LiteraNaTour mit der Theater-Schmiede in Bobingen / Straßberg ein Erfolg

  Bobingen: Straßberg | - Eine besondere Beichte und ein König, der keine Strümpfe anziehen wollte -

Jubiläum - Mit einer LiteraNaTour in Bobingen und Straßberg am Sonntag, 21. September 2014 feierte der Naturparkverein Augsburg-Westliche Wälder seinen 40. Geburtstag.


Bobingen - Als eine Geburtstagsfeier mit vielen Gästen erwies sich die Veranstaltung, die der Naturparkverein Augsburg-Westliche Wälder anlässlich seines 40-jährigen Bestehens organisierte. Unter dem Motto LiteraNaTour war ein Rundkurs zwischen Bobingen und Straßberg eingerichtet worden, an dessen acht Stationen die Besucher jeweils ein literarisches Schmankerl erwartete.

In Zusammenarbeit mit dem Kulturamt hatten Mitglieder der Theaterschmiede Bobingen dafür Lesungen und kleine Szenen vorbereitet: Beispielsweise am Straßberger Wasserturm hieß es etwa "Rapunzel, Rapunzel lass dein Haar herunter." Im Wald traf man auf Christian, der Figur aus dem romantischen Märchen "Der Runenberg" von Ludwig Tieck, dessen Leben von einer seltsamen Runentafel verändert wird.

Auf dem Friedhof handelte der Brandner Kaspar mit dem Tod. Max Frischs Brandstifter zündelten im neuen Feuerwehrhaus und, wie im Unteren Schlösschen zu hören war, heiratete Prinzessin Mäusehaut ihren König nur unter der Bedingung, dass er versprach, künftig Strümpfe anzuziehen.

Sonja Hefele, welche die Veranstaltung organisierte, war mit den Besucherzahlen mehr als zufrieden. Alle acht Stationen zusammengenommen, zählte sie 906 Besucher. "Mir gegenüber haben sich viele Besucher positiv geäußert und fragten, ob es denn wiederholt wird", sagte sie. Auch wenn diese Zahl relativiert werden muss, da die einzelnen Literaturfreunde an den Stationen mehrfach gezählt wurden, war dennoch ein beachtlicher Besucherzustrom zu verzeichnen.

Das Glanzlicht des literarischen Nachmittags und mit Abstand am besten besucht war eindeutig das Straßberger Castello Romano (ehemals Gasthof Reichsadler). Dort lebte die hitzige Hassliebe der politischen Kontrahenten Don Camillo und Peppone wieder auf. Über 160 Besucher kamen allein zum ersten Set. Es war aber weniger der literarische Stoff, der als Besuchermagnet wirkte, sondern vielmehr dessen Darsteller: Ein echter Pfarrer und ein echter Bürgermeister - Monsignore Florian Schuller und Bürgermeister Bernd Müller verkörperten Giovannino Guareschis berühmte Romanfiguren.

Bürgermeister Peppone beichtet, dass er es war, der den Pfarrer "mit einem Stock aus weichem Pappelholz" verprügelt hatte. Und Don Camillo seinerseits erteilt ihm daraufhin die Absolution in Form eines Fußtritts. Mit sichtlichem Spaß verkörperten die Akteure ihre Rollen und wurden für ihre Leistung vom Publikum lebhaft beklatscht.

(Artikel und Fotos von Ingeborg Anderson)






Von Prinzessin Mäusehaut und dem König, der keine Strümpfe tragen wollte, erzählten (oben links) im Unteren Schlösschen (von links) Michael Ditz, Lea Bosch, Franz Kaufmann und Max Rosentreter. Vom Müllerburschen und Zauberlehrling Krabat berichtete die szenische Lesung (oben rechts) in der Mittleren Mühle. Die Beichte von Bürgermeister Peppone (Bürgermeister Bernd Müller) bei Don Camillo (Straßbergs Pfarrer Florian Schuller) erwies sich als ausgesprochener Publikumsmagnet. Am Grillplatz im Straßberger Wald (unten rechts), wo Theresa Adolf und Ralf Miethig die Literaturfreunde erwarteten, ging es um Gold, eine merkwürdige Runentafel und einen Sack voller Steine von den Erlebnissen eines jungen Mannes im Runenberg.


Alle Infos zur Litera-Na-Tour 2014 auf der Internetseite der Theater-Schmiede Bobingen: www.theater-schmiede.de
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