"Gnadentod"

Wann? 13.04.2014 17:00 Uhr

Wo? Singoldhalle , Willi-Ohlendorf-Weg 1, Bobingen DE
  Bobingen: Singoldhalle | Im Frühjahr 2014 spielt die Theater-Schmiede
in der Singoldhalle Bobingen ein Stück deutsche Zeitgeschichte:

"Gnadentod"

- nach einer wahren Begebenheit -
von Ingrid Storz

www.theater-schmiede.de

Vergessen - oder Erinnern ?
Immer weniger Menschen werden sich aus eigenem Erleben noch schaudernd an die Tage des Krieges erinnern. Manche werden auch gar nicht daran denken wollen.
Aber wir müssen uns daran erinnern, jeder von uns, der die Würde des Menschen achtet und seine Rechte bejaht. Gerade den künftigen Generationen sollten diese dunkelsten Tage unserer Geschichte nicht vorenthalten werden, sondern Mahnung sein, damit solche Verbrechen von Menschen an Menschen nie wieder begangen werden.
"Gnadentod" soll erinnern an die Zeit des Nationalsozialismus und der damit verbundenen Verbrechen an Millionen unschuldiger Menschen, wie Juden, alter und schwacher Menschen, Behinderte. Menschen, die für die Kriegswirtschaft der Nazis nutzlos waren und deshalb umgebracht wurden.
Die Geschichte dieses Stückes - nach einer wahren Begebenheit - ist nur ein Einzelschicksal und soll das Andenken dieser Menschen wahren helfen.




Niemand wusste zu jener Zeit, dass Hitler eine auf den 1. 9. 1939 datierte Verfügung unterschrieben hatte, die besagte, dass "nach menschlichem Ermessen unheilbar Kranken bei kritischster Beurteilung ihres Gesundheitszustandes der Gnadentod gewährt werden kann."

Den euphemistisch so genannten "Gnadentod", das Töten von Menschen, deren Leben scheinbar nicht mehr lebenswert ist, kennt man aus der Zeit des Nationalsozialismus unter dem Begriff "Euthanasie" oder auch "Aktion T4".


In jener Zeit hat sich diese Geschichte in einer süddeutschen Kleinstadt tatsächlich ereignet.
Ohne Schwarz-Weiß-Malerei wird eine historische Tragödie im Alltag einer ganz normalen Familie im Deutschland der NS-Zeit aufgeblättert, die nur das "Pech" hat, daß der Familienvater aufgrund einer Kriegsverletzung zum neurologischen Fall wird. Wie sich der Alltag verändert, Beziehungen problematisch werden, Hilfen von ungeahnter Seite auftauchen, andere opportunistisch sich der Hilfe verweigern oder wegsehen, und doch gegen die perfekte Vernichtungsbürokratie letztendlich kein Kraut gewachsen ist, macht das besondere aus. "Gnadentod" ist ein echtes Stück, das nichts beschönigt, das Grauen alltäglich werden lässt und trotzdem viele Fragen offen lässt.

zum Inhalt: Eugen Bitter, Schuhmacher, engagierter Hobby-Musiker und Sozialdemokrat, wird, dreimal schwer verwundet, 1918 aus dem Militärdienst entlassen. Er ist mit der Medaille für "Tapferkeit vor dem Feind" ausgezeichnet.
Monatelang leidet er unter Schlafstörungen, weil er die an der Westfront erlebten Greuel nicht überwinden kann. Später scheint sich alles zu normalisieren. Er arbeitet, lebt mit seiner Frau Eugenie, den Kindern Max und Lena und musiziert auf seiner Geige.
Nach der Machtergreifung der Nazis erlebt Eugen in seinem Umfeld immer wieder Dinge, die ihn zutiefst erschüttern: In der sogenannten Reichskristallnacht wird das Geschäft seines jüdischen Nachbarn zerstört. Schließlich wird dieser von der Gestapo abgeholt. Sein Sohn Max tritt der Hitlerjugend bei.
Seit der Zeit des Vorfalls in der Reichskristallnacht fühlt sich Eugen von zwei SA-Männern beobachtet und verfolgt. Seine Frau glaubt, dass es sich um Halluzinationen handelt. Niemand weiß, ob sie Recht hat, nicht einmal Eugen selbst, dessen Kopfschmerzen und "Aussetzer" sich so bedrohlich häufen, dass er bereit ist, sich einer Operation zu unterziehen.
Im neurologischen Krankenhaus, in dem Eugen auf seine Operation wartet, sind auch geistig Kranke und epileptische Patienten untergebracht. In der Nacht vor dem chirurgischen Eingriff werden, einer Verfügung Hitlers zufolge, alle Insassen des Krankenhauses "verlegt". - Konkret: Sie werden in ein Vernichtungslager gebracht.

"Es ist wichtig, die Erinnerung an diese Verbrechen wach zu halten und Lehren daraus zu ziehen, damit solche Gräueltaten nie mehr stattfinden. Nie wieder sollte eine Ideologie die Menschen nach lebensunwert und lebenswert unterscheiden und nach ihrer vermeintlichen Nützlichkeit aussortieren."

Aufführungstermine in der Singoldhalle Bobingen:
(Willi-Ohlendorf-Weg 1, 86399 Bobingen)

Freitag, 11.04.2014 20.00 Uhr
Samstag, 12.04.2014 20.00 Uhr
Sonntag, 13.04.2014 17.00 Uhr


Kartenvorverkauf ab 10. Februar 2014

Vorverkaufstellen:
- Kulturamt Bobingen, Rathausplatz 1, 86399 Bobingen
- Schreibwaren Schiller, Winterstr. 20, 86399 Bobingen-Siedlung

Telefonische Kartenbestellung:
mit Überweisung
Theater-Schmiede: 0 82 34 / 90 47 90
Mo, Di, Do 18 - 20 Uhr, So 13 - 14 Uhr

Kartenpreise:
Kat I: Euro 18,- KAT II: Euro 15,-
ermäßigt: 14,-/11,-


Im Vorverkauf gelten nur die Vollpreise.
Ermäßigungen werden bei den Aufführungen an der
Theaterkasse nach Vorlage eines Schwerbehinderten-
oder Schülerausweises ausbezahlt.
Pro verkaufter Eintrittskarte spenden wir
Euro 1,- an die "Kartei der Not"

Nähere Infos unter: www.theater-schmiede.de
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