Kuhstall statt Europäisches Parlament
Im Rahmen des „Milchfrühlings 2011“ zeigen die Landfrauen des Bayerischen Bauernverbandes bei über 100 Veranstaltungen von Berchtesgaden bis ins Allgäu, wie vielfältig das Produkt Milch sein kann. Unter dem Motto „Politik in der landwirtschaftlichen Praxis“ war Markus Ferber, MdEP eingeladen, auf dem landwirtschaftlichen Betrieb der Familie Schuhwerk in Egg an der Günz beim Melken im Stall mitzuarbeiten und dort die Praxis hautnah kennenzulernen.
Bevor es zum Melken in den Stall ging, fand ein Gespräch über agrarpolitische Themen statt, bei dem die Familie Schuhwerk, die Kreisbäuerin Frau Walser und der Kreisobmann vom BBV Unterallgäu, Gerhard Müller, die Chance nutzen, Informationen aus erster Hand über die Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2013 von einem Europaabgeordneten zu erhalten. Ferber erläuterte dabei ausführlich den Stand der Verhandlungen des Europäischen Parlaments - das nach dem Vertrag von Lissabon erstmals eine gleichberechtigte Mitentscheidungskompetenz beim EU-Agrarbudget, dem größten EU-Haushaltsposten hat - mit der Kommission und den Mitgliedsstaaten. Der schwäbische Europaabgeordnete ging dabei auf mögliche Veränderungen nach 2013 hinsichtlich der Direktzahlungen, der Stärkung der Umweltbeiträge ("greening") durch die GAP, die Zukunft des Zwei-Säulen-Modells und des Bürokratieabbaus insbesondere bei Cross Compliance ein. Nach dem Willen der Europäischen Kommission werden sich besonders bei den Direktzahlungen an die Landwirte einige Änderungen ergeben. Diese Zahlungen sollen in Zukunft zwischen den 15 "alten" EU-Ländern und den neuen zwölf EU-Mitgliedsstaaten, die vorwiegend in Osteuropa liegen, angeglichen werden. „Das kann nicht das Ziel sein und deshalb müssen die EU-Zahlungen an die Landwirte nach wie vor differenziert und von Land zu Land individuell betrachtet werden", so Ferber.
Anschließend packte Ferber bei der Stallarbeit kräftig mit an. Dem Jungbauern Florian Schuhwerk half er die 65 Kühe vom hellen neuen Laufstall zum Melkstand zu treiben und dort zu melken. „Es war für mich eine tolle Erfahrung hier bei der Familie Schuhwerk im Stall mitzuhelfen. Einen landwirtschaftlichen Betrieb zu führen bedeutet harte Arbeit und verdient hohe Anerkennung“, so Ferber.


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