Sturmtief Kyrill vor 7 Jahren

Entwurzelt oder abgebrochen
Hessen: Hinterland | Vor genau 7 Jahren, am 18.01.2007 - man kann das Datum nicht vergessen - wütete der seit Jahrzehnten schwerste Orkan das Sturmtief "Kyrill" über weite Teile Europas und Deutschland hinweg und hinterließ eine Spur des Grauens.

Ausgangspunkt des Orkantiefs war damals ein Tiefdruckgebiet über Neufundland, das in Richtung Osten zog, wobei dann die meisten Länder in Europa betroffen waren.

In Böen gab es Windgeschwindigkeiten bis 225 Km/h.

Außer vielen Todesopfern, Stromausfälle, Transportausfälle im Bahn - und Luftverkehr mussten auch sonst erhebliche Sachschäden verzeichnet werden.

In unserer Heimat und im benachbarten Wittgensteiner Land waren überwiegend große Flächen von angepflanzten Fichtenwäldern betroffen, die von dem starken Sturm großflächig entwurzelt wurden.

Aber zum Teil wurden auch die Stämme in halber Höhe abgebrochen und eine ordentliche Vermarktung der Stämme war dann nicht gegeben.

In Deutschland beliefen sich die bis heute festgestellten Schadenszahlungen auf etwa 2,5 Milliarden Euro, eine gewaltige Summe !

Es fragt sich nur weshalb waren überwiegend Fichtenwälder betroffen, wobei die Waldränder zum Teil noch stehen geblieben sind?

Nun, Fichten sind Flachwurzler und bei dichter Anpflanzung (mehr Bäume - höhere Rendite) von reinen Fichtenwäldern können sich innen keine langen Wurzeln ausbilden, sind nicht so wiederstandsfähig gegenüber Orkanstürmen - im Gegensatz zu den Randfichten.

Außerdem zeigen dichte Bestände von Fichtenwälder im Inneren kaum Luftbewegung, sodaß die Bäume oft von Krankheiten befallen werden.

Zahlreiche Mischwälder, die mit tiefwurzelnden Laubbäumen durchsetzt sind, waren kaum betroffen und das ist auch die bessere Waldwirtschaft !

Die Zukunft fordert auch im Hinblick auf den Klimawandel naturnahe artenreiche Mischwälder mit Buchen , Eichen, Eschen und Bergahorn.

Bei Überflügen über die Lande entdeckt man heute noch besonders gut die damaligen Spuren von "Kyrill".

Überall zeigen die Wälder großflächige Kahlstellen, wobei oft auch noch die
Wurzelstümpfe von der Natur zurückerobert und von Sträuchern überwuchert werden.

Die brauchbaren Fichtenstämme unserer Heimat sind längst geerntet und zum
größten Teil mit der Eisenbahn vom "Holzbahnhof" in Breidenstein zu den Verarbeitungsfirmen verschickt worden.

Die Industrie verlangt nun mal gerade die schnellwachsenden Fichten (lange gerade und dicke Stämme mit wenigen Ästen).

Und so muß auch in Zukunft eine nachhaltige Waldwirtschaft betrieben und bei allen Neuanpflanzungen ein schwieriger Kompromiss geschlossen werden.



Gruß Harry
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Martina Köhler aus Göhren | 18.01.2014 | 10:30  
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Peter Perrey aus Neustadt am Rübenberge | 18.01.2014 | 11:55  
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