Was ist uns die Bundeswehr noch wert. Was ist sie sich selber noch wert.
Wenn ich die Schlagzeilen in den letzten Monaten lese, komme ich zu dem Ergebnis, die Bundeswehr ist sich selbst nichts mehr wert.
Was zählt die Selbstachtung, das Selbstwertgefühl, ein Menschenleben? Nichts!!
Und tust du nicht was ich will, dann bist du still, dann kann du vor die Hunde gehen. Dann kannst du auf den Mast hoch gehen auch wenn du nicht willst, du bist nichts wert.
Der Bundeswehrdrill ist unerbitterlich, es heißt vor dem Feind bestehen, da kann kein Kommandeur Weicheier gebrauchen. Also wird gedrillt auf Teufel komm raus.
Und schreibst du etwas über dein Leben oder das Leben und Sterben der Anderen, dann kommt dein Brief nicht an. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf.
Margot Käßmann hatte schon Recht: Nichts ist gut in Afghanistan und auch nicht bei der Bundeswehr.
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> "Wie muss ich denken um ein Militär zu werden? Was zählt dann für mich ein Menschenleben?"
Wir verheizen doch Menschenleben für Geringeres. In der Arbeitswelt, damit das System läuft. Im Verkehr, damit die Mobilität erhalten bleibt. Auf dem Teller, damit der Handel blüht. In den Kneipen, damit der Drogenhandel mit Alk floriert. Usw. Und das hundertfach mehr als in militärischen Einsätzen.
Ich habe bei diesem Kommentar ein paar Probleme, weil ich den gegenwärtigen Führungsstil nicht kenne.
Tatsache ist: Grundausbildung, - U - Lehrgänge, alles ist auf ein Minimum reduziert worden, Ob das in einer Berufsarmee anders wird, wage ich zu bezweifeln. Jobsicherung, Einkommensicherung, frühe Pensionierung (ab 52 können Soldaten ja keinen Kugelschreiber mehr halten), alles spielt eine große Rolle. Ich habe Übungen mit den viel belächelten US Soldaten gemacht. Ich lächele nicht mehr. Die sind um ein vielfaches härter als die Meisten unserer Pappkameraden.
Ich kann mich erinnern, dass ich 1960 Freunden, die Hochleistungssportler waren, gesagt habe, komm zum Bund und dann weisst Du, wie viele Muskeln bei Dir nicht arbeiten. Nach dem Gelächter kam das Zugeständnis, dass ich recht hatte. (Und ich war ja nur Luftwaffe).
Waffenspiele: auch nicht neu. 1958 spielen 2 im Wachdienst Wild - West.
Eine Waffe lud sich im Halfter durch und der Kamerad fing sich ein 11,43 mm Geschoss ein. Er hat es überlebt. Alles nichts Neues.
Wenn sie überleben wollen, müssen sie dafür arbeiten und wenn ich auf einem Segler anheuere, sollte ich wissen, dass ich die Takelage muss und das kostet Kraft und erfordert Mut.
Aufhören zu jammern und an sich arbeiten, anders geht es nicht.
Johanna, der Soldat muss wissen, was er seinem Beruf schuldig ist. Er sollte also sich verinnerlicht haben, dass er im Ernstfall zur Waffe greifen muss. Das sehe ich als richtig an.
Eine Bereitschaft zum Sterben halte ich für grundfalsch. Da liegt eine große Nähe zu den Selbstmordattentätern und die reagieren ohne zu denken. Der Soldat soll sich und andere schützen. Das ist seine primäre Aufgabe und das kann er nicht, wenn er blind ins Feuer läuft und der Drill sollte so hoch sein, dass er diese Aufgabe erfüllen kann. Abenteuerlust ist in dem Beruf absolut überflüssig und tot nützt er auch niemanden.
> "Eine Bereitschaft zum Sterben halte ich für grundfalsch. Da liegt eine große Nähe zu den Selbstmordattentätern und die reagieren ohne zu denken."
Was verstehst du eigentlich unter Militär?
Da geht es um Krieg und bewaffnete Konflikte, Kämpfe, Schlachten.
Da muss nicht nur der Soldat so gedrillt sein, dass er ohne Nachdenken Befehle ausführt, die ihn auch umbringen können, sondern der Befehlsgeber muss auch so eingestellt sein, dass er problemlos Leute in den Tod schickt.
Der Vergleich mit den Selbstmordattentätern ist da nicht falsch. Der Drill ist im Prinzip nicht viel anders und bei uns heißen solche Einsätze Himmelfahrtskommandos o.ä.
Andreas. 6 Jahre Bw und mehr als 25 Jahre aktive Reserve haben schon irgendwie Spuren hinterlassen. Im Laufe der Zeit hat sich manches geändert.
Wir wurden wirklich noch durchs Gelände gezogen, aber ich kann mich nicht erinnern, dass in irgendeinem Passus stand, dass ich für mein Vaterland sterben muss. Ich habe es zu verteidigen, so heißt es im Eid.
Auch der Befehlshaber muss sehen, das er seine Truppe einsatzfähig hält, d.h. Rückzug wenn nötig, vorwärts wenn möglich. Was ich eigentlich bei uns heute ein wenig bemängele: wenig Kameradschaft, etwas profitorientiert (freie Heilfürsorge,
frühes Renteneintrittsalter (Scheiß auf die blöden Arbeitnehmer, die meine Beiträge zahlen) und die Risikobereitschaft a la Afghanistan wird ja auch in € aufgewogen.
Wo ich ein Problem habe: sind das nun Legionäre oder Söldner?
Der Eid sagt, sie haben ihr Vaterland tapfer zu verteidigen und das liegt nicht am Hindukusch.
Ich habe einen Teil der Spiele während des kalten Krieges mitgemacht (auch den Mauerbau, da war ich auf dem Weg nach Leck in SH mit dem Kofferradio auf dem Knie und wusste nicht, ob das Geschwader im Alarm war)(war ja ein Flusicherungsfuzzy).
Es ist ja alles gut gegangen, aber deshalb müssen wir doch heute nicht verrückt spielen.
Tatsache für mich ist: die Ausbilder, die wir hatten, haben den Drill der Armee von Adolf dem Schnurrbärtigen auf uns übertragen. Es gab ja keine anderen.
Ich habe so manchen Tag verflucht.
Das zweifel ich gar nicht an - aber was Militär an sich betrifft, könnte ich mich nur wiederholen.
Sicher soll sich der teure Soldat und sein Material schützen, so gut es geht - dann eben auf Kosten der Leben der Anderen ;)
Und wenn er einen Hügel stürmen soll, dann soll er nicht nachdenken, dass Ausfälle eingeplant sind - um es mal nett zu formulieren.
> "aber wenn man sie verhindern kann, sollte man es tun. Die Jungs und Mädels fehlen dann irgendwo anders"
Sicher.
Aber...
...hast du schon mal Schach gespielt?
Schon mal gewonnen und noch alle Figuren gehabt?
Hast du je angefangen mit der ernsthaften Absicht, bloß keine Figur zu verlieren? ;)
Moin.
Der Vergleich ist gut, aber Du fängst ja auch kein Schachspiel an mit dem Gedanken: ich werde meine Figuren verlieren, sondern mit dem Gedanken: ich möchte meine Figuren behalten.
Rein gefühlsmäßig würde ich sagen, gerade dort gilt es: die Schau muss weiter gehen. Ich kann mir vorstellen was die Kameraden sagen, wenn man merkt, dass man dem Druck nicht gewachsen ist. Es herrscht doch schon hier im Lande eine rauhe Tonart untereinander, die manchen an die Grenze bringt.
Könnte mir gut vorstellen, dass die Soldatin auf der Gorch Fock auch so einem Druck ausgesetzt war.
Die Soldaten/Soldatinnen müssen gut ausgebildet werden und in einem Ernstfall den erforderlichen Situationen gewachsen sein. Ich weiß, das ein Kuschelkurs nicht angebracht ist.
Nur in der letzten Zeit sind so viele schlimme Dinge an die Öffentlichkeit gekommen, dass ich mich Frage, was geht in den Ausbildern vor?
Wenn jemand aus den Rahen fällt und stirbt, feiert man dann einfach Karneval?
Müssen die Soldaten so abgebrüht sein?
Ich glaube, die Frage, was in den Ausbildern vorgeht, ist nicht ganz korrekt.
In den Ausbildern geht nur das vor, was die Vorgesetzten zulassen, denn die sitzen zusammen, planen, beschließen.
Die Karnevalstory ist für mich neu. d.h. ich bin schlecht informiert. In mir weigert sich alles, dass zu glauben. So abgebrüht kann niemand sein.
Ich hatte Ausbilder, die noch von Adolf dem Schnurrbärtigen waren und die waren hart, aber das hätten selbst die nicht gebracht.
Was geht da in der Bw eigentlich vor??? Wie vor Jahren: der Staat im Staadte??
Habe mir den Bericht über den Kommandanten Schatz und die Gorch Fock angesehen. Mir kam der Kommandant sehr realistisch und authentisch rüber, ebenso die Mannschaft.
Ich habe nichts gesehen, aber ich denke, das Nächste sollte sein, die Mannschaft auszutauschen und das Schiff wieder in Fahrt zu setzen. Die Gorch Fock gehört zur Nation. Wir verplempern so viel Geld, das muss das Schiff doch bezahlbar sein.
Wer Milliarden zur Rettung von Banken investiert, kann doch nicht vor ein paar Tausend € zurückschrecken.
Menschen sind ersetzbar.
> "und das Schiff wieder in Fahrt zu setzen. Die Gorch Fock gehört zur Nation. Wir verplempern so viel Geld, das muss das Schiff doch bezahlbar sein"
Naja, dann tuschelt der Globus weiterhin, dass man den Deutschen auch mal mitteilen sollte, dass alle anderen Nationen schon auf Dampf umgestellt haben...
Andere Nationen würden sich die Finger lecken nach diesem Schmuckstück.
Ich bin auch dafür, dieses Schiff zu behalten. Es hat so etwas großartiges majestätisches an sich. Ich bin aber nicht für ein Königshaus;-))
> "Andere Nationen würden sich die Finger lecken nach diesem Schmuckstück.
Ich bin auch dafür, dieses Schiff zu behalten."
Behalten kann man es ja - und meinetwegen kann damit auch z.B. der Bundespräser zum Rumpräsern in der Weltgeschichte herumschippern... aber als Kriegs(schul)schiff ist es eher unpassend.
Auf einem modernen Schulschiff fände vielleicht auch dieses (Alt)Herren(menschen)gedöns weniger Humus...
Wenn auf so einem Schiff alles gut läuft zwischen Kommandant, Besatzung und Anwärtern so ist nichts dagegen einzuwenden.
Wer sich auf ein Segelschiff meldet und hat z.B. Höhenangst, der ist ja wohl wirklich fehl am Platz.
Es läuft bei der Bundeswehr schon längere Zeit wohl so einiges aus dem Ruder, ob der Gutti das wohl noch hinkriegt? Seine Lehrzeit ist ja wohl schon beendet und immer irgendeinen Schuldigen suchen ist wohl einfacher als wirklich etwas zu unternehmen.
> "Wer sich auf ein Segelschiff meldet und hat z.B. Höhenangst, der ist ja wohl wirklich fehl am Platz."
Dachte, da soll man was lernen!?
Wenn man da aber schon als Held und Supermann auftauchen muss, damit man weder abstürzt noch missbraucht wird, wozu dann noch ein SCHULschiff? ;)
Und wozu Segel?
Wer Panzerfahrer werden will, wird doch auch nicht mit der Lanze in der Hand auf einen Gaul gesetzt...
Ich glaube nicht, dass man bei der Bundeswehr oder Marine seine Phobien loswerden kann, im Gegenteil, eher werden sie dort noch verstärkt.
Warum nun einige unbedingt auf einem Segelschiff ihren Offiziersanwärter machen wollen, weiss ich auch nicht. Aber Unfälle passieren auch bei anderen Einheiten.
Jeder sollte schon wissen was er sich und seinem Körper zumuten kann.
Es gibt ja auch genug Extremsportler, die sich sogar nach einigen Tagen die eigene Hand absägen, nur um überleben zu können.
(Gibt einen Film über einen Bergsteiger, der allein in einer Felsspalte von einem herabstürzendem Felsstück eingeklemmt wird. Seine Hand klemmt fest und ist nicht frei zu bekommen. Nach endlosen Tagen bricht er sich die Hand am Fels und amputiert sie sich mit seinem Taschenmesser.)
> "Ich glaube nicht, dass man bei der Bundeswehr oder Marine seine Phobien loswerden kann"
Soll! Nicht kann ;)
Soldaten müssen konditioniert werden gegen ihre Instinkte und Ängste, sonst funktionieren sie nicht.
Und wir leben im 21. Jahrhundert... jede Ausbildungsstätte ist verpflichtet, bei der Ausbildung für Sicherheit zu sorgen - da kann man auch bei der BW dafür sorgen, dass die Unfähigen nicht zu Tode kommen...
Ich wollte eigentlich nicht mehr, "aber", zwischen unserer Zeitrechnung und der heutigen Zeitrechnung liegen Jahrhunderte.
Wir haben ab 1956 gewußt, was kommen kann und man hat nie etwas beschönigt.
Wir wurden geschliffen, bis man nur noch umgefallen ist und dann ist man noch beim Waffenappell durchgefallen. Ich habe als Soldat den Mauerbau miterlebt und gesehen. wie mit einem Mal ein Geschwader aufmunitioniert wurde. Das Spiel war vorbei.
Heute haben wir eine Laupipi Armee, die zwar technisch recht hoch gerüstet ist, aber ansonsten doch nur darauf aus ist, schnell an Kohle zu kommen. Warum melden sich sonst so viele nach Afghanistan? Der Spruch, noch 1 x hin und die Wohnung ist bezahlt steht im Raum.
Alle, die heute die Soldaten dort bedauern, sollten mal darüber nachdenken. "Sie sind freiwillig dort". Bedauern sollte man die Familien, die in die Entscheidung nicht einbezogen worden sind.
Ich kann das nicht anders beurteilen. Ich bin, was man bei der BW so sagt, ein 6 Ender, habe also manches erlebt und während 25 Jahren Reserve manchen Truppenversuch mitgemacht.
Vieles möchte ich nicht missen. Die Kameradschaft ganz oben, aber sonst??
Ich kann das Profitdenken gegen den Einsatz des Lebens für ein Volk, das unseren Einsatz nicht will, nicht verstehen.
Man verzeihe mir Schreibfehler. Ick bin meu, wie der plattdeutsche seggt.
Ich will dir da nicht widersprechen - aber ich bezog mich auf das Runterfallen in der Ausbildung o.ä.
Schleifen kann man auch, ohne dass jemand verunfallt... war jedenfalls schon früher bei der BW Usus...
Es gibt doch in jedem Betrieb usw die sogenannte Aufsichtspflicht. (heißt vielleicht noch etwas anders)
Die muß doch auch bei der Bundeswehr gelten. Wenn sich jemand freiwillig meldet gilt sie nicht? Ich habe leider keine Ahnung.
Das meine ich doch.
Wenn dann Leute zu doof sind, in Wanten herumzuklettern, und am Sicherungsseil oder in Netzen landen, ist das nicht Schuld der BW.
Kommen sie zu Tode, dann schon (ausser, sie haben die Sicherungen selbst torpediert).
HAZ Seite 1 von heute: Sie war 1,58 m groß und 82 kg schwer. Sie hätte nicht an Bord sein dürfen. Sie hatte eine Sondergenehmigung für eine Fregatte, die für die Gorch Fock nicht galt.
Das mit dem Gewicht hat sich ja nun aufgeklärt.
Aber egal, es läuft meiner Meinung nach einiges schief. Aber der "Leuchtturm" steht immer noch an erster Stelle in der Beliebtheitsskala.
Lasst es gut sein. Es wird langweilig.
Niemand kann Einsicht in die Akten und Verordnungen nehmen. Es bleibt also nur abzuwarten, was Gerichte entscheiden.
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Der große Zapfenstreich
Christian Wulff soll auch die Ehre zuteil werden. Die Bundeswehr wird ihn mit dem großen Zapfenstreich verabschieden.
Wie auch seine Vorgänger...
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