Verkürzung
Was wird nicht alles verkürzt, die Zeit, die Arbeit, das Geld, die Geduld, die Ausbildungszeit bei der Bundeswehr. Immer kürzer, immer besser, immer effektiver? Wie soll das gehen.
Nur noch 6 Monate Grundausbildung, waren es nicht mal vor einiger Zeit noch 18 Monate, Kinder wo ist die Zeit geblieben? Jetzt muss alles ruck zuck gehen, kaum dem Elternhaus entwachsen kommen die Rekruten zum Bund. Hier müssen sie erst einmal lernen, was so einen Menschen ausmacht.
Also immer ganz schnell aufstehen, Betten machen (aber exakt, es wird kontrolliert), die Stube aufräumen (da kommt Muttern nicht), antreten zum Appell und dann heißt es Frühstück fassen.
Na ja, das mag ja alles noch so gehen.
Aber dann: Wenn es heißt Krieg spielen, Biwak bauen usw. Dann müssen diese ehemals Warmduscher sich jetzt draußen im Wald und auf der Heide kalt waschen, mit kaltem Wasser die Zähne putzen. Wenn sie im Zelt geschlafen haben, müssen sie morgens in die kalten, klammen Klamotten steigen. Die Stiefel müssen exakt geschnürt werden. Also rechter Stiefel die Schnürsenkel nach rechts kreuzen, linker Stiefel die Schnürsenkel nach links kreuzen, und wer dann nicht weiß wo rechts oder links ist, der kann sich aber warm anziehen.
Das Schwerste kommt aber noch, das Make up für das Gesicht, sie müssen sich doch auch im Gesicht tarnen, damit niemand sie beim Robben entdecken kann. Da haben es die Rekrutinnen leichter, die kommen ja schon geschminkt auf die Welt.
Schon mal Robben gespielt mit dem Sturmgepäck vor sich her schiebend? Da kommt Freude auf. Oder sie müssen mit Gepäck Hindernisse überqueren oder unter Stacheldraht kriechen, oder sogar durch Schlamm, igitt igitt.
Aber das alles und noch viel mehr interessiert unseren Gutti ja nicht. Der schmiert sich jeden Tag etwas Öl vom Golf ins Haar und wir können nur hoffen, dass dadurch das Öl weniger wird.


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