalt widmete.
Dass man selbst sieben Strophen von „Der Mond ist aufgegangen“ interessant gestalten kann, zeigte Canticum novum, als sich alle Sängerinnen und Sänger scheinbar ungeordnet in den Saal begaben und das Stück in drei verschiedenen Sätzen (Reger, Hempfling, Seifert), und einstimmig sowie gesummt mit Sprecher darboten. Gekonnt vorgetragene Rezitationen zum Thema Tod lockerten das Programm auf, das mit Felix Mendelssohn-Bartholdys Motette „Mitten wir im Leben sind“ einen starken Schluß fand. Hervorragend!
Man darf sich schon auf das nächste Konzert von Canticum novum im Februar freuen, das wesentlich kontrastreicher sein und den Bogen von Johann Sebastian Bach über Francis Poulenc bis zu Burgdorfs Alfred Koerppen spannen wird.
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