9.Burgdorfer Nerd Nite

Klaus Wickboldt, Jessica Schober, Michael Kirstein (v.li.)
 
Zuschauer 9.Burgdorfer Nerd Nite
Burgdorf: Tennisclub Grün-Gelb |

www.burgdorfer Nerd Nite….
Dreimal „w“, Wohnen, Wetter und Wortwalz, das waren die Themen der 9.Burgdorfer Nerd Nite im Tennisclub Grün-Gelb Burgdorf.

Klaus Wickboldt eröffnete den Vortragsabend mit dem Thema „Smart Home“ oder auch intelligentes Wohnen genannt. Über eine Liveschaltung in sein eigenes Haus zeigte der Elektroingenieur, wie er mittels Smartphone bzw. Tablet Einfluss auf alle Hausgeräte nehmen kann. Sogar den Fernseher im Kinderzimmer, könnte er, so denn er nur wolle, auf bestimmte Einschaltzeiten begrenzen. Dass er mit dieser Technik-Besessenheit nicht immer auf das Verständnis seiner Familie gestoßen ist, wurde den anwesenden Zuschauern damit schnell verdeutlicht. Allerdings hat die Technik auch entscheidende Vorteile. So konnte er in einem Fall seiner Frau, die sich ausgesperrt hatte, von seiner Arbeitsstelleaus via Smartphone wieder Zugang zum Haus verschaffen. Mit solchen „Schlüssel-Erlebnissen“ erhofft sich Wickboldt mehr Akzeptanz für sein Hobby.

Auch der zweite Vortragende, Michael Kirstein, geht in seinem Steckenpferd völlig auf und erntet damit nicht immer das Verständnis seiner nächsten Umgebung. Seit über zwanzig Jahren zeichnet er das Wetter in Burgdorf auf. Entstanden ist seine Leidenschaft für das Wetter aus einem Gespräch mit Kollegen, bei dem es zu widersprüchlichen Ansichten über die Wetterentwicklung der letzten Jahrzehnte ging. Dem wollte Kirstein genauer auf den Grund gehen und fing an die Tagestemperaturen aufzuzeichnen. Was so klein begann endete bis zum heutigen Tag in einer kompletten Wetterstation. Mit Hilfe selbstgeschriebener Programme liest er die Daten seiner Wetterstation halbstündlich aus und hält sie in einer Excel-Tabelle fest. Die daraus gewonnenen Wetterdiagramme der letzten Jahrzehnte zeigen nach Ansicht von Kirstein keinen globalen Wetterumschwung für Burgdorf auf. Ein besonderer Höhepunkt seines Vortrages war eine Zeitrafferaufzeichnung seiner Wettercam über den Wolkenverlauf eines kompletten Tages.

Wieviel Engagement und Mut man für seine Ideen und seinen beruflichen Weg aufbringen kann, berichtete eindrucksvoll die in Burgdorf aufgewachsene Jungjournalistin Jessica Schober. So wie es sonst Dachdecker und Zimmerleute tun, ist sie nach ihrer Ausbildung auf die „Walz“ durch Deutschlands Lokalredaktionen gegangen. Am Anfang ihrer „Tippelei“ brauchte sie schon etwas Überwindung, um nach einer Schlafstelle oder Arbeitsstelle nachzufragen. Zur Übernachtung musste auch schon mal der Schlafsack im Freien oder eine Schlafstelle im Stall mit einem Bullen herhalten. Als besonderes Erlebnis bezeichnete sie eine Reportage für ein soziales Hamburger Straßenmagazin. Dazu hat sie eine Nacht mit Hamburger Wohnungslosen verbracht. Beeindruckt war sie vor allem von der Hilfsbereitschaft und Disziplin dieser Menschen; eine Erfahrung, die sie nicht missen möchte. Zuweilen enttäuscht war sie von der knausrigen Entlohnung einiger Lokalredaktionen. Aber auch das, so ihr Resümee, gehört zu den Erfahrungen, die man auf einer „Wortwalz“ macht.
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