Premiere von Georg Büchners Lustspiel „Leonce und Lena“ begeistert Burgauer Publikum.
Erleichtertes Aufatmen bei der Regisseurin Yasemin Kont und ihren Darstellern, nach der Premiere im KramerHofTheater am Freitag den 25.8.2008.
Ein hartes Stück Arbeit liegt hinter dem Team und ein nicht ganz einfaches Bühnenstück ist erfolgreich umgesetzt worden. Das Lustspiel „Leonce und Lena“ schrieb der 23jährige Georg Büchner im Jahr 1836.
In diesem Jahr wird der Burschenschaftler und Schriftsteller Fritz Reuter wegen Majestätsbeleidigung zum Tode verurteilt, dann zu 30 Jahren Festungshaft begnadigt. Auch Büchner war in die revolutionären Wirren des Vormärzes in Hessen verwickelt. Er verbreitet Flugblätter mit dem Kampfruf der französischen Revolution „Friede den Hütten, Krieg den Palästen!“ und wurde daraufhin steckbrieflich verfolgt. Sein Lustspiel „Leonce und Lena“ ist gekennzeichnet von realistischer Menschenbeschreibung, Gesellschaftskritik und Ironie.
Dieses Stück zeitgemäß und spannungsvoll zu inszenieren, gelingt Yasemin Kont ausgezeichnet. Sie reduziert Bühnenbild und Requisite zugunsten eines guten Konzepts und abwechslungsreichen Regieideen. Nichts soll von Gestik, Mimik und Sprache der Darsteller ablenken, ein Umstand der für die Schauspieler eine außergewöhnliche Herausforderung darstellt. Max Manßhart spielt den melancholischen Leonce mit Sensibilität und bringt die Schwermut und den Lebensüberdruß des jungen Prinzen glaubwürdig über die Rampe. An seiner Seite glänzt Wolfgang Eichelmann als Valerio, der nonchalant den Lebemann und Tunichtgut gibt. Den debilen König Peter, spielt Jànos Balog mit einer Komik und Intensität der man sich nicht entziehen kann. Seinen zwei Weisen und Beratern Wolfgang Trapp und Hans Sykora gelingt es mit ihren skurrilen Bewegungen und der eigenartigen Sprache, das Publikum in ihren Bann zu ziehen. Hannah Hupfauer überzeugt sowohl als naive Prinzessin Lena als auch in der Rolle der aufreizenden Rosetta. Die Schauspielerin Dörte Trauzeddel füllt die Nebenrolle der Gouvernante mit Esprit und Witz.
Alles in Allem wurde dem Premierepublikum ein höchst anspruchsvoller Theaterabend und Dank der schlicht aber farbig gewagten Bühnengestaltung von Richard Rau eine ganz besonders beeindruckende Ästhetik geboten. Kein Wunder, dass die Protagonisten mit minutenlangem Applaus belohnt wurden. Abermals wurde bewiesen, dass man auch im kleinen Burgau großes Theater sehen kann. Weitere Vorstellungen sehen sie am 31. Juli; 02./10./14./16./17./21./24./28./29. und 31. August jeweils um 20Uhr. Infos auch unter www.kramerhoftheater.de. Kartenvorbestellung unter 0172-4722204


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