Judo – Entwicklungshilfe in Äthiopien; Dritter „Judo – Aufenthalt“ von Hannes Daxbacher in Addis Abeba

Die beiden WM-Starter
 
Hannes Daxbacher im Polizeipräsidium
Um das praktische Entwicklungshilfeprojekt „Judo für Äthiopien“ weiter voran zu bringen, reiste Hannes Daxbacher im Juni 2011 zum dritten Male in die äthiopische Hauptstadt Addis Abeba.

Bald nach seinem letzten Aufenthalt im Dezember 2010 (wir berichteten) wurde der Königsbrunner zum Vizepräsidenten des äthiopischen Judo & Ju-Jitsu-Verbandes (EJJA) und Patron Judo gewählt.

Kurz darauf wurde der Träger des 6. Dan Judo vom Präsidenten des Welt-Judoverbandes (International Judo Federation – IJF), Herrn Marius Vizer nach Budapest eingeladen. Dort erhielt der Diplomtrainer die Zusage für zahlreiche Unterstützungen seines Projektes „Judo für Äthiopien“. U.a. wurde neben einer materiellen Unterstützung in Form von Judomatten und Judogi, der Stellung eines Judotrainers auch die Teilnahme für zwei äthiopische Judoka zur diesjährigen Weltmeisterschaft in Paris sowie der Aufnahme des äthiopischen Judoverbandes in die Welt-Judofamilie angeboten.

Die äthiopischen Judoka und Mitglieder der EJJA waren über diese hervorragende Unterstützung bereits vorinformiert und freuten sich auf den Besuch „ihres deutschen Vizepräsidenten“, der ihnen persönlich die guten Nachrichten von Welt-Judo-Präsident Marius Vizer überbrachte. So wurde dem Königsbrunner am Flughafen Bole ein besonders herzlicher Empfang bereitet.

Neben der angekündigten Nominierung der beiden äthiopischen WM-Starter standen zahlreiche Meetings und Einladungen auf dem Programm.

Der Besuch von Hannes Daxbacher beim Nationalen Olympischen Komitee von Äthiopien wurde freudig aufgenommen, da Äthiopien nun mit dem Judosport eine weitere olympische Sportart in ihrem Angebot hat.
Ein langes und sehr intensives Gespräch mit der Integrated Martial Arts Federation brachte dem Königsbrunner eine große Zustimmung und Unterstützung dieser Organisation für den Judo-Aufbau in Äthiopien. Weitere Einladungen mit zukunftsweisenden Gesprächen erfolgten sowohl im Sportministerium als auch in den Polizeihauptquartieren der Ooromiya Polizei und der Ethiopian Federal Police mit dem deutschsprechenden Direktor Desta Asmelash.

Eine private Einladung von Angehörigen der deutschen Botschaft freute den Königsbrunner besonders, konnte man sich bei bestem Essen und ohne Zeitdruck ausgiebig unterhalten. „Keine meiner Fragen wurde unbeantwortet gelassen, es war ein echter Gewinn für unser Projekt und natürlich auch für mich“, so der 48-Jährige.

Dr. Wolde Bezabih und die guten Kontakte der deutschen Botschaft verschafften dem Königsbrunner Polizeihauptkommissar den Zugang zur Führungsebene der Universität von Addis Abeba.

Der Judo-Großmeister wurde in einige Dojos eingeladen und konnte sich dort über die guten Judo-Fortschritte der äthiopischen Judoschüler freuen, die allerdings unter widrigsten Umständen auf Beton- oder Steinböden und zum größten Teil ohne Judoanzüge trainieren. „Die Judoka haben von den beiden vorangegangenen Besuchen sehr viele Übungen und Techniken und vor allem die methodischen Schritte behalten und bereits an die Kinder und Jugendlichen weitergegeben. Ich bin sehr begeistert,“ so Hannes Daxbacher.

Zum Abschluss seines Aufenthaltes hielt der ehemalige Lehr- und Prüfungsreferent des Deutschen Judo-Bundes noch einen mehrstündigen Judolehrgang, der mit den Nominierungskämpfen für die beiden freien WM-Startplätze das Highlight war.

Hannes Daxbacher entschied sich unter großem Applaus der vielen äthiopischen Judoka und Zuschauer für die 19-jährige Konjit (- 57 kg) und den 25-jährigen Seifu (- 66 kg). Alle Beteiligten freuten sich ungemein, wussten sie doch, dass diese beiden Judoka zum ersten Mal bei einer Judoweltmeisterschaft die äthiopischen Nationalfarben vertreten dürfen. Im Anschluss überreichte der Diplomtrainer noch viele aus Deutschland mitgebrachte Präsente und Judoanzüge.

Dr. Tsegaye DEGINEH, Präsident der EJJA (Ethiopian Judo & Ju-Jitsu Association), der aus dringenden beruflichen Gründen nicht mit in Äthiopien sein konnte, war während des Aufenthaltes von Hannes Daxbacher in ständigem telefonischen Kontakt und unterstützte, wann immer es nötig war, mit dem Übersetzen von deutsch in amharisch, der äthiopischen Landessprache.

Wertvolle Unterstützungen erhielt Hannes Daxbacher für das praktische Entwicklungshilfeprojekt „Judo für Äthiopien“ u.a. vom Polizei-SV Königsbrunn und seinen Präsidenten Norbert Schwalber und Jürgen Hoffmann, Landrat Martin Sailer, MdL Max Strehle, MdB Dr. Christian Ruck, Leitender Polizeidirektor Johann Peter Holzner (Vorsitzender des Bayerischen und Deutschen Polizeisportkuratoriums) und natürlich dem Welt-Judo-Präsidenten Marius Vizer . Nicht zu vergessen ist die entscheidend gute Verbindung zur deutschen Botschaft in Addis Abeba, die dem Polizeihauptkommissar mit Rat und Tat zu Verfügung steht.

Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin königsbrunner | Erschienen am 05.08.2011
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