Kinder planen Wasserspielplatz in Bobingen

Jury empfiehlt Kombination der Modelle
Mit „mein Wasserspielplatz hat 'ne Matschgrube und große Steine“ stellt der sechsjährige Kaan Mahsenoglu aus dem St. Felicitas Kindergarten seine Ideen zum Wasserspielplatz den in der Pausenhalle der Laurentius-Grundschule versammelten Mitgliedern der Jury zum Projekt „Wasserspielplatz in Bobingen“ vor. Rund 70 Kinder aus dem Kindergarten Bobingen-Nord und Viertklässler aus der Singold-Volksschule und Laurentius-Grundschule führten zusammen mit ihren Betreuerinnen und Lehrern Entdeckungsreisen zum Wasserspielplatz in Königsbrunn, kleine Wasserexperimente im Kaltenbach durch, entwickelten Ideen und entwarfen Modelle zum künftigen Bobingen Wasserspielplatz. Am Mittwoch den 23. Juli war die Nagelprobe. Die Jury setzte sich zusammen aus: Stadtbaumeister Thierbach, Architekt Weise, den Elternvertretungen aus den beiden Volksschulen und dem Kindergarten, je einem Lehrer bzw. Erzieher, Vertretern der Schüler und Thomas Ködelpeter (Ökologische Akademie e.V.).
Am Tag vor der Präsentation der Modelle stellte noch der Bauausschuss des Bobinger Stadtrats in einem einstimmigen Beschluss die Ampel für den geplanten Wasserspielplatz auf der Singold-Insel hinter dem sogenannten Ententeich auf Grün. Die nun auszuarbeitende Feinplanung muss im Bauausschuss nochmals vorgestellt werden.
Die Planung des Wasserspielplatz und die Planung und der Bau des „Pizzabackofens“ an der Mittleren Mühle sind Bausteine in dem vom Bayerischen Umweltministeriums geförderten Projekt „Leben mit der Singold“ der Ökologischen Akademie e.V., Linden und der Stadt Bobingen als Kooperationspartner.
„Ein Wasserspielplatz, so Projektleiter Thomas Ködelpeter, ist im Unterschied zum Schwimmbad oder gängigen Spielplätzen ein Naturerlebnisraum mit fließendem Wasser, an dem Kinder mit Wasser und Naturmaterialien wie Steinen, Holz und gestalten und spielen können. Inmitten einer ansonsten weit-gehend bebauten Stadt sind Wasserspielplätze Naturerfahrungsräume, ideale Orte der Selbstbe-schäftigung, die zum spielerischen Erleben und Erfahren des Elements Wasser anregen. Hier können Kinder ihren eigenen Interessen nachgehen und ihre Fantasien schweifen lassen“.
Das vierköpfige Team vom Kindergarten St. Felicitas mit Anika Leodolter, Manuel Heinrich, Sueda Geldi und Kaan Mahsenoglu mit Teamchefin Clara Kimmerle (Erzieherin) war das Starensemble der Jury-Sitzung. Mit ihrer beispielhaften Vorbereitung, individuellen Bildentwürfen, einer alle Ideen integrierenden Planungsskizze und einem durch seine Klarheit bestechenden Modell überzeugte das Team die Köpfe und Herzen der Jury-Mitglieder.
Unter Leitung von Reinhard Mattler (Lehrer) bildeten 30 Schüler und Schülerinnen aus den vierten Klassen der Laurentius-Grundschule eine Planungsgruppe zum Wasserspielplatz. Ein guter Wasserspielplatz muss für die jungen Singold-Planer drei Voraussetzungen erfüllen: 1. Wasser muss fließen! 2. Wasser muss fließen, wann immer die Kinder wollen! 3. Wasser muss dorthin fließen, wohin die Kinder wollen!
Anregungen holten sich die Schüler und Schülerinnen auf einer Exkursion zum Königsbrunner Wasser-spielplatz. Ein Ergebnis ihrer Auswertung war, dass neben dem Abfluss aus dem Ententeich eine zusätzliche Pumpe für erforderlich gehalten wird. Das Wasser dieser Pumpe lässt sich dann mit einem Drehteller in verschiedene Richtungen leiten. Die Planungsgruppe machte sich auch schon sehr konkrete Gedanken zur praktischen Umsetzung. Aus den Ideen der Schülerinnen entstand in Zusammenarbeit mit der Kunst-erzieherin ein naturnahes und ästhetisch überzeugendes Geländemodell.
Mit einer breiten Palette von Wasserspielgeräten beeindruckten die Schülerinnen der Singold-Volksschule die Jury. Die Singold-Volksschule war nach dem Kindergarten St. Felicitas und der Laurentius-Grundschule in das Wasserprojekt eingestiegen.
Die Jury war sich einig, dass ein künftiger Wasserspielplatz in Bobingen Elemente aus allen drei Modellen vereinigen sollte. Ein Wasserspielplatz soll den Bedürfnissen der Jüngeren nach Matschbereichen, Steinen und einfachen Klettermöglichkeiten genauso entsprechen wie den Interessen der etwas älteren Schüler, die es gerne etwas „technischer“ haben möchten.
Neben dem fachlichen Lob der Jury dankte auch Kulturamtsleiter Reinhold Lenski (Stadt Bobingen) den am Projekt beteiligten Kindern und Betreuern für ihr tolles Engagement und überreichte den jungen Planern und Planerinen Freikarten für das Schwimmbad und eine Musikaufführung.
Die von der Ökologischen Akademie einbezogenen Landschaftsarchitekten vom Büro für Umwelt und Planung, Raubling werden nun in der Sommerpause die überzeugendsten Ideen aus den drei Modellen in den Entwurf zum Wasserspielplatz einarbeiten.
Zur weiteren Umsetzung des Konzepts Wasserspielplatz bildete sich ein 12 köpfiger Planungszirkel , dem Eltern, Lehrer, Schüler, die Verwaltung und die Ökologische Akademie angehören. Ein erstes Treffen findet am 18. September, 15.00 Uhr in der Laurentius-Grundschule statt.

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