Literatur (er)leben "Ringelnatz" mit Pfarrer Peter Lukas, Sigrid Pröbstl und Sybille Dörner

Bobingen: Evangelisches Gemeindehaus | „Das Leben ist ein Rutsch-Vorbei“
Literatur (er)leben „Joachim Ringelnatz“
am Freitag, den 16. März 2012 im Evang. Gemeindehaus, vorgestellt von Pfarrer Peter Lukas, dem Bobinger Vokalensemble und Sybille Dörner


Eine Fülle von witzigen, schrägen und herausfordernden Vertonungen der Gedichte von Joachim Ringelnatz entdeckte das Bobinger Vokalensemble an seinen Probenabenden. Daraus wurde ein „Ringelnatz-Abend“ gestaltet, der am 16. März um 19.30 Uhr im Evang. Gemeindehaus, zur Aufführung kommt. Unter dem Thema „Das Leben ist ein Rutsch-Vorbei“ sind Vertonungen für vier Singstimmen und Klavier zu hören. Es singen Sigrid Pröbstl, Martina Dittmeier, Hans-Georg Stapff und Peter Lukas. Den Klavierpart übernimmt Tobias Reinsch, der auch eigene Stücke spielen wird. Außer den gesungenen „Ringelnätzen“ gibt es natürlich auch Informationen zum Leben des Dichters und Rezitationen aus seinen Werken. Den Part der Conférencière übernimmt Sybille Dörner aus Bad Wörishofen.

Joachim Ringelnatz kam 1883 als Hans Gustav Bötticher in Wurzen zur Welt. Sein Vater Georg verfasste humoristische Gedichte und Erzählungen, arbeitete als freier Schriftsteller und hatte weitreichende Kontakte zu Künstlern wie Emanuel Seibl, Gustav Freitag, Conrad Ferdinand Mayer, Wilhelm Raabe, Adolph von Menzel und Theodor Fontane. Ringelnatz dagegen wurde oft wegen seines Aussehens gehänselt und war eingeschüchtert. Später sagte er: „Ich bin überzeugt, dass mein Gesicht mein Schicksal bestimmt“. Er flüchtete sich in Trotz, Rüpelein und einsames Zeichnen und Schreiben. Zu Beginn des 19 Jahrhunderts absolvierte der junge Hans Gustav zwei Lehren, als Schiffsjunge und Kaufmann. Er begann als Dichter zu schreiben, kündigte, begab sich auf Reisen nach England und endete als fahrender Musikant und Obdachloser im Gefängnis von Antwerpen. 1909 begann seine Dichterkarriere in München, 1913 erschien die Novellensammlung „Ein jeder lebt´s“. 1919 wurde aus Hans Bötticher schließlich Joachim Ringelnatz. Es entstehen die „Turngedichte“ und die „Kuttel-Daddeldu-Poeme“. In den 20er-Jahren schuf der Künstler neben dem literarischen Werk auch eine größere Zahl von Bildern und bestückte Ausstellungen in Berlin. In der Hitler-Diktatur wurde er verfolgt und die Bücher auf den Index gesetzt und verbrannt. 1934 stirbt er, unheilbar lungenkrank in seiner Wohnung. Seit 1945 ist Ringelnatz´ Ruhm als Lyriker gewachsen, zahlreiche Nachdrucke erschienen, Vertonungen wurden produziert und Ringelnatz-Stücke eroberten die Bühnen.

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