Nach 68 Jahren ruht die Kugel für immer

Günther Staab und Werner Engelhard haben die Vereinsutensilien der RuKuBu zusammengetragen und in einer Glasvitrine im Gasthaus Haase ausgestellt.
Burgdorf: Gasthaus Haase |

Kegelclubber der RuKuBu leben mit den Erinnerungen weiter

Nach 68 aktiven Jahren wurde der 1946 gegründete Kegelclub „RuKuBu“ – „Ruhige Kugel Burgdorf“, in der vergangenen Woche geschlossen. Die verbliebenen zwei aktiven Kegler und sechs Witwen der verstorbenen Männer sorgten aber nochmal dafür, dass ihr Club in Erinnerung und dem gesellschaftlichen Leben in Burgdorf erhalten bleibt. Mit einer Glasvitrine im Gasthaus Haase, in der alle Clubinsignien ausgestellt sind, wird der Club weiter leben.
Das wöchentliche Kegeln an jedem Freitag auf der Kegelbahn im Gasthaus Haase und die anschließenden Skat- oder Doppelkopfrunden waren immer ein Bestandteil der Männer um die verbliebenen Kegler Werner Engelhard (93), Wilhelm Lindemann (89) und Günther Staab (88), aber die gesellschaftlichen Festivitäten mit den Frauen, die Reisen und die vielen Feiern ließen den Club über 68 Jahre lang aufblühen.
Eine eingeschworene Gemeinschaft, die in Burgdorf auch in schwierigen Phasen, wie in den Nachkriegsjahren, zusammenhielt und das gesellschaftliche Leben in Burgdorf prägte. Den Rahmen dabei bildete immer wieder das Kegeln. Das Ehepaar-Kegeln wurde gegründet, bei dem es um einen Sektkübel als Wanderpokal ging. Halbjährlich wurde das Königskegeln veranstaltet und auch kleinere Orden- und Ehrenzeichen eingeführt. So erhielt der mieseste Kegler nach jedem Freitag den „kleinen Pin“, den er eine Woche immer bei sich tragen musste. Konnte er diesen nicht zeigen, wenn ein Kegelbruder ihn darauf ansprach, dann war eine Runde fällig. Die Satzung, die auch diese Regel enthält, stammt aus der Gründungszeit des Clubs und diese Regeln gelten heute noch.
Festgehalten wurden die Ergebnisse, die Erlebnisse und auch die Reiseberichte in einer Chronik, die mittlerweile bis heute auf vier Bände angewachsen ist, Geschichte pur, die sich da vor dem Leser ausbreitet. Alle diese großen und kleinen Erinnerungen, sowie Fotos und auch Kegelkugeln sind jetzt in einer Glas- und Spiegelvitrine im Kegelclubzimmer des Gasthauses ausgestellt und können so über die nächsten Kegelgenerationen gezeigt werden.
Bis zur vergangenen Woche sind die RuKuBu-Mitglieder etwa 3300 Freitage ins Gasthaus Haase gekommen.
Heute sind die sportlichen Aktivitäten aber in den Hintergrund getreten. Von den ursprünglich 16 Mitglieder können nur noch zwei Männer eine ruhige Kugel schieben und obwohl die sechs Frauen Uta Spittau, Margot Schubert, Lieselotte Muhle, Gitta Oppermann Inge Große und Else Hahn mithalfen, den Club auf Kurs zu halten, ist jetzt die Zeit gekommen, die Erinnerungen aufleben und den Verein ruhen zu lassen. Private Kontakte wird es natürlich immer noch geben, die Freundschaften gepflegt und auch weiterhin bestehen bleiben.
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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.Anzeiger | Erschienen am 16.08.2014
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