Isar-Radweg: Vom Karwendel-Gebirge zur Donau

Wild und grün ist die Isar in ihrem Quellgebiet bei Scharnitz (Österreich) am Hang des Karwendelgebirges.
 
Auf meist gut befahrbaren Schotterwegen nähern wir uns dem Quellgebiet, dem "Isar-Ursprung".

Der Isar-Radweg beginnt im Quellgebiet des Hauptflusses der Bayern und endet an der Donau bei Deggendorf. Bis dahin erlebt der Radler auf rund 330 km eine vielfältige Landschaft, sieht malerische Städte und genießt die urgemütliche bayerische Gastlichkeit.

Die Isar entspringt „hoch droben“ im Karwendelgebirge, auf über 1000 Meter, oberhalb des österreichischen Örtchens Scharnitz. Die Anreise dorthin kann mit der Bahn erfolgen. Wir jedoch fahren dieses Mal mit dem Auto, die Räder an Bord, hinauf zum Parkplatz neben einem Gasthof. Dort laden wir aus, packen das Gepäck auf unsere Gefährte und sind gegen 9.40 Uhr startklar.

Über den Bergwipfeln hängen zäh die Wolken. Für Mitte Juni ist es noch recht frisch. Aber der erprobte Radler hat warme Kleidung dabei und lässt sich nicht so schnell unterkriegen. 280 km ist der Radweg laut bikeline-Radwanderführer lang, wir schaffen mitsamt Hin- und Rückfahrt zum Quellgebiet, dem Isar-Ursprung, und einigen Extra-Ausflügen 330 km.

Tag 1: Vom Isar-Ursprung nach Lenggries (86 km)


Auf geht's also die erste knackige Steigung hinauf. Der Asphalt hat in anfangs noch gut befahrbaren Schotter gewechselt, die Steigungen werden bald moderater. Ein ganzes Stück geht es sogar wieder hinab. Nach dem ersten Anstieg bietet sich dem Radler ein imposanter Blick hinunter ins Isartal. Das Rauschen des wie der Inn (siehe Inn-Radweg) grün erscheinenden Flusses ist bis oben hinauf zu hören. Der Schotter, den die Isar mit sich trägt oder aus dem felsigen Grund herauswäscht, begleitet den Fluss weit hinab. Nach gut 300 km mündet die Isar bei Deggendorf in die Donau.

Kühe grasen neben dem Radweg, können sich frei zwischen den nur für Paarhufer lästigen Sperren bewegen. Das Läuten der Glocken erfüllt das enger werdende Tal. Am frühen Vormittag sind noch wenig Radler unterwegs. Je weiter es dem Isar-Ursprung entgegen geht, desto enger wird das Tal und desto höher sind die teils noch mit Schneefeldern gezierten Berge, deren Gipfel von Wolken umkränzt sind. Als Flachländer ist man stark beeindruckt und fühlt sich angesichts der mächtigen Natur ganz klein.

Reißende Strömung und grünes Wasser


Immer wieder strömt reißendes Wasser von den Seiten der Isar zu, deren Quellgebiet wir nach 14 km erreichen: den Isar-Ursprung. Die eigentliche Quelle befindet sich noch wesentlich höher und ist mit einem Tourenrad nur schwer zu erreichen. So kehren wir kurz vor der Kastenalm, zu der nur ein schmaler Fußweg führt, wieder um. Der Rückweg geht natürlich wesentlich flotter vonstatten, und gegen 12.40 Uhr sind wir wieder ins Scharnitz. Zeit für eine Mittagspause im Gasthof neben dem Parkplatz, an dem wir gestartet sind.

Der Weg von Scharnitz nach Mittenwald, wo ungezählte Gebirsjäger ihre Bundeswehr-Ausbildung absolviert haben, bietet zwei Optionen. Wir wählen an der unbeschilderten Wegegabelung den rechten, flussnäheren Weg und erreichen schnell die berühmte Geigenbauerstadt. Insbesondere die wunderbaren Lüftlmalereien bieten dankbare Fotoobjekte. Sogar der Kirchturm am Ende der von Touristen bevölkerten Fußgängerzone ist bunt bemalt. Uralte und moderne Malereien harmonieren problemlos und fordern den Fotografen immer wieder heraus.

Endlich bricht sich die Sonne Bahn durch die Wolken. Zwischen Krün und Wallgau, dem Wohnort von Deutschlands erfolgreichster Biathletin, stoßen wir auf den "Magdalena-Neuner-Panoramaweg". Hinter dem kleinen, aber feinen Städtchen Wallgau, wo es einen Kanal gibt, der ein Wasserkraftwerk speist, radeln wir auf einer schmalen, aber hervorragend asphaltieren Straße flott talwärts und erheischen immer wieder faszinierende Blicke ins Isartal. So macht Radeln richtig Freude!

Den kompletten Radreisebericht finden Sie auf der Website radtouren.net.
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