Norwegen 2010, Teil 4: Gletscherwelten

1. Tour: Ins Oldedalen
 
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Im Oldedalen

Mit einer Länge von 100 km und einer Breite von 15 km ist der Jostedalsbreen der größte Gletscher auf europäischem Festland. Seine Fläche beträgt 487 km² und das Eis erreicht eine Stärke von bis zu 500 m. Etliche Gletscherzungen schieben sich vom Plateau in die Täler. Die wohl berühmtesten sind der Briksdals- und der Kjenndalsbreen auf nordwestlicher, sowie der Nigardsbreen auf südöstlicher Seite.

Meine erste Tour führte mich zum Briksdalsbreen. Von Olden aus durch das ca. 25 km lange Oldedalen, vorbei am Oldevatnet zum Parkplatz an der 'Briksdalsbre Fjellstove'. Von dort ist es noch eine gute dreiviertel Stunde Fußmarsch zum Gletschersee. Der Gletscher ist, seit ich das letzte mal hier war (1989), um einiges geschrumpft. Auch sonst hat es Veränderungen gegeben: Die Pferdekutschen sind nach einem Unfall im Jahre 2004 gegen Benzinkutschen ausgetauscht geworden.

Einige Tage darauf machte ich mich auf den Weg zum Kjenndalsbreen. Der Weg führt von Loen aus durch das wunderschöne Lodalen entlang des ca. 12 km langen Lovatnet. Am Ende des Sees weisen Schilder und Gedenktafeln auf zwei Naturereignisse mit katastophaler Auswirkung hin. In den Jahren 1905 und 1936 kam es zu zwei Felsabbrüchen am Ramnefjellet, die riesige, bis 70 m hohe, Tsunamis auslösten, die über die Dörfer Bodal und Nesdal hereinbrachen. Insgesamt 135 Menschen fanden den Tod. 1950 widerholte sich das Ganze; in 900 m Höhe löste sich eine halbe Million Tonnen Fels. Die Orte Bodal und Nesdal waren aber längst aufgegeben worden. - Die Straße endet kurz vor dem Kjenndalsbreen. Vom Parkplatz sind es nur einige Minuten Fußmarsch bis der Weg an einem Aussichtspunkt mitten in einem riesigen Talkessel endet. Gerade vor einem schiebt sich der Strom des Kjenndalsbreen herab. Rechts und links stürzen Wasserfälle aus hunderten Meter Höhe ins Tal. Sich hier einmal um die eigene Achse zu drehen und den Anblick zu verinnerlichen ist ein unvergessliches Erlebnis!

Am nächsten Morgen hängt der Nebel so tief, ich sehe nicht einmal den Fjord. Erst gegen halb zehn hat es die Sonne fast geschafft, blauer Himmel kommt durch. - Heute werde ich einen Gletscher besuchen, auf den ich erst durch die Recherchen über meine Urlaubsgegend gestoßen bin, den Bødalsbreen. Die Fahrt führt erneut ins Lodalen, zweigt aber kurz vor dem Ramnefjellet links ab. Die mautpflichtige Straße ist ein Abenteuer an sich: Steil, Serpentinen, Schotter, größtenteils einspurig. Man sollte früh morgens rauf und erst spät nachmittags wieder runter fahren, so vermeidet man Gegenverkehr! Nichtsdestotrotz ist die Gegend einfach grandios. Das Wasser des Bødalselva tost neben der Straße über etliche Stromschnellen und Wasserfälle ins Tal. Vom Parkplatz auf ca. 600 m Höhe geht es zur Bødalssætra, wobei nichts darauf hin deutet, dass die Sennhütten noch bewirtschaftet sind. Von hier hat man noch etwa eine Stunde Fußmarsch bis zum Gletscher. Der Bødalsbreen ist ein Gletscher zum 'Anfassen', man kommt nicht nur ran, man kommt auch rauf! Letzteres sollte man aber nur mit Führer und der richtigen Ausrüstung in Angriff nehmen. Mit einem offenen Auge für 'Kleinigkeiten' braucht man für die Tour viel Zeit; ständig gibt es etwas zu beobachten und zu fotografieren.

Abschließend muss ich sagen, dass mir die letzte Tour am besten gefallen hat. Dieser Gletscher, von dem ich vorher noch nicht mal was gehört habe, ist auf jedem Fall einen Besuch wert!

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Weiterveröffentlichungen:

Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.Nordhannoversche Zeitung | Erschienen am 30.12.2010
Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.Anzeiger | Erschienen am 31.12.2010
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Beate Rühmann aus Burgdorf am 06.12.2010 um 20:38 Uhr  
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