Trip to Israel - Laubhüttenfest - was ist das?

 
Palmwedel liegen zur gefälligen Bedienung auf der Straße ...

Während unserer Zeit in Israel wurde dort das Laubhüttenfest (hebr. Sukkot, jiddisch Sukkes) gefeiert. Einige Male wurde mir hier die Frage gestellt, was das eigentlich sei. Ich habe beschlossen, deswegen einen eigenen themenbezogenen Beitrag zu machen.

Das Laubhüttenfest ist das höchste jüdische Freudenfest. Es wird vom 15.-21./22. Tischri des jüdischen Kalenders gefeiert, umgesetzt auf den gregorianischen Kalender heißt das in diesem Jahr (2008) vom 14.-21./22. Oktober. In Israel wird Sukkot 7 Tage, in der Diaspora 8 Tage gefeiert. Im liberalen Judentum dauert Sukkot allerdings auch in der Diaspora nur 7 Tage.
Ursprünglich war Sukkot ein Erntefest, vergleichbar unserem Erntedankfest, mit der Zeit kam aber auch die Erinnerung an den Exodus dazu (Auszug aus Ägypten), während dessen das Volk Israel eben in solchen, am Ende eines Tages schnell aufgebauten Hütten übernachtet hatte.

Kurz nach Jom Kippur (Versöhnungstag, dem höchsten jüdischen Festtag) beginnen die Juden, einfache Hütten zu bauen, die Laubhütten (Sukka) eben, die allerdings gewisse Kriterien erfüllen müssen:

- es darf keine feste Hütte sein
- sie muss einfach auf- und abbaubar sein
- sie muss vier Wände haben - eine davon darf die Hauswand sein
- für die Bedachung sind nur Zweige zugelassen, die Sterne müssen durch das Dach scheinen können
- sie muss unter freiem Himmel stehen, ein freier Blick auf den Himmel muss gewährleistet sein. Ein nicht überdachter Balkon ist in diesem Zusammenhang gültig, ein überdachter (Loggia) nicht. In Städten behilft man sich z.T. damit, dass auf dem Dachboden eine Laubhütte errichtet wird, und über ihr die Dachziegel entfernt werden.
- man muss in der Laubhütte sitzen können

Kurz vor dem Laubhüttenfest werden in den Städten abgeschnittene Palmzweige ausgelegt, die die Bürger für ihre Laubhütten verwenden dürfen. Wie bei uns kurz vor Weihnachten, wenn alle Welt Tannenbäume auf dem Autodach durch die Gegend kutschiert, sieht man in Israel die Leute ihre Palmzweige auf dem Autodach transportieren.

In der Laubhütte wird gegessen, es wird gefeiert, und es werden religiöse Texte verlesen und gelernt. Wenn die klimatischen und räumlichen Umstände es erlauben, wird in der Laubhütte auch übernachtet.
Zu den Gottesdiensten in der Synagoge nimmt man während Sukkot Feststräuße mit, die aus vier Pflanzenarten bestehen müssen:

- ein Palmzweig
- drei Myrtenzweige
- zwei Bachweidenzweige
- eine Etrog-Frucht (Zitronatzitrone)

Die beim Sukkot benutzte Etrog-Frucht muss fleckenlos sein, die Spitze darf nicht abgebrochen sein; eine natürlicherweise nicht vorhandene Spitze wird aber akzeptiert.

Sukkot wird beendet mit Schmini Azeret ("Achter der Schlussversammlung"). Dieser Tag ist wie Jom tov (der erste Tag des Sukkot) und jeder Sabbat ein Ruhetag. Wenn Sukkot acht Tage gefeiert wird, dauert Schmini Azeret zwei Tage; der zweite Tag wird Simchat Tora ("Tora-Freude") genannt. An diesem Tage wird die Tora-Rolle aus der Synagoge geholt, es wird eine Prozession veranstaltet, es wird getanzt, die Tora wird berührt und geküsst. In Gegenden, in denen Sukkot nur sieben Tage gefeiert wird, fallen Schmini Azeret und Simchat Tora zusammen auf einen Tag.
Tora ist die jüdische Bezeichnung für die 5 Bücher Mose (den Pentateuch), den wichtigsten Hauptteil der hebräischen Bibel.

Hier gehts zu den "großen" Berichten über unsere Reise nach Israel: http://www.myheimat.de/burgdorf/beitrag/59588/trip...

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8 Kommentare zum Beitrag
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Rüdeger Baumann aus Garbsen am 28.11.2008 um 22:11 Uhr  
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Detlev Müller aus Burgdorf am 28.11.2008 um 22:12 Uhr  
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Kirsten Steuer aus Pattensen am 28.11.2008 um 22:18 Uhr  
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Detlev Müller aus Burgdorf am 28.11.2008 um 22:28 Uhr  
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carsten koehler aus Lehrte am 29.11.2008 um 16:31 Uhr  
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