Stichwahl zum Landrat im Saalekreis ist keine Blockwahl sondern eine Personenwahl!

In unserer großen regionalen Zeitung ist zu lesen, dass CDU und Linke sich bereits für die Landratsstichwahl am 15. Juni zwischen Amtsinhaber Frank Bannert (CDU) und der Herausfordererin Kerstin Eisenreich (Linke) in Stellung bringen und das es nun um einen „Stellungswahlkampf“ ginge. Eigentlich hatte ich als ahnungsloser Wähler gedacht, es ginge hier um die beste Besetzung für die Stelle eines Landrates und nicht um Stellungskämpfe. Da schürt der stellvertretender Kreisvorsitzender der CDU schön Ängste gegenüber einem „linken Block“ der aus Linke, SPD und grüne bestehen würde, sich gegen den CDU Landratskandidaten stelle und fordert zur Bildung eines rechten Blocks von CDU und STATT Partei auf.

Irgendwie habe ich da als Wähler wohl etwas falsch verstanden, der Kreistag ist gewählt, die Sitze der Parteien stehen fest. Der Landrat wird aber nicht vom Kreistag bestimmt, sondern von den Wählern direkt gewählt, es geht hier also um eine reine Personenwahl, obwohl die Kandidaten Parteien angehören, aber sie diese eigentlich nicht vertreten. Hat man sich zudem die Aussagen der Kandidaten genau angesehen, wischen sie von den Ansichten und Aussagen der Partei oft ab. So müsste eigentlich deutlich werden, dass es hier tatsächlich um eine Personenwahl geht und nicht um eine Blockwahl, in der die Parteien dann auch noch glauben vorschreiben zu können, welchen Kandidaten sie nun in der Stichwahl wählen müssen.

Zwar hat der bisherige Amtsinhaber Herr Bannert die Wahl im ersten Durchgang mit 47 Prozent der abgegebenen Stimmen klar vor Eisenreich (19,6 Prozent) gewonnen, bei der Stichwahl am 15. Juni kann aber alles ganz anders aussehen. Denn die Wahlbeteiligung zur Stichwahl dürfte wesentlich niedriger liegen als zur Kommunal- und Europawahl. Vielleich besinnt man sich zudem darauf, endlich doch mal richtigen Wahlkampf zu betreiben und nicht nur einen Fototerminwahlkampf wie Herr Bannert, der bis heute die wichtigen Tourismus-Fragen beantwortet hat. Denn die Umsetzung des Tourismus bei uns im Landkreis dürfte eine der wichtigsten Zukunftsthemen aus wirtschaftlicher Sicht darstellen. Da sind bisher zu wenig richtungsweisende Impulse aus der Amtsstube des Landrats gekommen – hier muss sich dringend etwas ändern, es ist 5 vor 12! So wie bisher kann es nicht noch eine Amtsperiode weiter gehen. Ein Landrat kann sich auch ändern, daher müssen sich die beiden Kandidaten klar positionieren. Zudem geht es auch um ein „mehr“ an Menschlichkeit im Amt!
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