Mit Motorradgespannen zum Polarkreis - Teil 6 (aktualisiert 8.2.)

Beweisfoto
 
Yokkmokkmarkt

04.02.2012
Die Temperaturen gingen in der Nacht auf -42 C herunter. Wir disponieren wieder um und tätigen keine Startversuche. Jokkmokk werden wir mit dem Auto erkunden - ja, ihr hört richtig. Unser Vermieter war so freundlich uns sein Auto zu überlassen. Wir stöpselten sein Auto an die Stromversorgung an und warteten noch 2 Stunden. Diese Zeit nutzten wir, um die nähere Umgebung zu erkunden, endlich sahen wir auch eine Elchkuh mit ihrem Jungen. Noch ein kurzes Frühstück und Start in Richtung Jokkmokk. Auf dem Weg dorthin sahen wir ein Rudel Rentiere, die am Straßenrand standen.
Die Menschen auf dem Markt froren (überwiegend) erbärmlich. In der Tourist-Info waren viele Menschen, die fast in die Heizkörper hineinzukriechen versuchten, um sich zu erwärmen. Insgesamt mussten wir ernüchternd feststellen, dass der Markt so ähnlich ist wie Märkte in Deutschland - nur, dass eben auch viele Fell - und Fleischprodukte aus der Gegend angeboten werden. Kulturell konnten wir einen Wolfstanz sehen, vorgeführt von drei Frauen, die sich mit Wolfsfellen verkleidet hatten und nach Trommelmusik tanzten. Hier oben geht alles sehr gemächlich vonstatten (alles hat seine Zeit) wir werden ruhiger.

05.02.2012

Die Zeit läuft uns davon, heute werden wir zum Polarkreis fahren. Temperatur: -34 C! Uns ist noch ein wenig mulmig, da diese Temperaturen für Menschen und Maschinen kaum auszuhalten sind.
Wir starten die Motorräder wie geplant. Kalle´s Guzzi springt nach kurzem fönen von Kaltstarter und Anlasserknopf, nachdem eine warme, vollgeladene Batterie eingebaut wurde, sofort an. Da sie ja schon aufgebockt war, wurde der Wandler zuerst gaaanz langsam und dann mehr und mehr mit Öl gefüllt und das Hinterrad bewegte sich dann auch endlich.
Ecki´s Guzzi und Klaus´s BMW sprangen auch recht schnell an. Nur Alfons Afrika Twin wollte heute nicht so recht. Der vordere Zylinder des V-Motors rief nach einer neuen Kerze. Nachdem eine neue Kerze eingebaut wurde, schnurrte der Motor mit Überbrückung auch sofort los. Jetzt müssen wir nur noch die Steigung bis zur Haupttrasse schaffen. Alfons Moped mussten wir fast hoch tragen, die 3 anderen Mopeds mit den 15 Zoll Rädern hatten weniger Probleme. Nachdem alle Gespanne oben standen, haben wir uns angezogen und nun starten wir endlich die letzte Etappe zum Polarkreis.
Die Fahrt dort hin verlief ohne weitere Zwischenfälle. Es ging recht zügig voran und um 13:00 Uhr waren wir dort. Die Temperatur ist an dieser Stelle noch einmal gefallen, es ist annähernd -36 C kalt. Wir machten ein paar Fotos, joggten einmal im Kreis, schnappten an (einen Heidegeist) und fuhren zurück. Alfons vorweg gab mächtig Gas, er wollte so schnell wie möglich zur nächsten Tankstelle, um seine Finger aufzutauen. Seine superteuren, beheizbaren Qualitätshandschuhe hatten wieder einmal Kabelbrüche, bei dieser Kälte funktionieren eben nur Siliconkabel, aber die waren dem Produzenten wohl zu teuer. Es hilft jetzt kein lamentieren, die freundliche Tankwartin empfahl Alfons ein paar schwedische gefütterte Fausthandschuhe, in die er mit Fleecehandschuhe hineinschlüpfte - das ging dann ohne Fremdheizung einigermaßen. Zurück bei unserem Haus bereiten wir die Motorräder für den Start zur Rückreise vor, rechnen mit unserem Vermieter ab und nehmen uns noch einen „Siegestropfen“.
Heute war für uns alle vier ein Tag, der als Höhepunkt in unsere persönlichen Biografien eingeht.

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3 Kommentare zum Beitrag
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Kurt Battermann aus Burgdorf am 05.02.2012 um 17:36 Uhr  
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Burkhard Hußmann aus Burgdorf am 05.02.2012 um 18:18 Uhr  
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Ralph Burgdorf aus Burgdorf am 08.02.2012 um 08:48 Uhr  
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