Foto-Grundlagen: In wenigen Schritten zu Traumfotos

Digitalfotografie ermöglicht heute jedem Leistungen, die früher nur Profis liefern konnten. Aber damit das funktioniert, sollten Amateure auch die günstigste Consumer-Class-Kamera blind beherrschen.
 
Analoger 35-mm-Film war ein dauernder Kostenfaktor und erlaubte dennoch kaum Bearbeitungen der Fotos.
 
Ein hoher ISO-Wert kann schlechtes Licht sehr gut ausgleichen. Wird er aber zu weit hochgedreht, wird das Bild so körnig wie dieses hier.
 
Der Vorteil von Marken-DSLRs ist die unglaubliche Vielfalt an möglichen Objektiven.
 
Bei DSLRs und Spiegellosen finden sich die wichtigsten Einstellungen auf Knöpfen und Drehrädern am Gehäuse – statt tief in digitalen Menüs verborgen.
 
Eine gute Tasche ist für Einsteiger wichtiger als ein Aufsteckblitz – zumal letzterer von Anfängern sowieso nur selten benötigt wird.
 
Eine alte Festbrennweite. Moderne Kameras regulieren über Stellmotoren im Gehäuse oder dem Objektiv selbst Fokussierung und Blende. Früher wurde dies händisch gemacht.

Fotografie ist heute dank Digitalisierung eine Massenbewegung – doch die wenigsten verstehen, hohen Equipment-Preis in hochwertige Fotos umzusetzen. Dieser Kurs will das ändern.

Man sieht sie überall, auf allen denkbaren Veranstaltungen: Menschen, an deren Hals Spiegelreflexkameras hängen – ambitionierte Hobbyisten – denkt man sich. Führen sie aber die Kamera vors Auge und fokussieren, klappt meist trotz heller Umgebung der eingebaute Blitz auf – ein sicheres Zeichen: Hier versteht jemand nicht, wie sein Gerät funktioniert. Leider sind es oft genau diese Personen, die für schlechte Fotos ihre Ausrüstung verantwortlich machen. Dabei gilt: Mit den richtigen Wissensgrundlagen sind Fotos in Profiqualität auch mit Geräten der Einsteigerklasse möglich. Wie es funktioniert und was moderne Digitalkameras können, will der folgende Ratgeber erklären. Wer ihn durchliest, ist zwar noch kein James Nachtwey, wird aber wissen, was er wirklich kaufen muss und wie es sich bedienen lässt.

1) Grau ist alle Theorie


Um dieses Wissen zu vermitteln, müssen zunächst Grundlagen erklärt werden.

1.1 Digitalfotografie: Unmögliches möglich machen

1.1.1 Grenzenlos knipsen


Früher kostete Fotografie dauerhaft: Ein Film fasste maximal 36 Bilder –Kontrolle, was fotografiert wurde, ob die Kamera-Einstellungen stimmten, gab es erst nach dem ebenfalls kostenpflichtigen Entwickeln. Vielfotografierer mussten dementsprechend Geld ausgeben. Heute gibt es für den Preis eines Fünfer-Packs Filme SD-Speicherkarten, auf die hunderte Fotos passen – und jedes kann kontrolliert und gegebenenfalls gelöscht werden. Fotografie wurde also vom dauerhaften Kostenfaktor zur Einmal-Anschaffung.


1.1.2 Bearbeiten? Kein Problem

Daneben mussten frühere Fotografen mit dem leben, was sie geschossen hatten. Selbst Profis konnten nur mit viel Erfahrung Fotos etwas weicher, heller oder dunkler machen. Heute kann sich jeder Bearbeitungssoftware herunterladen und praktisch alles von Unschärfe bis zu Kunstfiltern an seinem Werk ausprobieren – und spurenlos rückgängig machen.


1.2 Von Blenden und Verschlusszeiten


Weg von den Segnungen der Digitalfotografie, hin zu den Basics, die jeder Hobbyfotograf beherrschen sollte.


1.2.1 Was ist die Blende?

Die Blende ist eine Vorrichtung im Kamera-Linsensystem. Sie reguliert die Menge des Lichts, die auf den Sensor trifft: Je weiter sie geschlossen wird, desto länger muss die Verschlusszeit sein, um gleichhelle Bilder zu generieren. Aber die Blende hat eine weitere Funktion: Je weiter sie geöffnet ist, desto unschärfer wird das Bild außerhalb des fokussierten Bereichs, der Fachmann spricht von Bokeh oder Tiefenschärfe. Wer ein komplett scharfes Bild mit mehreren Tiefenebenen schießen will, muss die Blende weiter schließen.

Merksatz: Je größer die Blendenzahl, desto weiter ist die Blende geschlossen


1.2.2 Was ist die Verschlusszeit?

Auch die Verschlusszeit reguliert Licht. Genauer gesagt dessen Einfalls-Dauer: Kurze Verschlusszeiten ermöglichen ein „Einfrieren“ des Bildes, etwa einzelner Regentropfen. Lange Zeiten hingegen lassen bewegte Objekte verschwimmen – steigern aber die Gefahr des Verwackelns.


1.2.3 Was ist ISO?

Die dritte Einstellungs-Stufe bei Digitalkameras ist der ISO-Wert. Er definiert die Lichtempfindlichkeit des Sensors. Und das hat viele Vorteile: Wer etwa bei schlechtem Licht fotografieren will, müsste die Blende öffnen und mit langen Verschlusszeiten arbeiten – mit allen Nachteilen. Da der ISO-Wert die Kamera jedoch lichtempfindlicher macht, können diese Einstellungen gleich bleiben.
Merksatz: Je höher der ISO-Wert, desto körniger wird das Bild (die Körnungsgrenze wird jedoch mit jeder Kamera-Generation weiter nach oben verschoben)


2) Equipment: Weniger ist oft mehr


Auch bei der Fotografie gibt es viele, die Wissensmängel durch Technikeinsatz kompensieren wollen. Was aber getreu dem Motto „Können kann die meisten Technik-Unpässlichkeiten wettmachen“ falsch ist.


2.1 DSLR? System? Mirrorless? Kamera‐Bauformen

2.1.1 Die Unterschiede im Überblick

„Wollen Sie eine DSLR oder eine Spiegellose?“ fragt der Fachberater und viele Foto-Laien verstehen Bahnhof. Kein Problem: Die Unterschiede sind schnell erklärt:

• DSLR steht für Digital Single-Lens Reflex - digitale Spiegelreflexkamera. Ein Spiegel leitet das Motiv durch das Objektiv in den Sucher und somit das Fotografenauge. Während des Auslösevorgangs klappt der Spiegel hoch und gibt den Sensor frei – daher auch das charakteristische Knacken. Leider sind DSLRs aber durch ihre Technik vergleichsweise groß. Dafür lassen sich viel Werte über Schalter einstellen und müssen nicht in Menüs gesucht werden.

• Systemkameras funktionieren ohne Spiegel und die Betrachtung verläuft meist über einen Monitor auf der Rückseite. Sie sind viel kleiner als DSLRs aber ihre Einstellungen funktionieren oft nur über Menüs. Viele Hersteller verwenden eigene Objektiv-Montagen, sodass deren Auswahl eingeschränkt ist.

• Mirrorless – Spiegellos ist laut vieler Experten die Zukunft der Fotografie: Dieses Prinzip kommt schon bei günstigsten Kompakt-Digitalkameras zum Einsatz. In diesem Artikel sind damit aber Geräte mit Wechselobjektiven gemeint – quasi Spiegelreflexkameras ohne Spiegel. Der Vorteil: Das Gerät kann bei gleichem Funktionsumfang kompakter gebaut werden. Der Nachteil: Die Bildbetrachtung läuft über Sucher-integrierte Monitore – das schreckt viele ab, weil heutige Bildschirme nicht ganz so schnell sind, wie ein „echter“ Blick durch einen Spiegel.


2.1.2 Kaufberatung für Einsteiger

Die wichtigste Einsteigerfrage lautet: Was soll fotografiert werden? Wer nur Urlaubsschnappschüsse und Kindergeburtstage ablichten will, wird mit einer Systemkamera glücklich, denn sie erlaubt Fotografie mit unterschiedlichen Linsen ohne „störende“ Optionen. Wer jedoch mit Einstellungen spielen, schnelle Bildserien schießen oder viel Zubehör kaufen will, kommt nicht um DSLRs oder Spiegellose herum. Und hier machen, bei ehrlicher Betrachtung, drei Hersteller den Markt unter sich aus:

• Nikon und Canon sind die seit Jahren unangefochtenen Herrscher des DSLR-Marktes. Sie bieten Modelle jeglicher Preisklassen. Die Unterschiede zwischen beiden Firmen sind marginal

• Sony brachte mit seiner Alpha-7 die Spiegellose in den Profi-Bereich und ist in diesem Segment Marktführer

Natürlich gibt es auch weitere sehr gute Hersteller. Aber diese liegen entweder nicht ganz am Puls der Zeit oder fertigen teure Luxusprodukte (etwa Leica oder Hasselblad).


2.2 Licht ins Dunkel bringen: Der Blitz

Blitze sind auf vielen Kameras Standard und eines der meistverkauften Zubehörteile – doch brauchen werden Amateure sie nur selten.


2.2.1 Arbeitsgrundlagen

Grundsätzlich dient der Blitz dazu, Licht zu schaffen, wenn das Umgebungslicht nicht ausreicht. Aber: Interne Blitze sollten nur im Notfall verwendet werden. Sie lassen Motive nicht sonderlich natürlich werden und können durch anderes Kunstlicht ersetzt werden. Zudem: Selbst Consumer-Class-Kameras können heute den ISO-Wert so hochfahren, dass Blitze im Amateur-Bereich immer seltener notwendig sind – allenfalls dann, wenn gar keine externe Beleuchtung zur Verfügung steht.


2.2.2 Kaufberatung: Passend zur Kamera

Blitzschuhe sind herstellerübergreifend standardisiert. Das bedeutet, es muss kein (teures) Modell vom Kamerahersteller gekauft werden. Amateure, die trotz der seltenen Einsatzmöglichkeiten einen Blitz wollen, sollten sich bei Herstellern wie Yongnuo umsehen. Diese fertigen Blitze mit gutem Funktionsumfang für zweistellige Euro-Preise.


2.3 Von ganz nah bis richtig weit: Die Objektive

Besitzer von Kompaktkameras müssen mit dem leben, was an ihrem Gerät installiert ist. Systemkamera-, Spiegellos- oder DSLR-Besitzer können hingegen aus einem riesigen Hersteller- und Aftermarket-Vorrat schöpfen.


2.3.1 18‐35, 80‐200? Basiswissen

Die Eigenschaften von Objektiven werden in Millimetern angegeben. Ein einfaches Beispiel: Ein typisches Zoom-Objektiv, wie es mit vielen DSLRs ausgeliefert wird, trägt die Bezeichnung „18-55“. Das bedeutet (extrem vereinfacht): Der Abstand zwischen der Hauptebene der Linse und dem Brennpunkt lässt sich von 18 bis 55 Millimetern einstellen. Einfacher: Je größer die Zahl, desto näher kann ein entferntes Objekt „herangeholt“ werden. Ganz genau erklärt es dieser Artikel.


2.3.2 Was brauchen Einsteiger wirklich?

Anfänger wollen vor allem eines: Flexibel sein. Deshalb fallen Festbrennweiten für diese Benutzergruppe durch das Raster. Wer mit einer Kamera nahezu alle Situationen abdecken will, kauft sich ein 18-55-Objektiv für Nahdistanzen und ein 55-200 für entfernte Objekte. Alternativ kann auch ein Reiseobjektiv fast alle Einsatzbereiche abdecken.

2.4 Sonstiges Zubehör

2.4.1 Taschen

Das wichtigste Zubehör der Kamera ist eine geräumige Tasche. Diese sollte so bemessen sein, dass sie sowohl Kamera und Objektive, als auch sämtliches Zubehör (und was vielleicht noch gekauft wird) aufnehmen kann. Ob Umhängetasche oder Rucksack ist Geschmackssache. Wichtig ist jedoch, dass auf Qualität geachtet wird: Der gerissene Gurt einer Billigtasche kann Ausrüstung für tausende Euro beschädigen.


2.4.2 Stative

Es gibt Situationen, da ist die Fotografenhand nicht ruhig genug, für verwacklungsfreie Fotos. Ein kleines Stativ kann helfen – sollte aber maximal 100 Euro kosten. Darüber beginnen Profi-Geräte, deren Funktionsumfang für Anfänger schlicht überflüssig ist.


2.4.3 Reflektoren

Falt-Reflektoren ermöglichen es, (Sonnen-) Licht aufs Motiv zu lenken und somit auch Aufnahmen im Gegenlicht. Ein kleiner Falt-Reflektor mit weißer und goldener Seite kostet ca. 30 Euro und passt in jede Kameratasche.


2.4.4 Mit der Software zum Erfolg

Wer das Maximum aus der Digitalfotografie herausholen will, kommt nicht um die passende Bildbearbeitungssoftware herum. Sie ermöglicht es nicht nur, Fehler zu korrigieren sondern wird auch wichtig, wenn Fotos für professionellen Druck aufbereitet werden sollen. Das hat folgenden Hintergrund: Digitalfotos werden auf Computermonitoren aus drei Farben zusammengesetzt. Rot, Grün und Blau, der RGB-Modus. Druckereien arbeiten aber im CMYK-Modus, das Motiv wird aus Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz aufgebaut. Würde ein RGB-Foto einfach an eine Druckerei verschickt, könnte es, so erklärt es dieser Artikel, zu Farbverschiebungen kommen – das gedruckte Bild sähe also anders aus, als das Ursprungsmotiv. Um das zu verhindern, müssen zu druckende Fotos in CMYK konvertiert werden - die meisten Bildbearbeitungsprogramme haben die entsprechenden Umwandlungsprofile integriert, wenn nicht gibt es sie hier zum Download.


3) Weniger kaufen, mehr fotografieren


Doch nun Schluss mit dem Kaufrausch, denn Fotografieren lässt sich nur in der Praxis erlernen und nicht im Fotogeschäft.

3.1 Motivfindung – Grundlagen und Standards


3.1.1 Landschaftsfotografie

Landschaften abzulichten ist praktisch die beste Einsteigertechnik: Wer sich an einer schönen Stelle positioniert und fotografiert, bekommt schnell gute Erfolge:

• Landschaften stehen immer still

• Weder Blitze noch Belichtungseinstellungen werden benötigt

• Durch die große Distanz fallen Fokussierungsfehler kaum auf
Prinzipiell wird sich also nur ein Motiv gesucht, darauf geachtet, dass der Goldene Schnitt (siehe weiter unten) eingehalten und die Kamera gerade gehalten wird.


3.1.2 Stillleben

Auch Stillleben sind dankbare Anfängerobjekte, denn auch sie sind unbewegt. Hier können Fotografen zudem aber mit Hintergründen und den Einstellmöglichkeiten ihrer Kameras spielen und auch lernen, wie Licht zur Modulation eingesetzt werden kann. Einige Tipps gibt es unter folgendem Link.


3.1.3 Portraits

Menschen bewegen sich und können in beliebige Positionen gebracht werden. Hier liegt die nächste Herausforderung: Wer bereits bei den vorherigen Motiven lernte, mit den Kamera-Einstellungen zu arbeiten, kann am Menschen weitere Erfolge feiern. Wer es sich einfach machen will, bittet einfach Partner oder Familienmitglieder vor die Linse. Hier kann zudem auch geübt werden, wie Bildbearbeitung funktioniert – etwa beim Retuschieren von Fältchen. Aber: Profis würden ihr Modell niemals auf solche Bearbeitungen hinweisen.


3.1.4 Tiere

Die Königsklasse der Amateurfotografie sind Tiere. Warum? Bis auf dressierte Hunde lassen sie sich kaum kontrollieren, sind aber so dicht an der Kamera wie Stillleben und Models. Hier müssen also alle gelernten Tricks umgesetzt werden, damit das Tier nicht nur an der richtigen Stelle im Bild zu sehen ist, sondern auch alle anderen Parameter stimmen.


3.2 Licht und Schatten – Fotografie in der Praxis

3.2.1 Der Goldene Schnitt

Der Goldene Schnitt bezeichnet ein mathematisches Phänomen und in der Fotografie vereinfacht ein besonders harmonisches Verhältnis des Motivs relativ zum Bildausschnitt:


3.2.1.1 Hilfreich: Das Gitternetz

Wer viel fotografiert, kann diese Schnittpunkte einschätzen. Anfänger sollten jedoch die Option fast jeder Kamera ausnutzen, und sich das Gitternetz in den Sucher einblenden lassen. Denn dann muss das Motiv einfach nur in dessen Kreuzungspunkte gebracht werden und liegt immer im Goldenen Schnitt.


3.2.2 Arbeiten mit Menschen

Beim Fotografieren mit Menschen müssen Fotografen ihr Können unter Beweis stellen: Im Gegensatz zu Landschaften und Stillleben, die nur dem Fotografen gefallen müssen, kommt hier eine zweite Person ins Spiel, die sich naturgemäß im „besten Licht“ sehen will.

Grundsätzlich gelten folgende Regeln

• Menschen in der Öffentlichkeit (etwa für Street-Fotografie) dürfen nur mit Einschränkungen fotografiert werden. Im Zweifelsfall sollte vorher gefragt werden.

• Besonders problematisch sind Fotos von Minderjährigen: Laut Gesetz muss bei ihnen die Einwilligung eines Erziehungsberechtigten eingeholt werden. Wer aber beispielsweise bei einem Kindergeburtstag fotografieren möchte, an dem sein Sprössling teilnimmt, kann dazu formlos die anderen Eltern fragen – einige Abzüge per E-Mail werden die meisten von ihnen sehr zu schätzen wissen.

• Models sollten immer darüber in Kenntnis gesetzt werden, dass die Bildrechte beim Fotografen liegen: Rein rechtlich darf der, der den Auslöser drückt, das Bild nach seinem eigenen Gusto bearbeiten und auch ausstellen – zum guten Ton gehört es aber, etwa vor dem Posten des Fotos im Internet das Model kurz zu informieren.


3.2.2.1 Vormachen ja, Anfassen nein

Auch wer nur Familienmitglieder in Form von Portraits ablichten will, sollte eine der wichtigsten Grundlagen der Menschen-Fotografie verinnerlichen und ausführen: Ein Fotograf fasst das Model unter keinen Umständen an! Er erklärt Posen, macht sie notfalls selbst vor, aber er legt nie Hand an sein Objekt, um es in Positur zu bringen. Das hat vor allem im Profi-Bereich rechtliche Gründe, schützt aber auch in der Amateur-Praxis vor Problemen.


3.3 Eine Kunst für sich: Bildbearbeitung


Wie schon angedeutet, machen vor allem die Möglichkeiten der Bildbearbeitung Digitalfotografie zu etwas Besonderem. Früher wurden jegliche Bearbeitungen von den meisten Fotografen unisono als Verfälschung angesehen, heute ist sie eine Kunst für sich. Allerdings ist „Photoshoppen“ (nach dem marktbeherrschenden Programm von Adobe) auch heute immer noch nicht ganz frei von Kritik.


3.3.1 Überblick Möglichkeiten

Grundsätzlich ermöglicht ein Bildprogramm praktisch alles und das ist keine lapidare Aussage:

• Sowohl Helligkeit, als auch Belichtung, Kontrast und viele andere Basic-Einstellungen können verändert werden.

• Bildbearbeitung macht es auch möglich, Motive „nachzuschärfen“ oder aber unscharf zu maskieren.

• Mittels Kunstfiltern kann Bildern das Aussehen von Gemälden, Skizzen und praktisch sämtlichen anderen Zeichenformen gegeben werden.

• Durch Reparatur- und Stempeltools können unschöne Stellen abgedeckt und ganze Bildteile entfernt werden.

• Freistell-Werkzeuge ermöglichen es nicht nur, Motive aus einem Bild auszuschneiden, sondern sie in andere Fotos hinein zu montieren

• Nicht zuletzt können Schriften, Zeichnungen und vieles mehr nachträglich eingebaut werden.

Kurz gesagt: Alles, was an einem Foto verändert werden könnte, ist durch Bildbearbeitungssoftware auch tatsächlich möglich. Übrigens: Auch hier gibt es praktisch nur zwei Programme, die den Markt beherrschen:

• Photoshop ist die Wahl aller weltweiten Profis und Amateure. Allerdings war es nie kostenlos und ist heute als Photoshop CC nur im Abonnement erhältlich. Freilich kursieren im Web allerdings auch - illegale – Kopien älterer Versionen, von deren Verwendung aber abzuraten ist. Der Vorteil: Photoshop ist der Goldstandart. Alle Kamerahersteller bieten Implementierungen an. Zudem ist das Programm auch für Anfänger einfach zu erlernen.

• Vollkommen kostenlos und mit ähnlicher Ausstattungsvielfalt kommt GIMP daher, das „Gnu Image Manipulation Program“. Die Software ist Open Source und kann daher von jedem verwendet und bearbeitet werden. Der große Nachteil von GIMP ist aber seine Vielfalt: Jeder kann dafür Tools und Applikationen entwickeln, das macht die Variantenvielfalt unübersichtlich. Zudem ist GIMP, weil nicht von Profis entwickelt, sehr viel weniger intuitiv und somit schwerer zu erlernen als Photoshop.


3.3.2 Dein Freund das RAW‐Format

Natürlich kann Bildbearbeitungssoftware auch bei einem normalen Foto im JPEG-Format zum Einsatz kommen. Das Problem dabei ist jedoch: JPEG ist ein komprimiertes Format, das Foto sieht also nie so aus, wie das Motiv. DSLRs und viele spiegellose Kameras bieten jedoch auch die Möglichkeit, im RAW-Format zu fotografieren. Das zeigt das Motiv haargenau so, wie es fotografiert wurde. Dadurch verbraucht ein Foto zwar mehr Platz auf der Speicherkarte, erlaubt aber auch umfangreichere Manipulationen. Deshalb sollten auch Anfänger beim Kennenlernen ihrer Kamera den Aufnahmemodus auf RAW stellen (evtl. bei einem zweien SD-Slot mit JPEG als Rückfallebene).


3.3.3 Beispiele: Vorher ‐ Nachher


Fotos hier

3.3.4 Nutze das Web

Natürlich kann auch ein umfangreicher Einsteiger-Leitfaden wie dieser immer nur einen Bruchteil von Informationen präsentieren – nicht umsonst ist Fotografie auch heute noch eine dreijährige Berufsausbildung. Daher sollten Anfänger sich immer im Netz von anderen Fotografen Tipps holen – denn die geben ihr Wissen nur allzu oft sehr freigiebig weiter.

Einige sehr gute (und vor allem kostenlose) Wissensquellen sind unter anderem

• Die Diskussionsgruppen des Fotoportals „500px.com“.

• Das deutschsprachige „DSLR-Forum“ für Kaufberatungen, Modellvergleiche und alles rund um die Technik.

• Der Youtube-Kanal von Profifotograf Alexander Heinrichs, der hunderte Video-Tutorials zu allen möglichen Aspekten der Fotografie bietet.

Allein diese drei Portale können Einsteiger unzählige Stunden beschäftigen und bieten zudem auch die Möglichkeit, gezielt „Anfängerfragen“ zu stellen, die bei fast jedem Einstieg in das faszinierende Hobby Fotografie aufkommen.


4) Zusammenfassung und Fazit: Dank Digitalfotografie können auch Laien heute das, was früher nur den Profis vorbehalten war


Fotografie war zu analogen Zeiten vornehmlich etwas für Betuchtere – günstig ist das Hobby zwar auch heute noch nicht, wer will, kann dafür ganze Jahresgehälter aufwenden – aber dank Digitalfotografie ist es heute möglich, ohne „Lehrgeld“ für Filme und deren Entwicklung einzusteigen. Und das wiederum ermöglicht es, sehr viele Fotos zu machen. Denn wie bei kaum einem anderen Hobby gilt bei der Fotografie: Nur Übung macht den Meister!


Bilduellen:
1) fotolia.com © Tomasz Zahda
2) fotolia.com © Hayati Kayhan
3) fotolia.com © andreuc88
4) fotolia.com © bluedesign
5) fotolia.com © FATIR29)
6) fotolia.com © kosoff
7) fotolia.com © leitmotiv425
8) fotolia.com © sichimsergiu
9) fotolia.com © sara_winter
10) fotolia.com © nuzza11
11) fotolia.com © ra2 studio
12) fotolia.com © vladimirfloyd
13) pixabay.com © Der_Spontograf (CC0-Lizenz)
14) pixabay.com © Der_Spontograf (CC0-Lizenz)
15) pixabay.com © Der_Spontograf (CC0-Lizenz)
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.