Paintballer holen am Hahn 70 neue Mitglieder ins Team der Lebensretter bei der Stefan-Morsch-Stiftung

68 Menschen ließen sich als potenzielle Lebensretter bei den Paintball-Liga-Wettkämpfen im Hunsrück bei der Stefan-Morsch-Stiftung - Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke - typisieren.
 
Andreas Niebuhr ist nicht nur Mitorganisator der Typisierungsaktion bei den Splat Dragons, als DRK-Profi stellte er sich auch als Blutabnehmer zur Verfügung.
 
Mit einem Spendenscheck von 600 Euro überraschten die Paintballer Emil Morsch (links) den Gründer der Stefan-Morsch-Stiftung.
Büchenbeuren: Splat Dragons |

Viele junge Paintballer wollte Andreas Niebuhr von dem Paintballverein „Splat Dragons“ dazu motivieren, sich als Stammzellspender bei der Stefan-Morsch-Stiftung zu typisieren. Mit seinen Vereinskollegen und der Deutschen Paintball Liga(DPL) rief er während den Spielen der deutschen Paintball Bezirks- und Landesliga in Hahn zur Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke auf. Und die Aktion hatte Erfolg: Fast 70 Menschen ließen sich einen Fingerhut voll Blut abnehmen, um vielleicht irgendwann einem Leukämiekranken das Leben zu retten.


Jedes Jahr erkranken etwa 11 000 Menschen an Leukämie – allein in Deutschland. Wenn Chemotherapie und Bestrahlung nicht helfen, ist eine Stammzelltransplantation die vielleicht letzte Chance. Andreas Niebuhr und Arne Petry von der DPL wissen das. Und um für Leukämiepatienten ein Signal der Hoffnung zu setzen, organisierten beide in den letzten Wochen die Hilfsaktion. „Klasse, dass so viele Sportler und auch Zuschauer dem Aufruf gefolgt sind – auch für die Geldspenden – 600 Euro sind so zusammengekommen“, so Andreas Niebuhr, als professioneller DRK-Blutabnehmer selbst Hand anlegte. Auch Arne Petry von der DPL freute sich mit der regen Beteiligung die Unterstützung und das Engagement der Paintballer für die Typisierungsaktion zeigen zu können.
Emil Morsch, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Stefan-Morsch-Stiftung, lobt das Engagement der Sportler: „Dass sich fast 70 Menschen, typisieren ließen bietet 70 neue Chancen, ein Leben retten zu können.“ Er dankt auch für die 600 Euro an Geldspenden: „Spendengelder werden dazu verwendet solche Typisierungen zu finanzieren. Denn jede einzelne Registrierung kostet uns 50 Euro.“ Die Stiftung ist Deutschlands älteste Stammzellspenderdatei mit Sitz in Birkenfeld. Seit fast 30 Jahren sind täglich mehrere Teams der Stiftung bundesweit unterwegs, um über Stammzellspende aufzuklären und vor allem junge Menschen als potenzielle Stammzellspender in die Datei aufzunehmen.
Im Labor der Stefan-Morsch-Stiftung werden die Blutproben auf die für die Transplantation von Stammzellen relevanten Gewebemerkmale (HLA-Werte) untersucht. Im Anschluss an die Analyse werden die Daten in der Spenderdatei der Stefan-Morsch-Stiftung gespeichert. Von dort werden die HLA-Werte, Geburtsdatum und Geschlecht sowie weitere transplantationsrelevante Werte anonym hinterlegt. Unter einer anonymisierten Spendernummer werden sie im Anschluss an das Zentrale Knochenmarkspender-Register Deutschland (ZKRD) übermittelt, wo die weltweiten Suchanfragen für die Patienten eingehen.

Hier die sportlichen Endergebnisse der Liga:

Bezirksliga:
1. Lauter Alte Herren Kellenbach
2. Frenetic Paint Pfredsfeld
3. Splat Dragons 3

Landesliga:
1. Splat Dragons
2. Saar Fanatics Lebach 2
3. Sankt Wendel Unchained


Antworten auf die häufigsten Fragen rund um das Thema Stammzellspende:


Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Patient einen passenden Spender findet?
Die Wahrscheinlichkeit, für einen Patienten einen kompatiblen Stammzellspender zu finden, liegt in der Größenordnung von 1:10.000 und 1:1.000.000 und ist abhängig von den für eine Transplantation relevanten Gewebemerkmalen (HLA-Werten) des Patienten. Je genauer die Übereinstimmung zwischen den Merkmalen dieses DNA-Teilstückes des Spenders und denen des Patienten ist, umso größer sind die Erfolgsaussichten für eine Stammzelltransplantation.

Was passiert bei einer Stammzellentnahme?
Um die Stammzellen beim Spender zu entnehmen, gibt es heute zwei Varianten: Bei der klassischen Methode der Knochenmarkentnahme wird durch eine Punktion des Beckenkamms das Knochenmark entnommen – niemals aus dem Rückenmark. Dieser Eingriff dauert zirka eine Stunde. Die zweite Methode – und die weit auf häufigste - ist die Entnahme peripherer Blutstammzellen aus dem Blut – ähnlich wie bei einer Plasmaspende oder Dialyse. Dazu wird dem Spender vorher ein körpereigener Botenstoff verabreicht, der die Stammzellen aus dem Knochenmark in das Blut übergehen lässt. Dieser Botenstoff löst beim Spender im Vorfeld oft grippeähnliche Symptome – wie Kopf- und Gliederschmerzen aus. Diese verschwinden aber mit der Entnahme der Stammzellen.

Ich hatte an dem Termin keine Zeit: Wo kann ich mich online typisieren lassen?
Über die Homepage der Stefan-Morsch-Stiftung kann man sich jederzeit als Stammzellspender erfassen lassen. Über den Online-Registrierungsbutton auf der Startseite kommt man zur Einverständniserklärung. Dort müssen eine Reihe von Gesundheitsfragen beantwortet werden, deshalb sollte die PDF „Wie werde ich Spender?“ vorab genau gelesen werden. Nach dem Ausfüllen der Einverständniserklärung bekommt man ein Registrierungsset mit genauer Anleitung zugeschickt. Für Spender, die jünger als 40 Jahre sind, entstehen dabei keine Kosten.
Spendengelder sind für die Dateien unverzichtbar, da jede Typisierung 50 Euro an Laborkosten verursacht. Die Spendenkonten sind auf der Homepage nachlesbar. Über unsere gebührenfreie Hotline (08 00 - 766 77 24) können Sie weitere Informationen einholen.

Die Stefan-Morsch-Stiftung

Die Stefan-Morsch-Stiftung mit Sitz im rheinland-pfälzischen Birkenfeld ist die älteste Stammzellspenderdatei Deutschlands. Unter dem Leitmotiv “Hoffen – Helfen – Heilen“ bietet die gemeinnützige Stiftung seit 1986 Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke – in jeder Frage. Leukämie - 11. 000 Mal pro Jahr wird allein in Deutschland diese Diagnose gestellt. Mal ist es ein berühmter Fußballer, mal die Frau eines Arbeitskollegen, mal der Sohn eines Vereinskameraden, mal der Bekannte eines Freundes – es könnte aber auch Ihr Kind, Ihre Frau, Sie selbst treffen.
Hilfe ist oft nur möglich, wenn es Menschen gibt, die sich freiwillig als Stammzellspender und damit als potenzieller Lebensretter für Patienten zur Verfügung stellen. Deshalb werben wir dafür, sich als Stammzellspender registrieren zu lassen. Mit jedem neu gewonnenen Spender erhöht sich die Chance, für einen Patienten einen passenden Stammzellspender zu finden. Nur dann hat die Übertragung von Stammzellen den gewünschten Erfolg, bei Krankheiten, für die es ansonsten keine vergleichbaren Möglichkeiten der Heilung oder des Überlebens gibt. So vermitteln wir täglich Stammzell- oder Knochenmarkspender aus der Spenderdatei als Lebensretter für Patienten weltweit.
Die Stiftung ist Teil eines Netzwerkes, das Menschen über alle Grenzen hinweg das Leben rettet. So sind wir angeschlossen an das Zentrale Knochenmarkspender-Register für die Bundesrepublik Deutschland (ZKRD), in dem alle für die Suche nach einem passenden Spender relevanten Daten aus ganz Deutschland zusammenlaufen und damit weltweit zur Verfügung stehen.
Aufgrund der internationalen Zusammenarbeit kann es sein, dass ein deutscher Patient Stammzellen aus Kanada erhält, oder ein Stammzellspender in Deutschland für einen Erkrankten in Griechenland gefunden wird.
Zudem bringen Vertreter unserer Stiftung über die Stiftung Knochenmark- und Stammzellspende Deutschland (SKD), European Group of Blood an Marror Transplantation (EBMT) und World Marror Donor Association (WMDA) auf nationaler und internationaler Ebene ihre Erfahrungen ein, wenn Experten die neuesten Forschungsergebnisse diskutieren und das weltweite Netzwerk optimieren.
Darüber hinaus hat sich die Stefan-Morsch-Stiftung zum Ziel gesetzt, Patienten und ihren Angehörigen zur Seite zu stehen. Wir helfen bei der Vermittlung von Kliniken oder Ärzten, beraten aber auch den Patienten nach der Transplantation. Die Stiftung gibt im Notfall finanzielle Hilfen. So können ungedeckte Kosten des Patienten, die durch eine Leukämie-Erkrankung entstanden sind und zu einer wirtschaftlichen Notlage geführt haben, übernommen werden.
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