150 Jahre Realschule Burgdorf
Burgdorf: Realschule | Meine Zeit in der Realschule Burgdorf endete im Juli 1974. Ich verließ die Klasse 9a zugunsten einer Berufsausbildung. Da ich dadurch das 10. Schuljahr nicht mehr absolvierte war ich praktisch ohne Abschlussklasse. So war ich jetzt gespannt auf die Jubiläumswoche und hoffte, einige alte Schulkameraden und Lehrer nach so langer Zeit wieder zu treffen. Ich hatte mir den heutigen Freitag extra dafür frei genommen. Auf dem Schulhof angekommen wurde so manche alte Erinnerung wach, teils mit etwas Wehmut, überwiegend aber mit der Freude, wieder hier zu sein. Einiges hat sich durch Baumaßnahmen verändert, aber im großen Ganzen sah es aus wie vor vielen Jahren.
Im Eingangsbereich zum Veranstaltungsraum wurde ich nett empfangen und trat ein. Die neue Turnhalle war eindrucksvoll mit Bühne und geordneter Bestuhlung zu einem Veranstaltungsraum umgestaltet worden. Licht- und Soundtechnik waren beeindruckend. Überall wurden Aufgaben von Schülern wahrgenommen. Es war alles gut vorbereitet.
Die Veranstaltung begann schließlich mit einer Zeitreise in das Jahr 3011. Die Menschen aus dieser Zeit, dargestellt durch Mitglieder der Theatergruppe, moderierten auf eine besonders originelle, wie auch liebevolle und humorvolle Weise das komplette Programm. Sie versuchten anhand von dargestellten „Rückblenden“ unsere heutige Zeit zu erkunden, um zu erfahren, wie die Welt denn damals um die Zeit des 150-jährigen Realschul-Jubiläums gewesen ist.
Überhaupt nicht alltäglich präsentierte diese Gruppe auch die Ankündigung der Redner und Rednerinnen. Genau diese Art und Weise hat viel, wenn nicht sogar entscheidend zum Gelingen beigetragen. Meine Hochachtung an alle Mitwirkenden und Ideengeber. Das war klasse.
Es kamen im Ablauf des Programmes neben durchweg beeindruckender Musik-, Tanz- und Bühnendarstellungen mehrere Redner der Schule, Stadtverwaltung, Schulbehörde und viele andere zu Wort. Es ging dabei thematisch z. B. um die praktizierte offene Ganztagsschule, den Deutsch-Französischen Schüleraustausch, der auch ein kleines Jubiläum feierte, den Förderverein und immer wieder um „Realschule gestern und heute“ in verschiedener Weise. Die Ansprachen waren von allen Rednern erfrischend, sachlich, informativ und mit einer Prise Humor gewürzt. So ließ sich viel zum Thema erfahren.
Den Abschluss bildete das eigens für diesen Anlass von einem Schüler-Chor gesungene Jubiläumslied, das einen tollen Rhythmus und eine eingängige Melodie hatte. Mitklatschen und Mitsingen passierten von selbst. Um eine Zugabe kamen die Akteure nicht herum.
Zusammen mit meinem Sohn Tobias, der ebenfalls diese Schule besucht hatte, stärkte ich mich anschließend erstmal beim Empfang in der liebevoll eingerichteten Caféteria mit Brötchen, Traubensaft, Kuchen, Kaffee etc. Viele der Gäste fanden sich hier ein und es wurde ein Ort der Begegnung. Auch hier waren wieder hauptsächlich Schüler emsig als Bedienkräfte und Helfer tätig.
Danach schauten wir uns in der alten Aula die Ausstellung an. Schulutensilien, Zeitungsberichte, Fotos etc. waren hier zu sehen. Hier gab es über 100 Jahre rückwärts erneut eine Zeitreise... Erinnerungen an meine Zeit im Schulchor waren plötzlich gegenwärtig, denn die damals aufgenommene Schallplatte und das Konzertplakat wurden hier präsentiert. Hier in der Aula hatten wir oft geprobt für unsere Auftritte.
Aus meiner alten Klasse habe ich heute noch niemanden getroffen. Aber ich sprach mit anderen Mitschülern verschiedener Generationen. Irgendwie war es einfach, hier auf unbekannte Leute zuzugehen. Wir haben ja alle eines gemeinsam. ;-)
Nun freue ich mich auf weitere Veranstaltungen der Jubiläumswoche und möchte der altehrwürdigen Burgdorfer Realschule wünschen, auch weiterhin offen für alles neue zu bleiben und auf diese Weise Generations-Übergreifend zur Bildung und Gemeinschaft beizutragen.





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