Industriegeschichte aus Lehrte- der Wasserkobold
Beim Bummel über den hannoverschen Weihnachtsmarkt kam ich heute an einem Geschäft für Wasserpumpen in der Knochenhauerstraße vorbei. Ich traute meinen Augen kaum. Da stand doch ein goldener Wasserkobold im Fenster, diese und andere Pumpen habe ich über 20 Jahre bei Pumpen- Weber in Lehrte produziert und repariert.
10 Jahre nach dem Tod von Ernst Weber kam das Unternehmen im Jahr 2000 in wirtschaftliche Schwierigkeiten.Da die Löhne nicht mehr regelmäßig bezahlt wurden, verließ ich im Mai 2000 mit schweren Herzen die Firma. 2002 wurde der Betrieb aufgelöst und das Patent, Gußformen und Fertigungsmaschinen nach meinem Wissen nach Belgien verkauft. Dort wird der Wasserkobold nun augenscheinlich noch immer produziert.
Es gibt heute noch viele Keller in denen so ein Kleinwasserwerk steht, teilweise seit 50 Jahren. Durch seine Klopfgeräusche die die Kolbenpumpe beim pumpen hervorbrachte, nannten wir sie auch das Herz jedes Hauses.
Ich habe bei Ernst Weber meine Maschinenbauerlehre gemacht und bei diesem hervorragenden Ingenieur viel gelernt. Nach seinem Tod am 30.Juli 1990 führte der Geschäftsführer Manfred Breitkreuz die Firma, leider verstarb er viel zu früh und somit war das Ende nicht mehr abzuwenden.
Die Firma Pumpen-Weber war vielen Menschen ein Begriff. Es wurden nicht nur Kolbenpumpen von 800 bis 5000 Ltr/h produziert, sondern auch Füllmassepumpen (sh.Bild3) für die Zuckerfabriken und Vakuumpumpen für Minensuchboote der Marine. Auch auf der "Mellum", ein Schiff zur Bekämpfung von Ölkatastrophen stand eine Vakuumpumpe von Pumpen-Weber aus Lehrte.
Der goldene Wasserkobold zum 100. Jubiläum hat in mir viele Erinnerungen wach gemacht. Erinnerungen an einen Chef wie Ernst Weber, dem ich auch heute noch für Vieles dankbar bin.



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