Burgau und Umland mit Rad und zu Fuß entdecken
Auf dem halben Weg zwischen den Städten Augsburg und Ulm, nur etwa 15 Kilometer von der Kreisstadt Günzburg entfernt, liegt die historische Markgrafenstadt Burgau. Geprägt wird die burgauer Gegend von den beiden Flüssen Mindel und Kammel und ihren begleitenden Flussauen. Die Stadt zeichnet sich durch ein ganz besonders Flair zwischen Tradition und Moderne aus.
Der Name Burgau erscheint urkundlich erstmals 1147 und bedeutet, dass eine Burg die Lage einer Au näher bezeichnet. Seit 2002 regiert der erste Bürgermeister Konrad Barm die Stadt und ihre annähernd 10.000 Einwohner.
Die optimale Verkehrsanbindung durch die A8 und der Bahn zeichnet die Infrastruktur dort besonders aus. Hinzu kommen ein Therapiezentrum für Schädel-Hirn-Verletzte, welches 1988 gegründet wurde, und weitere Gesundheitsangebote. Auch die Bildungs- und Freizeiteinrichtungen, sowie die Gewerbestruktur aus Industrie, Handel und Dienstleistung sind auf einem sehr guten Niveau.
Sehenswertes – Tourismus
Neben der schönen Natur bietet Burgau für Touristen historische Bauten und noch viel mehr zu entdecken.
Bis zum Pressburger Frieden war Burgau weitgehend unter österreichischer Herrschaft und wurde erst später endgültig bayrisch. Das ab 1417 verwendete Stadtsiegel stellt einen Zinnenturm mit spitzen Dach und Turmknauf dar, wobei über dem Torturm der österreichische Bindenschild erscheint. Als Burgau 1806 endgültig bayrisch wurde, empörte das Symbol der früheren Landeszugehörigkeit in München die Gemüter. Am 8. Juni 1813 verlieh König Maximilian Josef von Bayern der Stadt Burgau deshalb ein neues Wappen, das mit kleinen 1928 vorgenommenen Abweichungen bis heute gilt: Es stellt einen aus weißen Quadersteinen erbauten und oben mit vier Zinnen versehenen altgotischen Turm im blauen Feld dar. Der Turm hat unter den Zinnen zwei Schießscharten und unten ein offen stehendes Tor – zu seinen beiden Seiten steht je ein grüner Tannenbaum.
Bis 1752 nutzte das habsburgische Landgerichtsamt das Schloss in Burgau – heute dient es als Heimatmuseum. Nach längerer Umbauzeit präsentiert das Museum der Stadt Burgau seit November 2007 auf zwei Stockwerke verteilt die Geschichte der Stadt und seiner Stadtteile. Die Dauerausstellung wird durch Wechsel- und Sonderausstellungen ergänzt.
Das zweite Museum der Stadt ist das Tiermuseum für heimische und exotische Tiere; jedes Tier hat eine für ihre Art natürliche Umgebung bekommen.
Das Wahrzeichen Burgaus ist das Stadttor, das seit 1614 seine heutige Form hat.
Der Marienbrunnen mit der Marienstatue verleiht dem Stadtzentrum einen idyllischen Charakter. Geschaffen wurde der Brunnen von dem Bildhauer Franz Schäfferle 1726 und versorgte früher hauptsächlich die Stadt mit Wasser.
Die Stadtpfarrkirche „Mariä Himmelfahrt“ wurde von 1788 bis 1791 im Übergangsstil von Barock zu Klassizismus erbaut und ist mit ihren Stil aus Fresken von Johann Baptist Enderle und Konrad Huber in Süddeutschland äußerst selten.
Die Loreto-Kapelle wurde 1692 auf dem Hügel neben dem Schlossberg erbaut und war einst ein vielbesuchter Wallfahrtsort frommer Menschen aus nah und fern.
Das Rathaus wurde 1880 als Amtsgericht und Gefängnis erstellt. Seit 1978 sitzt in dem Neurenaissancebau die Stadtverwaltung. Im Alten Rathaus kann man die habsburgerischen Zeugnisse erkennen: ein österreichischer Doppeladler prangt an der unter Denkmalschutz stehenden Stuckdecke im ehemaligen Sitzungssaal.
Neben den obligatorischen Stadtführungen gibt es noch andere Möglichkeiten die Stadt und ihr kulturelles Leben kennenzulernen: Der Fasching wird alljährlich schrill und bunt mit großen Umzügen gefeiert – Besonderheit ist die Kinderbrotspeisung am Rosenmontag. Ganze sechs Mal im Jahr finden zudem in der Stadtstraße Jahrmärkte statt. Burgau gestaltet sich als eine äußerst lebendige Stadt.
Es gibt aber auch in den Stadtteilen, der 1978 angegliederten Gemeinden, Sehenswertes zu entdecken. In Oberknöringen lockt die Antoniuskapelle von 1765 zur Besichtigung und in Unterknöringen ein Schloss aus dem 16. Jahrhundert, das dem Freiherren als Wasserburg diente. In Großanhausen steht die Pfarrkirche „Unseren lieben Frauen“ aus dem Jahre 1765, dessen Deckenfresko „Christi Geburt“ erneut von Johann Baptist Enderle stammt. In Kleinanhausen kann man die Pfarrkirche „St. Gangolf“ aus dem 18. Jahrhundert mit einem schönen Barockaltar besuchen. In Limbach präsentiert sich die Pfarrkirche „St. Stephan“, deren Entstehung ins 16. Jahrhundert zurückgeht. Außerdem gab es in Limbach die „Königin-Bild-Kapelle“ (1679 erbaut), welche einst ein vielbesuchter Wallfahrtsort war, aber im Zuge der josephinischen Reformen 1787 abgetragen wurde. An der alten Stelle entstand 1964 eine kleine Kapelle, die an die einst bedeutsame Wallfahrt erinnert.
Burgau ist auf Besucher bestens vorbereitet: Pensionen, Gasthöfe, Ferienwohnungen und Privatzimmer stehen für Reisende zur Übernachtung zur Verfügung.
Zwei Städtepartnerschaften
Wegen der Namensgleichheit der Städte Burgau in Schwaben und Burgau in der Steiermark haben im Mai 1977 die Beziehungen begonnen und sind mit dem Austausch der Partnerschaftsurkunden im Mai 1983 vertieft und ausgebaut worden. Noch in diesem Jahr wird das 25jährigen Bestehens der offiziellen Partnerschaft mit Burgau in der Steiermark gefeiert.
Eine weitere Städtepartnerschaft besteht zwischen Oberknöringen und Knöringen in der Pfalz. Grund dafür war neben dem freundschaftlichen Bund auch das Wissen, dass dadurch der Name „Knöringen“ erhalten bleibt. 1999 wurde die seit 20 Jahren bestehende Partnerschaft zwischen den beiden Gemeinden durch die Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunden offiziell besiegelt.
Am 31. Mai und 1. Juni 2008 wird die bestehende Freundschaft zwischen Knöringen in der Pfalz und dem burgauer Stadtteil Oberknöringen mit einem kleinen Fest gefeiert.
Wandern, Radfahren oder einfach in Bewegung bleiben
Verkehrsarme und unberührte Natur bietet sanften Tourismus zum Erholen an frischer Luft. Im Umland von Burgau wechseln sich grüne Wiesen und kleine Hügel mit Mischwäldern ab. Für Radfahrer wie Wanderer ist das Gebiet um Burgau wie geschaffen. Durch die Bewegung an frischer Luft lässt sich die Alltagshektik besser vergessen. In aller Ruhe kann man das rege Leben im Biotop oder die in der Gegend ansässigen Störche bewundern.
Ein gut ausgebautes Radwandernetz bietet Abwechslung – von Erkundungsfahrten in näherer Umgebung bis zu längeren Ausfahrten ins Gelände.
Der Römerweg „Via Julia“ führt von Salzburg über Augsburg nach Günzburg auch über Burgau. Damit kann ein Radtourist bis zu 280 Kilometer Land erkunden, an dessen Strecke man immer wieder Zeugnisse der Römer entdecken kann. Für eine Rast bietet sich Burgau mit Cafes und Gaststätten ideal an.
Ein anderer Radweg über Burgau ist der „Mindeltal-Radweg“, der mit seinen 90 Kilometern ebenso herausfordert.
Um Burgau gibt es zusätzlich noch die „Kartoffel-Rundtour“, den „Glötttal-Radrundweg“ und den 67 Kilometer langen „Kammeltal-Radweg“, der ohne größere Steigungen auskommt und sich deshalb auch für Kinder eignet.
Diese Touren können von Wanderern genauso genutzt werden, ansonsten bieten sich freie Wanderungen an den Flüssen Mindel und Kammel entlang an. Gut ausgebaute Wege zum Joggen oder zum Nordic-Walken sind vorhanden. Für Familien mit kleinen Kindern eignet sich ein kurzer Rundgang, beginnend beim Trachtenheim zum Bienenlehrpfad und wieder zurück.
Für andere Aktivitäten ist in und um Burgau gesorgt: ein weitläufiger Golfplatz, Tennisplätze im Freien oder in der Halle, Kegelbahnen, Angeln am Fluss und an Seen, zahlreiche Badeseen locken Aktivlustige.
Ansonsten sprechen für einen Besuch in Burgau mehrere Campingplätze und für Kinder ist das „Wichtelland Burgau“ beim Naherholungsgebiet „Am Silbersee“ interessant.
Im Winter sorgen ein Eiskunststadion, eine Naturrodelbahn und beheizte Hallenbäder für Spaß.





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