Verkaufsoffener Sonntag kein Erfolg
In einer Zeitungs-Überschrift lese ich, daß in Burgdorf der verkaufsoffene Sonntag ein Erfolg sei. Aus meiner Sicht des Theologen und des Religionswissenschaftlers ist es das Gegenteil: Wenn der Mensch die Dimension des Heiligen, Unverfügbaren, der frei schenkenden Gnade vergißt, dann vergißt er Gott und schließlich sich selbst und seine wahre Würde, die er von Gott her und nicht aus sich heraus hat. In der Menschheitsgeschichte gibt es die Erfahrung des 'numen', des Unverfügbaren und nicht der menschlichen Vernunft zugehörigen. Und es gibt die Erfahrung, daß ohne die wiederkehrende Erinnerung, ohne das immer wiederkehrende Gedenken an das Numen zum Unheil für den Menschen gereicht. So ist der Sonntag ein Tag des Herrn, unseres Schöpfers. Auf Ihn müssen wir blicken, nicht auf unser Konsumbedürfnis. Kann man denn nicht den Lebensbedarf innerhalb von sechs Tagen beschaffen? Mit Sicherheit kann das jeder Einzelne! - Der Mensch wird zur Lebensfülle gelangen, wenn er sich immer tiefer bewußt wird, daß er sich Gott verdankt und nicht einfach ein ausgedünntes Dasein fristet, das gefüllt werden müßte mit unzählbaren Waren, die unsere Seele überfluten. Gott ist unsere Fülle und alles in allem, nichts anderes. Die Nahrung und das Haben sind Genuß des Lebens, aber nicht dessen Inhalt. Bild anbei: Mit Hubble-Teleskop aufgenommener Helix-Nebel, auch genannt: Das Auge Gottes.



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