Der Besuch bei den dreizehn isländischen Weihnachtsmännern

  Als Tourismusredakteur hat man so manchmal ganz unverhofft die ganz besonderen Begegnungen, diese hatte ich kurz vor Weihnachten auf einer Pressereise nach Island. - Nach einer rasanten Fahrt über tief verschneite Pisten erreichten wir Redakteure die geheimnisvollen Lavafelder und -formationen von Dimmuborgir. Seltsame Lavagebilde bilden die sagenumwobene Troll-Stadt mit ihrer Kirche, die eine gewölbte Halle darstellt. Der eigenen Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. In diesem schon Sagen umwobenen Umfeld wurden bei unserem Besuch, erstmals die 13 Wilden Gesellen original nach alten Vorbildern vorgestellt.

Die 13 Wilden Gesellen sind die isländischen Weihnachtsmänner, ja Sie haben richtig gelesen, die Isländer haben nicht nur einen Weihnachtsmann, nein gleich 13 an der Zahl. Was sich dahinter verbirgt erfahren Sie etwas später.

Mitten in dieser eigentlich Menschen leeren Schnee bedeckten Landschaft, haben sich jede Menge Kinder und Erwachsene zusammengefunden um der offiziellen Vorstellung der 13 isländischen Weihnachtsmänner beizuwohnen, die in typischer althergebrachter isländischer Winterstickkleidung und ihren struppigen Bärten ein wirklich wildes Aussehen vermitteln. Denn diese 13 wilden Gesellen kommen ja aus dem wilden Hochland herab zu den Menschen und treiben dort ihr Unwesen, denn die isländischen Weihnachtsmänner bringen nicht nur Geschenke mit, sondern treiben auch mit der Bevölkerung ihren Schabernack.

Jetzt denke ich ist es an der Zeit Ihnen die Geschichte zu den 13 isländischen Weihnachtsmännern zu erzählen:. Sie sind Söhne eines Trollweibes namens "Grýla", der nachgesagt wird, dass sie als Schreckgestalt liebend gern böse Kinder verspeist. Zu ihren Hausgenossen gehört auch Jólaköttur - die Weihnachtskatze -. Sie frisst die faulen Leute, die nicht alle Wolle vom Herbst bis zur Weihnachtszeit verarbeitet haben, die Fleißigen dagegen bekommen zu Weihnachten Jólaföt – Weihnachtskleidung -.

In der Weihnachtszeit ab dem 12. Dezember erscheint dann jeden Tag einer dieser dreizehn illustren Weihnachtsgesellen, deren Namen einem sogleich auch etwas über ihr Aussehen und ihr Tun verraten. Sie sind ziemlich hässlich, haben einen grauen Sack dabei und stecken in alten isländischen Kleidern, sie sind ja selbst nicht mehr die jüngsten. Und jeden Tag steigt einer von den Bergen herab, und tauchen der Volkssage nach an Bauernhöfen auf, um sich spitzbübisch aber nicht bösartig etwas zu ergattern, bis sie am Heiligabend alle versammelt sind.

Am Weihnachtstag verschwindet der erste der Gesellen wieder in den Bergen, der Letzte ist am 6. Januar verschwunden. Dann ist die isländische Weihnachtszeit beendet. Der 6. Januar wird heutzutage immer noch Þréttándinn - der Dreizehnte - genannt.

Diese Weihnachtsmänner haben sich in der Tollstadt von Dimmuborgir versammelt und stellen sich den Isländern und ihren Gästen vor. Von Lavafelsen herab schleudern sie den Gästen wilde Sprüche zu und blasen Fanfaren in die Schluchten des Tals. Nachher ziehend sie Schabernack treiben durch die jungen und älteren Gäste, tauchen hier plötzlich unter und an einer anderen Stelle plötzlich wieder auf, so scheint es einem, sie sind einfach überall und gehören wie es scheint, einfach direkt zu den Leuten, sind eigentlich ein Teil der Leute selbst, denen man den Spiegel vorhält.

Eine wirklich gelungene Veranstaltung, die der Hotelier unser Unterkunft vor 6 Jahren wiederbelebt hat und Stück für Stück ausgebaut hat und nun wieder zu einem Ereignis geworden ist, dass die Bevölkerung und ganz besonders die Kinder lieben. Wie man auch nachher beim Kaffee im örtlichen Gemeindehaus miterleben konnte, dort nahmen die Kinder die Wilden Gesellen so richtig in Beschlag, sangen mit ihnen, machten Spiele und kuschelten sich an ihnen, wobei auf allen Gesichtern nur Freude zu finden war.
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Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 26.12.2013 | 08:27  
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